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Pogranicznyj - Hermsdorf

Am 1. August 1337 stellte der Komtur von Balga, Heinrich von Muro oder Heinrich von der Mauer, dem Lokator Hermann die Handfeste für das neu zu begründende Dorf Hermannsdorf aus. Aus dem anfänglichen Namen wurde im Laufe der Zeit der Name Hermsdorf. Das Dorf war von Anfang an als Kirchdorf konzipiert. Man lebte hier von Ackerbau und Viehzucht, betrieb etwas Spinnerei. Es gab einen Krug, eine Wassermühle und eine Schmiede. Außerdem verfügte das Dorf über eine Schule. In der werden heute immer noch die unteren Jahrgänge unterrichtet, eine Zeit lang gab es sogar Deutschunterricht. Die älteren Jahrgänge fahren zur Schule nach Zinten.[1]

Immerhin erhielt der Ort noch 1938 einen Eisenbahnanschluss im Zuge der Schienenstrecke Heiligenbeil - Zinten.[2] Hermsdorfs über Jahrhunderte gewachsene alte Bausubstanz ist bis auf wenige Häuser nicht erhalten geblieben. Dafür gibt es etliche russische Neubauten.

Die Kirche hatte die Kriegshandlungen weitgehend überstanden und diente danach als Lagerhalle. Mangelnde Pflege führte jedoch zum Verfall. In den 1970er Jahren hat man das Gotteshaus dem Erdboden gleich gemacht und nur das Turmfundament übrig gelassen.

Kurz nach der Wende kamen 10 rußlanddeutsche Familien aus Kasachstan hierher, sind inzwischen aber in die Bundesrepublik weitergereist. Sie sorgten immerhin dafür, dass der 1937 aufgestellte Gedenkstein zum 600jährigen Bestehen des Ortes samt Inschrift im Dorfzentrum wieder aufgestellt wurde. Ein Bewohner des Dorfes, Valentin Bubnow, hat ihn im Wald gefunden und ins Dorf geschleppt. Das deutsche Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs steht noch an der Hauptstrasse. Im Dorfzentrum wurde eine deutsche Heimatstube eingerichtet, zu der die Kreisgemeinschaft Fotos, Pläne und Bücher beisteuerte.[3]

Valentin Bubnow hatte auch eine Art Freilichtmuseum eingerichtet mit Dingen, die an die deutsche Vergangenheit erinnern: militärische Gegenstände wie Stahlhelme, Gewehre, Hakenkreuze, ein MG, Bierflaschen aus der Brauerei Ponarth. Höhepunkte der Sammlung waren die Taufsteine der Kirchen in Bladiau und Zinten. Leider musste er aus Geldnot seine Sammlung verkaufen.[4]


[1] Heimatblatt der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil, Mai 2012, S. 164
[2] Dr. Siegfried Pelz, Sie sind freie und unabhängige Bauern, Oprbl. Nr. 38/87, S. 12
[3] Heimatblatt der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil, Mai 2012, S. 164
[4] Heimatblatt der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil, Mai 2012, S. 164

 
 
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