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Solno – Zohlen

Erste urkundliche Erwähnung fand Solno - Zohlen am 13. Juli 1321, als Landmeister Friedrich von Wildenberg in Elbing einen Gütertausch des Ordens mit den Preußen Samprete, Stintel und dessen Brüdern in Mollwitten und Zohlen verbriefte. Das Dorf Zohlen, früher auch Sollen genannt, lag in der „Sülz“, d. h. in tiefer und feuchter Umgebung und gehört zu altem prußischem Siedlungsgebiet.

Ein Gut entstand hier, als der Regent Herzog Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach durch den Amtshauptmann von Brandenburg, Pr. Eylau und Bartenstein, Caspar von Lehndorff, 1577 dem Schulzen Simon Dittrich 250 ha Land mit Auflagen zur Verfügung stellte.

Der Text der Urkunde ist typisch: „Dafür soll er die noch ungenutzten Hufen von Alt Sollen, ferner Neu Sollen 20 Hufen und das Dorf Margaunen (Margunen) 40 Hufen mit guten Leuten besetzen und zu gehörigem Zins bringen. Von seinem Grundstück soll er einen tüchtigen Kriegsdienst mit Pferden, Mann und Harnisch leisten, desgleichen die Preußisch Eylauische Heide abreiten und Aufsicht pflegen. Die Bauern von Alt Sollen sollen als Zins 3 Mark pro Hufe, die übrigen 2 Mark an die Lehnsherrschaft zahlen. Wenn sich Neu Sollen und Margaunen etwas erholt haben, sollen sie das Pflugkorn geben, je nach Bodengüte je 1 Scheffel Weizen und Roggen oder Roggen und Hafer je Hufe und die Scharwerke zum Hofe Preußisch Eylau leisten. Der Schulze erhält freie Fischerei für seinen Teich im kleinen See von Zohlen, freie Bienenhaltung, ferner freies Holz aus der Heide zu seines Tisches und Feuers Notdurft.“[1]

Nach der Napoleonzeit wurde das Gut an Herrn von Oldenburg auf Beisleiden übereignet. Als Mitgift einer Oldenburg-Tochter gelangte es an die Familie v. d. Chevallerie und von dort an die Familie v. d. Trenck. Der letzte deutsche Besitzer, Karl v. d. Trenck, starb 1963 in der Bundesrepublik.

Das 1843 errichtete Gutshaus steht nicht mehr, aber der Ort liegt immer noch malerisch am Waldrand, umgeben von Feldern.

Als die Franzosen unter Napoleon 1807 einmarschierten, gehörte das Gut dem Amtmann Fleischer. Obwohl der nur Hauspantoffeln an den Füßen trug und draußen Schnee lag, zwangen ihn die Soldaten, sofort mitzukommen. Bei einer Rast im 7 km entfernten Sardienen gelang es dem Amtmann jedoch, sich im Gebüsch zu verbergen und dann zu fliehen. Nicht frei machen konnte er sich von den nachfolgenden Kriegslasten. Deshalb übergab er letztlich das Anwesen gegen Zahlung einer Leibrente an seinen Nachbarn im Osten, Ludwig v. Oldenburg auf Beisleiden. Das Ehepaar Fleischer fand seine letzte Ruhe unter zwei alten Linden am Ortsausgang von Zohlen, die aber wohl nicht mehr lokalisierbar sind.

Auf dem elterlichen Gut in Zohlen wurde Wilhelm von der Trenck (10. 11. 1919 – 30. 3. 2007), Kreisvertreter von Pr. Eylau 1977 – 1991, als Ältester von fünf Geschwistern geboren. Nachdem er 1939 das Abitur am Wilhelmsgymnasium in Königsberg bestanden hatte, trat er als Offiziersanwärter in das Reiterregiment 11 in Angerburg ein, ging in den Krieg und stieg bis zum Ende bis zum Hauptmann auf. Nach dem Krieg studierte er Landwirtschaft und Gartenbau und machte 1955 sein Examen als Diplomlandwirt. 1956 wurde er als Berufsoffizier reaktiviert und in die neue Bundeswehr aufgenommen, wo man ihn 1968 zum Oberstleutnant beförderte. Bevor er 1976 aus dem aktiven Dienst in der Bundeswehr ausschied, hatte er 10 Jahre lang an der Heeresoffiziersschule gelehrt. Ab 1971 war er für eine Wahlperiode bis 1974 Mitglied im Bundesvorstand der Landsmannschaft Ostpreußen und engagierte sich daneben zunehmend für seinen Heimatkreis. Außerdem war er 1977 – 1998 Bundesvorsitzender der Gemeinschaft evangelischer Ostpreußen. Er heiratete 1947 Dorothea Springmann, mit der er einen Sohn und zwei Töchter hatte.[2]



[1] Zitiert nach Hedwig v. d. Trenck, geb. v. Keudell in: Ostpreußens Rinder und ihre Zuchtstätten

[2] Wilhelm v. Gottberg, Nachruf für Wilhelm von der Trenck, Oprbl. Nr. 16/2007, S. 22

 
 
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