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Zehlau Bog - Das Zehlauer Moor

Das Feuchtgebiet des Zehlauer Moors war das einzige wachsende Hochmoor Deutschlands und wurde bereits 1901 unter Naturschutz gestellt. Die schweren Tonböden in der leicht gewellten Landschaft führten zur Entwicklung von Bruchwäldern und Mooren, die stauende Nässe in den Niederungen dürfte der Beginn für das Wachstum der Hochmoore gewesen sein. Das Zehlauer Moor ist dabei ein Versumpfungsmoor, kein Verlandungsmoor, das sich von einem Waldflachmoor allmählich zu einem Hochmoor entwickelt hat.[1]

Im Norden fließt der Frisching (Prochladnaja) hindurch, im Osten und Westen ist das Moor von einem Forstgürtel umgeben. Das Naturschutzgebiet ist 23 qkm groß, umfasst 725 Mio Kubikmeter Moor und 18 Mio. Liter Wasser, und erhebt sich 8,60 m über die Umgebung. Es besteht vorwiegend aus Torfmoos, das im Sommer nicht stark genug ist, einen Menschen zu tragen. Der Untergrund ist roter Lehm auf einer Mergelschicht. Es gab lediglich geringen Bewuchs von langsam wachsenden „Kusselfichten“ und niedrigen Birken. Eingesprengt sind „Kolke“, ca. 6 m tiefe Wasserflächen, am Rand von Binsen umstanden.

Zum Ende des 2. Weltkriegs ließen sich im Zehlau-Bruch sowjetische Partisanen nieder, die mit Fallschirmen abgesetzt worden waren. Als man gegen sie vorging, wurde ein Waldarbeiter getötet und der Forstmeister verwundet.[2]

Nach dem 2. Weltkrieg wurde um das Zehlau-Moor herum ein Truppenübungsplatz angelegt und bis 1997 als solcher genutzt. Heute hat sich ein Hochwaldgürtel um das Moor herum gebildet mit so dichtem Unterholz, dass der Zugang zum Moor weitgehend versperrt wird. Es gibt keine öffentlich ausgewiesenen Wanderwege und eine Begehung ist allenfalls mit privater ortskundiger Führung anzuraten, und das auf eigene Gefahr. Außerdem befinden sich in dem militärischen Übungsgelände wohl noch gefährliche Minen.

Offenbar gibt es Aktivitäten, im Bereich des Moors Erdöl zu finden, wozu Caterpillar-Fahrzeuge eingesetzt werden, die Schneisen der Ödnis hervorrufen. Überhaupt ist die Vegetation stellenweise ziemlich herunter getrampelt.

Im Süden und Südwesten des Moores gibt es die schwersten Böden in Ostpreußen.



[1] Heimatbuch des Kreises Wehlau, S. 24

[2] Heimatbrief Wehlau, Nr: 36, S. 46

 
 
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