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Die Gustloff-Katastrophe

Die größte Schiffskatastrophe aller bisherigen Zeiten traf das KdF-Schiff „Wilhelm Gustloff“. Es war 1936/37 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut und am 5. Mai 1937 mit großem Gepränge getauft worden. Hitler selbst hatte den Namen „Wilhelm Gustloff“ festgelegt und Hedwig Gustloff, die Witwe, taufte das Schiff. Es konnte 1.463 Passagiere aufnehmen und wurde von 417 Mann Besatzung betreut. Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs fanden 44 Fahrten statt, die u. a. bis nach Norwegen und nach Madeira führten.

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Die größte Schiffskatastrophe aller bisherigen Zeiten traf das KdF-Schiff „Wilhelm Gustloff“. Es war 1936/37 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut und am 5. Mai 1937 mit großem Gepränge getauft worden. Hitler selbst hatte den Namen „Wilhelm Gustloff“ festgelegt und Hedwig Gustloff, die Witwe, taufte das Schiff. Es konnte 1.463 Passagiere aufnehmen und wurde von 417 Mann Besatzung betreut. Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs fanden 44 Fahrten statt, die u. a. bis nach Norwegen und nach Madeira führten.

Der Namensgeber Wilhelm Gustloff (30. 1. 1895 – 4. 2. 1936) wurde in Schwerin geboren. Ab 1932 war er Landesgruppenleiter der NSDAP in der Schweiz und organisierte dort die Verteilung von antisemitischen Hetzschriften nationalsozialistischer Prägung, bis ihn der jüdische Medizinstudent David Frankfurter erschoss. Das Propagandaministerium machte aus ihrem Funktionär einen Märtyrer und Hitler selbst hielt die Trauerrede.

Das Kreuzfahrtschiff Wilhelm Gustloff wurde bei Kriegsbeginn in ein Lazarettschiff umgewandelt und diente ab Mai 1943 als Kaserne für die U-Boot-Lehrdivision. Als die Aktion zur Rettung der ostdeutschen Flüchtlinge über See begann, machte man die Wilhelm Gustloff zumFlüchtlingstransporter. Sie war für den Transport von 4.000 Personen vorgesehen, doch es wurden 10.500, davon 9.000 Zivilisten, und stach am 30. Januar 1945 in See, nur begleitet von dem Torpedoboot „Löwe“.

Das sowjetische U-Boot S 13 unter seinem Kommandanten Aleksander Marinesko nutzte die fehlende militärische Eskorte und feuerte aus günstiger Position 3 zielgenaue Torpedoschüsse auf das Schiff ab. Mit der Detonation der Torpedos brach an Bord der Wilhelm Gustloff Panik aus. Es herrschte eine Lufttemperatur von – 18 Grad und eine Wassertemperatur von 2 Grad. Die Decks waren vereist, der Strom fiel aus, die Rettungsboote genügten nicht und bei den vorhandenen ließen sich die Seile nicht lösen. Soweit die Menschen überhaupt aus dem Schiffsinneren heraus kamen, rutschten sie mit zunehmender Schlagseite in die See und hier hatten sie nur geringe Überlebenschancen. Trotz sofort mobilisierter Hilfe wurden nur 1.252 Personen gerettet, über 9.000 starben, darunter tausende von Kindern.

Kapitän Alexander Marinesko torpedierte mit seinem U-Boot S 13 am 9. 2. 1945 auch die „General Steuben“, wobei 3.000 – 4.500 Menschen den Tod fanden, und wurde für seine kriegerischen Leistungen 1990 mit dem Titel „Held der Sowjetunion“ geehrt. Am 16. 4. 1945 versenkte U-Boot-Kommandant Wladimir Konwalow das Schiff „Goya“, wobei 4.000 Menschen ertranken. Die Opfer waren überwiegend Flüchtlinge aus Ostpreußen.[1]



[1] Lech Kryszalowicz in Mitteilungsblatt der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren 5/2019, abgedruckt in Osteroder Zeitung, Dezember 2019, S. 43 – 45. Kryszalowicz relativiert die Opfer des Gustloff-Untergangs mit 6.600 – 9.000.

Schiffskatastrophen 1945
 
 
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