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Das Tilsiter Realgymnasium

Als die Stadtverordneten von Tilsit im 19. Jh. darum bemüht waren, an dem bestehenden Gymnasium den Unterricht der Altsprachen Griechisch und Latein um die Naturwissenschaften und neuere Sprachen zu ergänzen, richtete man eine höhere Bürgerschule zur Hebung des Gewerbes und des Handels ein, die am 30. Oktober 1839 eingeweiht wurde. Steigende Schülerzahlen machten sehr bald ein größeres Schulgebäude erforderlich, das 1850 bezogen werden konnte. Durch das außerordentliche Engagement des Lehrpersonals stieg die Bedeutung der Schule mit dem Ergebnis, dass sie 1860 zur Realschule 1. Ordnung zugelassen wurde. Damit stiegen die Lehrergehälter, aber auch das Schulgeld. 1875 machte Hermann Sudermann auf dieser Schule sein Abitur und durfte die Abschiedsrede auf der feierlichen Entlassungsfeier halten.

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Als die Stadtverordneten von Tilsit im 19. Jh. darum bemüht waren, an dem bestehenden Gymnasium den Unterricht der Altsprachen Griechisch und Latein um die Naturwissenschaften und neuere Sprachen zu ergänzen, richtete man eine höhere Bürgerschule zur Hebung des Gewerbes und des Handels ein, die am 30. Oktober 1839 eingeweiht wurde. Steigende Schülerzahlen machten sehr bald ein größeres Schulgebäude erforderlich, das 1850 bezogen werden konnte. Durch das außerordentliche Engagement des Lehrpersonals stieg die Bedeutung der Schule mit dem Ergebnis, dass sie 1860 zur Realschule 1. Ordnung zugelassen wurde. Damit stiegen die Lehrergehälter, aber auch das Schulgeld. 1875 machte Hermann Sudermann auf dieser Schule sein Abitur und durfte die Abschiedsrede auf der feierlichen Entlassungsfeier halten.

Aus der Realschule 1. Ordnung wurde 1882 ein Realgymnasium, womit eine weitere Qualifizierung der Lehrpläne einherging. Wachsende Schülerzahlen führten erneut zum Bau eines größeren Schulgebäudes. Dieses entstand 1911 – 1913 über dem Südufer des Schlossmühlenteichs. Während dieser Bauzeit erfolgte die Umwandlung der Schule in ein Reform-Realgymnasium. In diesem Zusammenhang wurden eine Sexta und eine Quinta eingerichtet. Erste Fremdsprache war Französisch. 1932 unterrichteten etwa 31 Lehrer 610 Schüler.

Im Jahr 1937 erhielt das Gymnasium die Bezeichnung „Oberschule für Jungen zu Tilsit“. Es gab hinfort einen sprachlichen und einen mathematischen Zug, wobei man die Schuljahre auf 8 begrenzte. Nachdem der 2. Weltkrieg begonnen hatte, wurde die Turnhalle zum Getreidelager umfunktioniert. Im März 1943 feierte man das Jubiläumsabitur, denn vor genau 100 Jahren hatte der erste Abiturient die Lehranstalt verlassen. Doch das Ende der Schule kam bald. Am 4. Februar 1944 wurde die Reifeprüfung für die letzen drei Primaner abgelegt und im selben Jahr die Schule für immer geschlossen. Im August 1944 traf eine Granate das Dach des Schulgebäudes und setzte es in Brand.

Nach dem Krieg konnte das Schulgebäude aber wieder instand gesetzt werden. Zu sowjetischer Zeit diente das Haus als Militärhospital der Armee, und das ist es wohl auch noch heutzutage.

Eine ausführliche Dokumentation des Tilsiter Realgymnasiums wurde 1999 von der Stadtgemeinschaft Tilsit e. V. heraus gegeben.

 
 
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