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Geschichte des Bistums Samland

Als Wilhelm von Modena am 29. Juli 1243 das Ordensland Preußen im Auftrag von Papst Innozenz IV. in Bistümer aufteilte, war das Samland noch gar nicht erobert. Ein erster Versuch zur Eroberung des Samlands fand 1252 unter Führung des Christburger Komturs Heinrich Stange statt, scheiterte jedoch bereits in Germau. Die Unterwerfung dieses Landesteils erfolgte dann ab 1254 durch eine Streitmacht Ottokars von Böhmen, hielt aber nur bis zum großen Prußenaufstand 1260. Dem Orden war nunmehr sehr daran gelegen, das Land durch befestigte Stellungen unter Kontrolle zu bringen. Deshalb tauschte er mit dem Bischof von Samland 1264 das Gebiet von Schonewic, das spätere Fischhausen, gegen das Gebiet von Lochstädt, wo es damals vermutlich noch eine Verbindung vom Haff zu Ostsee gab, und errichtete hier eine starke Befestigung. In der Folge entstanden weitere Burgen in Germau, Thierenberg, Medenau und Pobethen.

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Als Wilhelm von Modena am 29. Juli 1243 das Ordensland Preußen im Auftrag von Papst Innozenz IV. in Bistümer aufteilte, war das Samland noch gar nicht erobert. Ein erster Versuch zur Eroberung des Samlands fand 1252 unter Führung des Christburger Komturs Heinrich Stange statt, scheiterte jedoch bereits in Germau. Die Unterwerfung dieses Landesteils erfolgte dann ab 1254 durch eine Streitmacht Ottokars von Böhmen, hielt aber nur bis zum großen Prußenaufstand 1260. Dem Orden war nunmehr sehr daran gelegen, das Land durch befestigte Stellungen unter Kontrolle zu bringen. Deshalb tauschte er mit dem Bischof von Samland 1264 das Gebiet von Schonewic, das spätere Fischhausen, gegen das Gebiet von Lochstädt, wo es damals vermutlich noch eine Verbindung vom Haff zu Ostsee gab, und errichtete hier eine starke Befestigung. In der Folge entstanden weitere Burgen in Germau, Thierenberg, Medenau und Pobethen.

Als ersten Anwärter auf dem Bischofssitz im Samland ernannte der preußische Erzbischof Albert den Ordensbruder Thetwardus, den jedoch der Papst nicht akzeptierte. Daraufhin ernannte der Papst 1252 Johannes von Dist, der dem Minoritenorden angehörte, zum Bischof. Als der als Bischof nach Lübeck überwechselte, folgte im Samland ab 7. 5. 1255 Heinrich von Strittberg, der diesen Sitz bis 1274 innehatte. Er war im Gefolge Ottokars von Böhmen aus Franken nach Preußen gekommen und erwarb sich hier den Ruf besonderer Tatkraft und Umsicht. Allerdings waren die Einkünfte aus dem Bistum zunächst noch höchst bescheiden, so dass Bischof Heinrich 1270 das Bistum gegen Zinszahlung dem Orden übertrug. Er starb spätestens 1274 in Erfurt. Das Bistum verwaiste für einige Jahre.

Von 1276 bis 1295 folgte Kristan von Mühlhausen aus dem Gefolge des Landgrafen von Thüringen als Bischof. Aber auch dessen Anwesenheit in seiner Diözese umfasste wegen der mageren Rendite allenfalls 2 bis 3 Jahre. Trotzdem fällt in seine Regentschaft der Ausbau der Burg in Fischhausen.

Unter Bischof Siegfried von Reynstein oder Reinstein (1296 – 1310) erhielt die Gemeinde am 19. 8. 1305 die Handfeste. Als Stadtwappen gab er Fischhausen einen Schild mit einem goldenen Bischofsstab, gekreuzt mit einem Schwert aus Silber mit goldenem Griff, darunter ein hängender silberner Fisch als Symbol der Fischereigerechtsame.

Auf Siegfried von Reinstein folgte Bischof Johannes I. Clare (1319 – 1344), zuvor Probst des Domkapitals, der zu den bedeutendsten Bischöfen des Samlands zählt. In seiner Zeit nahm der heute noch bestehende Königsberger Dom seine Gestalt an und dort wurde
er auch beigesetzt.

Von den nachfolgenden Bischöfen sind nur wenige Begebenheiten überliefert. Ein besonderer Farbtupfer in der ehrwürdigen Galerie der Bischöfe ist mit Bischof Heinrich von Schauenbergverbunden. Er erklomm noch jung den Thron 1414 durch Protektion seines Onkels von Wallenrodt, Erbbischof von Riga, und lebte auf so großem Fuß, dass er eine riesige Schuldsumme hinterließ, als er bereits nach 2 Jahren der Pest erlag. Das Volk nannte ihn deswegen Hyntze Hempel.

Bischof Nikolaus II. von Schöneck amtierte von 1442 – 1470. In seine Zeit fiel der dreizehnjährige Städtekrieg und er nahm zunächst für den König von Polen Partei. Ein Söldnerheer unter Graf Hans von Gleichen zwang ihn am 13. 5. 1455 jedoch unter die Ordensherrschaft zurück und ab nun diente er dem Hochmeister uneingeschränkt loyal. Zwar hatte seine Residenzstadt Fischhausen besonders stark unter dem Krieg gelitten, weniger jedoch das übrige Samland. Als der Bischof das Zeitliche segnete, hinterließ er ein wieder einigermaßen instand gesetztes Bistum.

Letzter Bischof des Samlands war Georg von Polentz (1477/78 – 1550), Sohn des Meißnischen Hofrichters Jost von Polentz und einem Adelsgeschlecht aus der Gegend von Meißen in Sachsen entstammend. Er studierte Rechtsgeschichte in Bologna, wurde unter Papst Julius II., der von 1503 – 1513 regierte, Geheimschreiber der päpstlichen Kurie in Rom und trat dann in die Kriegsdienste Kaiser Maximilians I. ein. Hier kam er in eine freundschaftliche Beziehung zu Albrecht von Hohenzollern und folgte diesem nach dessen Wahl zum Hochmeister 1511 nach Preußen. Hier trat er in den Orden ein, wurde Hauskomtur in Königsberg und diente dem Hochmeister von 1517 – 1525 vielfach als Gesandter. Als der amtierende Bischof des Samlands Günther von Bünau starb, wählte ihn das Domkapitel 1518 auf Wunsch Albrechts zu dessen Nachfolger, obwohl er weder Ordenspriester noch Theologe war. Als Albrecht von Hohenzollern 1522 – 1525 um Unterstützung werbend durch die deutschen Lande zog, ernannte er Georg von Polentz zum Regenten, der die Regierung führte, den Landtag einberief, Steuern neu festlegte etc. In dieser Zeit bereitete er die Einführung der Reformation in Preußen vor, sagte sich vom Papst los und predigte zu Weihnachten 1523 als erster evangelischer Kirchenfürst der Christenheit das protestantische Glaubensbekenntnis im Dom von Königsberg. 1525, nachdem Albrecht zum Herzog von Preußen gekürt worden war, übergab Georg von Polentz diesem die Herrschaft über den bischöflichen Anteil am Samland – die Vogtei Fischhausen und die Kammerämter Medenau, Thierenberg, Laptau und Powunden – mit der Überzeugung, dass es einem evangelischen Bischof nicht gebühre, solche Herrlichkeit zu besitzen – so eine gängige Interpretation. Dann heiratete er und bezog seinen neuen Wohnsitz auf Burg Balga, den ihm der Herzog als erbliches Lehen zugewiesen hatte.

 
 
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