Deutsch Polnisch Russisch 
 

Der Vorort Göttkendorf

Der Vorort Gutkowo – Göttkendorf, der ursprünglich als Dorf selbständig war, erhielt seine Handfeste am 14. 8. 1352. Lokator war der Pruße Godeken, nach dem das Dorf 1417 offiziell benannt wurde. Dieser Name wurde im Laufe der Zeit zu Göttkendorf.

1807 zogen die Franzosen bei der Eroberung Preußens auch durch Göttkendorf und Napoleon soll hier in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar biwakiert haben.

Mehr lesen

Der Vorort Gutkowo – Göttkendorf, der ursprünglich als Dorf selbständig war, erhielt seine Handfeste am 14. 8. 1352. Lokator war der Pruße Godeken, nach dem das Dorf 1417 offiziell benannt wurde. Dieser Name wurde im Laufe der Zeit zu Göttkendorf.

1807 zogen die Franzosen bei der Eroberung Preußens auch durch Göttkendorf und Napoleon soll hier in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar biwakiert haben.

Im Jahr 1855 wurde Göttkendorf von einer Choleraepidemie heimgesucht.

Am 21. Januar 1945 besetzte die Rote Armee das Dorf. Viele Mädchen und Frauen wurden vergewaltigt, etliche Bewohner ermordet. Im Sterbebuch hat Pfarrer Hubert Krebs 31 Namen von Opfern aus dieser Zeit vermerkt.

1977 wurde Göttkendorf nach Allenstein eingemeindet.

Die Kirche St. Laurentius aus der Ordenszeit, gebaut im letzten Drittel des 14. Jhs., wurde nach Zerstörung und Wiederaufbau am 26. 4. 1500 von Weihbischof Wilde erneut konsekriert. Sie diente in erster Linie der Seelsorge für die Aussätzigen, die sich nicht im Stadtgebiet von Allenstein aufhalten durften. An der Südwand gibt es noch einen Teil des Fensters, durch das man den Unglücklichen damals die hl. Kommunion reichte.

Für 1565 ist überliefert, dass an jedem 2. Sonntag im Monat und an Feiertagen polnisch gepredigtwurde, denn zur Zeit des Reiterkriegs kamen um 1517/18 etliche polnische Zuwanderer in die Gegend von Göttkendorf.

Unter Bischof Krementz wurde Göttkendorf am 7. 3. 1871 zu einer selbstständigen Gemeinde gemacht. Erster Pfarrer war Ignaz Olschewski.

Am 5. 1. 1957 übernahmen Geistliche des Salesjanerordens die Pfarrei von Göttkendorf.

Der Unterbau des Turms mit Resten eines Tonfrieses auf seiner Nordseite, der Ähnlichkeiten mit einem Fries aus Frauenbrüsten und Palmetten in der Kirche von Wormditt aufweist, stammt aus dem Ende des 14. Jhs. Darüber erhebt sich eine Holzkonstruktion. Wetterfahne von 1778 mit dem hl. Laurentius. Innen Flachdecke.

1974 baute man einen alten Speicher in ein zweistöckiges Pfarrhaus um.

Ausstattung:

    • Hochaltar aus der Werkstatt von Christian Bernhard Schmidt aus Rößel um 1780, 1991 - 1993 restauriert
    • ein rechter Seitenaltar, dem hl. Andreas geweiht, entstand am Ende des 17. Jhs. wahrscheinlich in Königsberg
    • der linke Seitenaltar wurde in der Zeit 1710 – 1720 nach dem Vorbild des rechten Altars gebaut, wobei einer der Seitenaltäre, vermutlich der ältere, aus der Kirche St. Jakob in Allenstein stammt; nach einer anderen Quelle aus der Heiligkreuzkirche. Beide Altäre zählen zu den ältesten Barockkunstwerken in Allenstein
    • Kanzel vom Ende des 17. Jhs. oder aus dem 18. Jh., in jüngerer Zeit restauriert
    • das Orgelgehäuse ist ein Schnitzwerk aus der Übergangszeit vom Barock zum Rokoko
    • eine Skulptur der Immaculata entstand im 17. Jh. und befindet sich in einer Nische in der Nordwand in der Nähe der Tür zur Sakristei. Sie wurde 1998 gründlich restauriert
    • ein Barockbeichtstuhl entstammt dem 17. Jh.
    • Weihwasserbecken aus Granit in der Turmhalle aus dem 15. Jh., wenn noch vorhanden; ein Steinweihkessel ebendort wurde 1783 angefertigt
    • Glocke von 1636, gegossen in Elbing von Michael Dormann. Zwei größere Glocken wurden im 2. Weltkrieg abgenommen, um der Kriegswirtschaft zugeführt zu werden

Am Prozessionsweg auf der Nordseite der Kirche hat man einige kunstvoll geschmiedete Kreuze aufgestellt, die früher zu den hier befindlichen Gräbern gehörten. Ein Denkmal ist den Gefallenen des 1. Weltkriegs gewidmet. Auf der rechten Seite der Straße am See in Richtung Allenstein steht ein hohes Kreuz, das 1855 von Josef Biermanski als Dank für die überstandene Choleraepidemie gestiftet worden war. 1

Die Gedenkschrift am Gefallenendenkmal ist beschädigt, aber die Aufstellung mit den Namen der Gefallenen ist gut lesbar. Sie lautet – abgeschrieben von Mikolaj Jarosz im Jahr 2004:


Dienstgrad

Name

Vorname

Todesdatum

Musket.

