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Geschichte von Szczurkowo (PL) - Schirokoje (RUS) - Schönbruch

Bericht von Peter Schütte

Wahrscheinlich wurde Schönbruch vor 1349 von Deutschen gegründet. Während die ortsansässigen Bauern zunächst frei waren, verloren sie nach dem Städtekrieg 1499 ihre Unabhängigkeit. 1486 wird Eberhard von Tettau das Dorf verliehen. Bis 1766 bleiben die von Tettaus Eigentümer von Schönbruch und haben ihren Wohnsitz auf Sandlack und Tolks, später auf Wicken. Der Familie folgen die Freiherren zu Eulenburg, später ist Friedrich Wilhelm August Freiherr von Korff Besitzer des Dorfes. 1871 gehen Dorf und Gut an die Familie von Bolschwing, in deren Besitz sie bis 1945 bleiben.

1931 betrug die Einwohnerzahl 1.004, diese war 1939 auf 1.139 Personen angewachsen. Schönbruch stellte somit nach den vier Städten Bartenstein, Friedland, Schippenbeil und Domnau das fünftgrößte Gemeinwesen des Kreises Bartenstein.

Seit 1945 durchzieht Schönbruch die polnisch-russische Grenze. Der Norden des Dorfes gehört mit Kirche, altem und neuem Friedhof, Siedlung, Bahnhof und Waisenhaus zur Oblast Kaliningrad und heißt heute Sirokoe. Besucher dieses Grenzgebietes nach 1989 berichten, dass von Siedlung und Bahnhof nichts mehr zu sehen ist, während vom Waisenhaus noch Mauerreste vorhanden sind. Die Schienen der Strecke Bartenstein-Friedland wurden bereits im Mai 1945 von deutschen Kriegsgefangenen als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut. Von der Ende Januar 1945 leicht beschädigten und 1974 niedergerissenen Kirche sind noch Mauern und ein Grabmal übrig geblieben.

Der Süden des Dorfes mit Gutshaus, Gut, Molkerei und Schule gehört seit 1945 zu Polen (Powiat Bartoszyce) und heißt Szczurkowo. Das Gutshaus ist bei Kriegsende abgebrannt, die Ruinen des Gutes wurden in den 1990er Jahren abgetragen. Auch die Molkerei steht nicht mehr. Die erst 1937 erbaute Schule ist gut erhalten und dient heute als Altersheim. Kinder des Dorfes müssen heute zur Schule in Schippenbeil / Sepopol. Schönbruch ist Ornithologen bekannt als die Gemeinde mit den meisten Storchenpaaren - auch als Europas Weißstorchenmetropole bezeichnet[1] (letzter Besitzer Carl Ludwig von Bolschwing, 625 ha, erfolgreiche Rinderzucht).

Bei aller Wehmut über den Zustand des einst stolzen Dorfes sind es die Störche und damit die Gegebenheiten der Natur, die Schönbruch heute interessant machen Sie finden ihre Nahrung reichlich in den versumpften Wiesen jenseits der Grenze im russischen Teil des Landes.


[1] Wolf v. Lojewski, Meine Heimat – deine Heimat, S. 125

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Dorf Schönbruch 2013 (Frederik Blattgerste)
Schönbruch: Störche überall - 2013 (Frederik Blattgerste)
Schönbruch: Störche überall - 2013 (Frederik Blattgerste)
Störche in Schönbruch 2013 (Frederik Blattgerste)
Storch in Schönbruch 2013 (Frederik Blattgerste)
Störche in Schönbruch 2013 (Frederik Blattgerste)
Grenze durch Schönbruch 2013 (Frederik Blattgerste)
 
 
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