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Rzevskoe - Linkuhnen

In der Nähe von Linkuhnen, auf einem Höhenzug, einer Geländeschwelle nahe dem Gut Linkuhnen unweit der Memel, gab es ein bekanntes Gräberfeld aus der Zeit von Christi Geburt bis zur Ankunft des Deutschen Ordens. Es liegt innerhalb des Ortes etwa 100 Meter nördlich der Straße nach Tilsit. Reich waren hier die Funde von Grabbeigaben, insbesondere viele Schwerter der Schmiede Ulfberht, die sich irgendwo am Niederrhein befunden haben müsste. Man fand hier mehr, als man im übrigen Deutschland je finden konnte und hielt Linkuhnen als eine der wichtigsten Fundstätten der vorgeschichtlichen Zeit, deren Untersuchung in einem Atemzug mit Haithabu, Wollin und Wiskiauten genannt wurde. Zwischen 1928 und 1939 wurden hier etwa 400 - 500 Brand- und Körpergräber untersucht. Auffällig war, dass Gräber aus verschiedenen geschichtlichen Perioden übereinander lagen, wobei die untersten Gräber der jüngeren Völkerwanderungszeit zuzuordnen sind. Den Männergräbern waren oft eiserne Schwerter und Lanzenspitzen, Bronzeschmuck, Steigbügel, Trensen und Sporen, jedoch keine Pferde wie im Samland, beigegeben, den Frauengräbern Fingerspiralröhren und Armringe, Halsringe, Brustkettengehänge, Gürtelschnallen, Fibeln und Spinngeräte etc.

Die damaligen Grabungen in Linkuhnen stießen in Fachkreisen auf große Aufmerksamkeit, doch mit dem Beginn des 2. Weltkriegs wurden die Forschungen in Linkuhnen eingestellt. Lange war man davon überzeugt, dass die Vorkriegserkenntnisse total verloren gegangen sind, zumal wenig publiziert worden war. Das änderte sich schlagartig, als das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin wesentliche gerettete Reste der zum Kriegsende verlagerten Gegenstände aus der Königsberger Prussiasammlung vereinnahmen konnte. Der Fundort Linkuhnen gehörte zu den ersten Untersuchungsbereichen, die jetzt systematisch durchforscht werden konnten.[2]

Im Feld Linkone wurde schon 1309 Land verliehen. 1565 wurde der Hof Linkön begründet. Die dortigen Zinsbauern waren alle Jäger. Das Gut Adlig Linkuhnen, im Ursprung eine Domäne, verkauften die Erben des Leutnants Friedrich August Dressler für 315.000 RM an die Tilsiter Kaufleute Gustav Sachse sowie Adolph und August Engelke. Die siedelten das Land auf. Das Restgut von 83 ha mit dem Gutshaus gehörte in letzter deutscher Zeit der Familie Sakals.[1]

Zum Ende des 2. Weltkriegs ereignete sich in Linkuhnen in der Nacht zum 10. Oktober 1944 ein schwerer Unfall. 10 Waggons mit Sprengstoff waren auf dem hiesigen Tanklager abgestellt worden, als eine russische Bombe dieses Ziel fand. Es gab eine riesige Detonation, die einen Krater von 20 Metern Breite und 10 Metern Tiefe hinterließ und viele Häuser des Ortes zerstörte.

Neben Linkuhnen und Linkuhnen Bahnhof gab es die nahe liegenden Ortschaften Neu-, Adlig- und Köllm. Linkuhnen. Irgendwo dort haben 2013/14 die deutsche Firma I.C. Ember und ihre russische Tochterfirma „Ember Agro" eine landwirtschaftliche Betriebsfläche von 8.200 Hektar erworben, Näheres ist noch nicht bekannt. Vielleicht sollen dort Milchkühe Milch für die Molkerei in Tislit produzieren

[1] Der Kreis Elchniederung gestern und heute, Kreisgemeinschaft Elchniederung 2006, S. 27
[2] Norbert Goßler, Christoph Jahn „Wikinger und Balten an der Memel. Die Ausgrabungen des frühgeschichtlichen Gräberfeldes von Linkuhnen in Ostpreußen 1928 – 1939“, Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete, Band 16

Linkuhnen Meßtischblatt 1928
Gutshaus Adlig Linkuhnen vor dem Krieg (Kreis Elchniederung 2006)
 
 
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