BARWINSKI

F.

23.VIII.1917

E.Res.

BEHRING

A.

10.X.1918

Musket.

BIALLECK

F.

9.VIII.1915

Landst.

BIERMANN

V.

23.III.1918

E.Res.

BIERNATOWSKI

P.

6.I.1918

Matr.

BLACK

A.

26.XII.1916

Musket.

BLEKS

J.

6.I.1917

Wehrm.

BORCHERT

R.

14.IX.1917

Wehrm.

BOROWSKI

A.

22.XI.1914

Gefr.

CHLOSTA

F.

1.VIII.1915

Schutze

CZENNA

A.

21.IV.1916

E.Res.

DEMUTH

E.

12.XI.1914

G.Gren.

ELBING

A.

10.XII.1917

Schutze

FAHL

A.

26.IX.1918

Landst.

GAJEWSKI

J.

15.V.1917

Musket.

GANSWINDT

A.

12.XII.1915

Musket.

GAYEWSKI

E.

27.II.1915

Musket.

HAHN

B.

2.X.1916

Grenad.

HEINRICH

J.

27.XI.1914

Grenad.

HERMANSKI

E.

23.III.1918

E.Res.

JATZKOWSKI

F.

4.XI.1918

Musket.

KALINOWSKI

J.

25.VII.1917

Gefr.

KONIGSMANN

P.

17.X.1916

E.Res.

KOSTRZEWA

E.

3.IX.1918

Resw.

KRASKI

F.

28.XI.1915

E.Res.

KUCZINSKI

F.

5.V.1917

Landst.

KUPCZICK

R.

19.V.1916

Musket.

LINOWSKI

E.

5.IV.1917

Pionier

LINOWSKI

J.

6.VI.1918

E.Res.

LORRA

J.

23.III.1918

Grenad.

MAHSLOWKI

P.

21.VII.1916

Musket.

MAHSLOWSKI

F.

30.IX.1915

E.Res.

MAHSLOWSKI

V.

18.XI.1917

E.Res.

MICHALSKI

E.

11.XII.1914

Musket.

MICHUTZ

J.

2.VIII.1915

Drag.

MOSER

A.

14.VIII.1914

Uffz.

NAME

J.

18.X.1916

E.Res.

NICKEL

F.

19.XI.1915

V.Feldw.Dr.

PACKMOHR

A.

13.XI.1914

Musket.

PACKMOHR

F.

18.IX.1915

Kan.

PFEIFFER

A.

20.X.1918

Gefr.

PIECZEWSKI

A.

15.X.1918

E.Res.

PIECZEWSKI

V.

28.X.1916

Uffz.

PIECZEWSKI

A.

23.VIII.1914

G.Gren.

PIECZEWSKI

A.

28.III.1915

Wehrm.

PIECZKOWSKI

R.

2.VIII.1918

E.Res.

REISENBERG

E.

9.VII.1917

Gefr.

RIEMER

A.

22.XI.1917

Resw.

SBICK

A.

4.III.1915

E.Res.

SCHIWECK

E.

27.VIII.1915

Uffz.

SEIDEL

R.

24.V.1916

Kan.

SENDROWSKI

J.

27.III.1915

Uffz.

SPIWACK

J.

14.II.1915

Musket.

STEFFEN

J.

10.I.1916

Grenad.

TYCZACK

J.

23.VIII.1917

Landst.

URBAN

J.

21.XI.1918

E.Res.

WAGNER

J.

15.IX.1918

Musket.

ZIELINSKI

B.

23.VIII.1916

Musket.

ZIELINSKI

P.

15.VII.1917

Musket.

ZIEMSKI

P.

19.VII.1915

Musket.

ZIEMSKI

A.

4.V.1918

Als Frau Marianne Hattig 2010 erneut in Göttkendorf war, stieß sie auf Fotografien vom Ausflugslokal ihres Ururgroßvaters Königsmann, die sie uns feundlicherweise zur Verfügung stellte.[3] (siehe unter Bildern)

1 Viele Informationen von Marianne Hattig, die sie ihrerseits von einem mit den Dingen vertrauten Bewohner erhalten hat – Zuschrift vom 18. 6. 2009
2 Marianne Hattig, 18. 6. 2009
[3] Marianne Hattig, 29. 8. 2012

Seite 1 von 2
 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren