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Geschichte und Familie des Gutsbesitzers Goertz

Der Mennonit Paul Gerhard Goertz (20.7.1887 – 5. 5. 1945) wurde in Tannenrode, Kreis Graudenz, geboren. Er besuchte die Realschule in Graudenz, studierte danach ein Semester Landwirtschaft in Berlin und erwarb 1911 das Gut Schwetz im Kreis Graudenz. Da ein großer Teil Westpreußens zum Ende des 1. Weltkriegs unter polnische Herrschaft gelangte und er sich dort nicht einordnen wollte, verlegte er seine Aktivitäten nach Ostpreußen mit den Kreisen Westpreußens, die für Deutschland votieren durften. Das Gut in Schwetz gab er in die Obhut eines Verwalters.

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Der Mennonit Paul Gerhard Goertz (20.7.1887 – 5. 5. 1945) wurde in Tannenrode, Kreis Graudenz, geboren. Er besuchte die Realschule in Graudenz, studierte danach ein Semester Landwirtschaft in Berlin und erwarb 1911 das Gut Schwetz im Kreis Graudenz. Da ein großer Teil Westpreußens zum Ende des 1. Weltkriegs unter polnische Herrschaft gelangte und er sich dort nicht einordnen wollte, verlegte er seine Aktivitäten nach Ostpreußen mit den Kreisen Westpreußens, die für Deutschland votieren durften. Das Gut in Schwetz gab er in die Obhut eines Verwalters. 1918 erwarb er das Rittergut Arnstein im Kreis Heiligenbeil mit den Vorwerken Mühlenhof und Milchbude mit einer landwirtschaftlichen Fläche von 1047 ha, und wurde 1920 Generalbevollmächtigter von Helene von Hindenburg, die ihr Gut Langenau, Kreis Rosenberg, 1920 an der Staat verkaufen musste, der aus dem Gut eine Domäne machte. Diese Domäne pachtete Paul Gerhard Goertz 1922. Von hier aus konnte er im kleinen Grenzverkehr relativ unbürokratisch zu seinem Besitz in Schwetz gelangen.

Im Jahr 1930 erwarb Goertz das Gut Eichmedien mit Vorwerk Sprind im Kreis Sensburg von Friedrich Gisbert Hans Ferdinand von Redecker, das im Februar 1931 durch das Vorwerk Gisbertshof ergänzt wurde. Im Jahr 1930 wurde außerdem Gut Powarben gekauft. Zur Konsolidierung musste 1934 Gut Arnstein veräußert werden und außerdem gab Goertz die Pacht der Domäne Langenau 1933 auf.

Aus der Ehe mit Grete Marie Luise Wadehn (8.11.1890 - 21.10.1941), die am 6.7.1911 in Danzig geschlossen wurde, gingen sechs Kinder hervor: Eva Maria (geb. 1912), Johannes (1914 - 1930),Friedrich (1916 - 7.2.1944), Vera (geb. 1918), Günther (1920 - 11.1.1943) und Otto (1923 - 5.10.1942). Diese Ehe wurde jedoch am 31.3.1925 geschieden. In 2. Ehe heiratete Paul Gerhard Goertz am 16.6.1927 die Memelländerin Margarete Schukat (31.3.1900 - 14.2.1996), mit der er noch einmal vier Kinder hatte: Adalbert (geb. 1928), Ida (geb. 1930), Peter (1934 - 1992) und Johann (geb. 1935). Margarete Goertz erhielt eine umfassende musikalische Ausbildung in Königsberg und Leipzig.

Am 1.9.1939, als die Führer-Rede zum Polenfeldzug angekündigt war, versammelten sich alle Bewohner des Hauses im Jagdzimmer von Powarben - alle schwiegen und einige weinten heimlich. Alle drei Söhne aus 1.Ehe, die sich freiwillig zur Armee gemeldet hatten, fielen im 2. Weltkrieg in Russland: Otto, Günther und Friedrich.

Margarete Goertz mit den Kindern Ida, Peter, Johann, der Schwester Anna Schukat und der Hausdame Elisabeth Frank verließen den Treck noch bevor dieser unter die Russen geriet und konnten über Pillau dem Inferno entkommen. Adalbert Goertz flüchtete als Flakhelfer am 28. 2. 1945 aus Königsberg und gelangte ebenfalls in den Westen. Margarete Goertz wanderte 1959 nach Kanada aus, um ihren Söhnen Peter und Johann nahe zu sein, und Adalbert nahm 1960 seinen Wohnsitz in den USA.

Viele weitere Informationen, z. B. auch eine ausführliche Schilderung der abenteuerlichen Flucht von Margarete Goertz und ihren Kindern aus Powarben und zahlreiche andere Aspekte siehe http://users.foxvalley.net/~goertz

 
 
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