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Die Pobethener Kirchen

Die erste Erwähnung eines Pfarrers kam im Jahr 1321 vor. Um 1350 entstand der hohe Chor für die Pfarrkirche samt Sakristei. Das Kirchenschiff soll noch vor Ende desselben Jahrhunderts dazugekommen sein, vermutlich auch der ursprünglich nicht geplante Turm. Es handelte sich um eine Feldsteinkirche mit Backsteinrahmung und sie wurde eine der stattlichsten Kirchen im Samland. Der Chor erhielt Ende des 14. Jhs. ein Gewölbe mit achtzackigen Sternen auf Maßwerkkonsolen. Das Sterngewölbe im Kirchenschiff wurde erst im 15. Jh. vollendet.

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Die erste Erwähnung eines Pfarrers kam im Jahr 1321 vor. Um 1350 entstand der hohe Chor für die Pfarrkirche samt Sakristei. Das Kirchenschiff soll noch vor Ende desselben Jahrhunderts dazugekommen sein, vermutlich auch der ursprünglich nicht geplante Turm. Es handelte sich um eineFeldsteinkirche mit Backsteinrahmung und sie wurde eine der stattlichsten Kirchen im Samland. Der Chor erhielt Ende des 14. Jhs. ein Gewölbe mit achtzackigen Sternen auf Maßwerkkonsolen. Das Sterngewölbe im Kirchenschiff wurde erst im 15. Jh. vollendet.

Die Kirche kam gut über den Krieg und wurde danach als Lager für Kunstdünger verwendet. Sie war bereits 1989 im Verfall begriffen, vor allem das Dach und die Gewölbe waren beschädigt. Erhalten blieben damals nur die Stützkonsolen und die unteren Teile der Gewölberippen. 1993 war der Turm bis auf Höhe des Schiffes abgetragen und der größte Teil des Schiffes ohne Dach. An der Chorwand fanden sich 1991 noch undeutlich Spuren ehemaliger Wandbemalung. 1990 wurde von den Behörden entschieden, die Kirche der orthodoxen Gemeinde zu überlassen. Dazu kam es jedoch nicht, weswegen man alle Arbeiten für eine Wiederherstellung stoppte und die Kirche 1993 aufgab. Es sind der Chor mit Dach und ansonsten die Mauern bis zur Höhe des Kirchenschiffs erhalten.

Später hat man sich dann offentlichtlich doch noch darauf geeinigt, dass die Kirche russisch-orthodox wird. 2018 waren die Fensterbögen und der Eingang zum Kiurcheninneren mit Gittern verschlossen. Im Innern wurden einige alte Grabsteine aufgestellt.[4]

Die Baptistengemeinde von Pobethen, obwohl klein, verfügte über ein repräsentables Kirchengebäude, das sie „Missionshaus Immanuel“ nannten. 1938 wurde das Haus von der Neuapostolischen Gemeinde erworben, doch es brannte 1943 bis auf die Grundmauern nieder. Nachdem es nach dem 2. Weltkrieg als Kulturhaus mit Bibliothek und Jungenddisco erneuert wurde, brannte es am 2 März 2008, am Tag vor der russischen Wahl[1], aufgrund eines Brandanschlags erneut ab, soll aber wieder aufgebaut werden.[2] Die Baptisten praktizieren die „Gläubigentaufe“, taufen also nur Menschen, die sich bewusst und persönlich für den Glauben entschieden haben. Die erste Baptistengemeinde wurde von J. C. Oncken 1834 in Hamburg gegründet. In Pobethen fand die erste Baptistenversammlung 1849 statt und die Baptistengemeinde selbst wurde am 20. 3. 1859 von 38 Mitgliedern gegründet. Bis 1864 zählte man 235 Gläubige. 1881 schlossen sich die 46 baptistischen Gemeinden der Provinz mit fast 16.000 Mitgliedern zur „Ostpreußischen Vereinigung der Baptisten“ zusammen. Innerhalb Deutschlands waren die Baptisten in Ostpreußen am stärksten vertreten. 1934 fand sogar der Kongress der Baptisten Ostpreußens in Pobethen statt. Die Baptisten ließen sich teilweise von den Nationalsozialisten instrumentalisieren, insbesondere als deren deutsche Botschafter auf deren Weltkongreß, leisteten allenfalls vereinzelt aktiven Widerstand und fielen auch nicht durch Kritik an der Judenverfolgung auf.[3]



[1] Dietmar Wrage, Pobethen, Unser schönes Samland, Herbst 2008, S. 23
[2] Dietmar Wrage, Unser schönes Samland, Sommer 2008, S. 41
[3] Heidrun Meller, Pobethenbericht in Unser schönes Samland, Herbst 2017, S. 30 – 32; Wikipedia über Freikirchen im Nationalsozialismus und die Baptisten im Dritten Reich
[4] Heidrun Meller, Besuch in Pobethen, Unser schönes Samland, Winter 2018, S. 42

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