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Osokino – Groß Waldeck/Patollen

Ausgangspunkt für die Besiedlung des Ortes am Groß Waldecker Mühlenfließ war vermutlich das prußisch-natangische Stammesheiligtum „Romowe“, das der Orden im Zuge der Christianisierung der Götzengläubigen mit dem ersten und einzigen Kloster des Kreises überbaute. Dieses Eremiten-Kloster „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ des Bettelmönchordens der Augustiner erhielt den Namen Patollen, wahrscheinlich benannt nach dem prußischen Edlen Patolle oder Patulle, der hier seinen Sitz hatte. Das Kloster wurde von dem Augustinermönch Peter Nagel im Jahr 1400 gegründet und die Klostergebäude bis 1408 errichtet.

Neben etlichen Schenkungen, die das Kloster u. a. auch von benachbarten Söldnerführern erhielt, wurde ihnen die Seelsorge für die Gemeinden Abschwangen und Almenhausen übertragen. Die kleine Klosterkirche in Patollen ging nach der Reformation ein. Die neuen Gutsherren erhielten das Patronat über die zuvor von den Mönchen betreuten Kirchen in Almenhausen und Abschwangen.

Nach der Reformation kam das Klostervermögen in den Besitz der Landesherrschaft und Herzog Albrecht verlieh die Ländereien am 26. 1. 1526 seinem Vertrauten, dem Rat Heinrich Freiherr von Kittlitz, „für seine vielfältigen treuen Dienste“ und seitdem hieß das Gut „Groß Waldeck“. Aus einem ordenszeitlichen Klostergebäude entstand das erste Gutshaus.

Die Familie von Kittlitz war hier im Mannesstamm ansässig bis 1776. Unter der dann erbenden Tochter Carolina Augusta von Zastrow geriet der Besitz 1801 zur Zwangsversteigerung. Nach Zwischenstationen erwarb 1823 Heinrich Maul, Verwalter seines Waldecker Gutsherrn, das Anwesen. Dessen Sohn August, ein offensichtlich guter Landwirt, errichtete 1849/50 das Gutshaus, das hier bis 1945 stand. Die erbende Tochter Elisabeth von August Maul heiratete Ernst von Stutterheim-Dothen. Deren Sohn Werner wurde mit dem Gutstreck auf der Flucht in Pommern von der Roten Armee überrollt und starb 71jährig auf dem erzwungenen Rückmarsch in die Heimat.

Der Platz des Klosterkomplexes ist überwuchert und von der Wildnis zurückgeholt. Vom Gutshaus und der einstigen Bebauung zeugen allenfalls noch ebenerdige Steinhaufen.

 
 
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