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Max von Schenkendorf

Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried (Max) von Schenkendorf, der „Sänger der Befreiungskriege“, wurde in Tilsit am 11. 12. 1783 im Haus Hohe Straße 39 geboren. Er starb als Regierungsrat in Koblenz am 11. 12. 1817, seinem 34. Geburtstag. Sein neumärkischer Vater war Leutnant, Salzfaktor und Gutsbesitzer und führte später den Titel eines Kriegsrats. Er widmete sich vor allen Dingen der Landwirtschaft. Seine Mutter war die Königsberger Pfarrerstochter Charlotte Karrius. Aufgewachsen ist Schenkendorf auf dem Gut Leukonischken, das der Großvater hinterlassen hatte. Seit er Schillers Wallenstein gelesen hatte, nannte er sich Max.

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Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried (Max) von Schenkendorf, der „Sänger der Befreiungskriege“, wurde in Tilsit am 11. 12. 1783 im Haus Hohe Straße 39 geboren. Er starb als Regierungsrat in Koblenz am 11. 12. 1817, seinem 34. Geburtstag. Sein neumärkischer Vater war Leutnant, Salzfaktor und Gutsbesitzer und führte später den Titel eines Kriegsrats. Er widmete sich vor allen Dingen der Landwirtschaft. Seine Mutter war die Königsberger Pfarrerstochter Charlotte Karrius. Aufgewachsen ist Schenkendorf auf dem Gut Leukonischken, das der Großvater hinterlassen hatte. Seit er Schillers Wallenstein gelesen hatte, nannte er sich Max.[1]

In Königsberg studierte er ab 1798 Jura. An persönliche Freiheit nicht gewühnt, schlug er über die Stränge und wurde deshalb auf Betreiben der Eltern zwecks Besserung einer strengen Erziehung beim Pfarrer von Schmauch (Kreis Preußisch Holland) unterzogen. Hier lässt sich die Quelle seiner ersten Kontakte mit der Romantik und mit Schleiermacher, Schlegel und Novalis finden. Nach zwei Jahren ermöglichte ihm die Mutter die Fortsetzung seines Studiums in Königsberg. Schon während dieser Zeit unternahm er Reisen durch Ostpreußen, u. a. auch zur Marienburg.

Als Voraussetzung für das Referendarexamen musste er ein einjähriges Praktikum als Landwirtnachweisen. Dieses absolvierte er bei Amtsrat Werner in Waldau und dort lernte er die Königsberger Witwe Barclay kennen, die er 1812 in Karlsruhe heiratete. Er verfasste 1803 einen Aufmerksamkeit erregenden Aufruf in der „Berlinischen Zeitung“, in dem er die preußischen Behörden an die Restaurierung der verwahrlosten Teile der Marienburg erinnerte, abschließend mit einem Gedicht:

Auf der Nogat grüner Wiesen
steht ein Schloss im Preußenland.
das die frommen deutschen Riesen
einst Marienburg genannt.
Ach, die Ritter sind gefallen,
ihre Tempel sind entweiht,
abgebrochen ihre Hallen,...

Sein Aufruf trug dazu bei, dass König Friedrich Wilhelm III. 1804 die Erhaltung der Burg befahl.

Noch vor 1813 war er in ein Pistolenduell verwickelt, von dem er eine Lähmung seines rechten Armes zurückbehielt. Dessen ungeachtet nahm er in einem Kürassier-Regiment an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil, ebenso an der Völkerschlacht bei Leipzig. In dieser Zeit verfasste er viele patriotische Gedichte und leicht singbare Lieder mit nationalem Pathos, die sehr populär wurden und den Soldaten einen starken moralischen Rückhalt im nationalen Kampf gegen die Franzosen gaben. Am bekanntesten wurde die Hymne „Freiheit, die ich meine“, populär wurde aber auch „Auf zum munteren Jagen“.

Durch Vermittlung des Freiherrn von und zum Stein erhielt Schenkendorf nach der Schlacht bei Leipzig eine Anstellung als Regierungsrat in Frankfurt/Main, danach in Koblenz. Am Sterbegedenktag im Jahr 1861 enthüllte man in Koblenz eine Bronzebüste in den Anlagen am Rheinufer oberhalb der Stadt. Das Tilsiter Denkmal von 1890 auf dem Schenkendorfplatz, geschaffen von dem Bildhauer Engelke, wurde zum Ende des 2. Weltkriegs aus Tilsit verlagert und ist verschollen. Aber an seinem Geburtshaus brachte man eine Gedenktafel in deutscher und russischer Sprache an.


[1] Dagmar Eulitz, Max von Schenkendorf, Tilsiter Rundbrief, Weihnachten 2012, S. 134 f

Max von Schenkendorf (Wikipedia)
 
 
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