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Der Bauernaufstand von Kaymen

In der Bauernschaft breitete sich zu Beginn des 16. Jhs. zunehmend Unmut aus. Dieser bezog sich auf steigende Scharwerksbeanspruchung oder z. B. auf unangemessen häufigen Einsatz bei Jagden während der Erntezeit. Insbesondere der Kämmerer von Kaymen, Andreas von Rippe, war bei den Bauern höchst unbeliebt, weil er durch umfangreichen Scharwerkseinsatz auf wüsten Bauernhufen seinen persönlichen Wohlstand vermehrte und noch dazu eine unangenehme Persönlichkeit gewesen sein soll.

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In der Bauernschaft breitete sich zu Beginn des 16. Jhs. zunehmend Unmut aus. Dieser bezog sich auf steigende Scharwerksbeanspruchung oder z. B. auf unangemessen häufigen Einsatz bei Jagden während der Erntezeit. Insbesondere der Kämmerer von Kaymen, Andreas von Rippe, war bei den Bauern höchst unbeliebt, weil er durch umfangreichen Scharwerkseinsatz auf wüsten Bauernhufen seinen persönlichen Wohlstand vermehrte und noch dazu eine unangenehme Persönlichkeit gewesen sein soll.

Als während der Umbruchphase der Reformationszeit einige der unzufriedene Bauern glaubten, mehr Rechte erlangen zu können und enttäuscht reagierten, als sie diese nicht erhielten, sicher auch beflügelt wurden vom 1524 aufflammenden Bauernkrieg in Thüringen, versammelte der wortgewandte Müller der Mühle von Caymen/Kaymen, Kaspar, in der Nacht zum 3. 9. 1525 einige hundert Bauern der Umgebung an einem Kreuz zwischen Burg und Kirche und machte sich zu ihrem Führer.

Der Haufen zog noch vor Tagesanbruch zur Burg Kaymen und nahm den verhassten Amtmann Andreas von Rippe, den fürchterlichen Leuteschinder, gefangen und plünderten die Burg. Dann zogen sie zur Kirche, vereinnahmten den Pfarrer von Caymen, Paul Sommer, und danach Pfarrer Valentin in Legitten, und marschierten weiter nach Labiau, wohin sich die anderen Gutsbesitzer der Gegend geflüchtet hatten. Auch wenn die Aufständischen die Burg Labiau oder die von Tapiau nicht einnehmen konnten, vereinbarte man nach einer Zusammenkunft der Aufständischen in Alkehnen am 8. September einenWaffenstillstand mit der aufschiebenden Bedingung, Herzog Albrecht möge nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Schlesien Recht sprechen

Herzog Albrecht lud einige Wochen später die Bauern auf das Feld bei Lauth und 4000 kamen. Hier machte der Herzog kurzen Prozess. Er umzingelte die Bauern mit seiner Streitmacht, entwaffnete sie,richtete 3 Rädelsführer sofort und 11 später hin, nahm insgesamt 87 weitere gefangen und ließ den Rest einen Treueid schwören und zu einer gehörigen Geldstrafe verurteilen. Der Müller von Caymen wurde ebenfalls enthauptet, sein Kopf zu Abschreckung auf einer langen Stange aufgespießt und zur Schau gestellt. Um 1900 fand man bei Bauarbeiten auf dem Münzplatz in Königsberg Skelette, bei denen der Schädel zwischen den Füßen lag und brachte sie mit dem Bauernaufstand in Verbindung. Jedenfalls war der Bauernaufstand beendet.

Als Reaktion auf den Aufstand fielen dien Bauern in der nachfolgenden Zeit in schlimmere Knechtschaft als zuvor. Die in den Handfesten verbrieften Rechte galten nicht mehr viel und mit der üblen Methode des Bauernlegens brachten sich die Großgrundbesitzer in den Besitz vieler Freien.

Der Schulmeister von Kaimen, Albertus, entging nur knapp dem Schafott. Er hatte für die aufständischen Bauern einen Brief an den Magistrat von Kneiphof geschrieben, in dem er die Vertreibung der Gutsherren verteidigte, und geriet dadurch in Verdacht, zu den Aufständischen zu zählen. Der Schlossprediger Nikolaus v. Colditz konnte die Todesstrafe gerade eben noch verhindern.

 
 
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