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Vororte und Umgebung von Pillau

Nördlich der Durchfahrt von Pillau erstreckte sich bis in die Gegend von Lochstädt eine einst wegen ihrer Lieblichkeit geschätzte Landschaft, auch als „Preußisches Paradies“ bezeichnet. Nachdem 1657 die Waldfläche hier zum Schutz Pillaus gegen die Schweden abgeholzt worden war, entwickelte sich neuer schöner Wald, der jedoch 1914 weitgehend eingeschlagen wurde, um Pillau diesmal vor den Russen zu schützen. Bestände der Rotbuche finden hier ihre europäische Nordgrenze und sind nicht ganz so prächtig, wie man wie man das weiter im Süden oft erlebt. Neben hügeligem Gelände gibt es flache Sandstände.

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Nördlich der Durchfahrt von Pillau erstreckte sich bis in die Gegend von Lochstädt eine einst wegen ihrer Lieblichkeit geschätzte Landschaft, auch als „Preußisches Paradies“ bezeichnet. Nachdem 1657 die Waldfläche hier zum Schutz Pillaus gegen die Schweden abgeholzt worden war, entwickelte sich neuer schöner Wald, der jedoch 1914 weitgehend eingeschlagen wurde, um Pillau diesmal vor den Russen zu schützen. Bestände der Rotbuche finden hier ihre europäische Nordgrenze und sind nicht ganz so prächtig, wie man wie man das weiter im Süden oft erlebt. Neben hügeligem Gelände gibt es flache Sandstände.

In nördlicher Richtung befinden sich Laubwälder, im westlichen Abschnitt der Pilzenwald, östlich derHaffwald. In solcher Gegend gab es Bestrebungen, vor allem des Bernsteinregal-Pächters Carl Douglas, der im Strandbereich sein Gut Alt-Neuhäuser bewohnte, einen Badeort zu begründen, was die staatliche Verwaltung jedoch 1816 mit Blick auf den Schutz des sich gerade entwickelnden Cranz versagte.

Als aber 1865 die Bahnstation eröffnet wurde, zog es wohlhabende Königsberger Kaufleute hierher und die begründeten die Villenkolonie Neuhäuser, heute Metschnikowo. Jene Königsberger Familien wie die der Komerzienräte Ostendorff und E. Radok von der Uniongießerei oder des Inhabers der Waggonfabrik Steinfurt, die den Trubel eines Seebades vermeiden wollten, verbrachten hier ihre Ferien, und auch Vertreter des Hochadels bauten in Neuhäuser ihre Landdomizile.. Es gab ein Kurhaus, eine Strandhalle (1893) und ein Warmbad (1904). Der Badestrand ist flach und ohne Steine, die Luft wurde als besonders angenehm empfunden und es gab im Gegensatz zu Cranz kaum Mücken, und wenn, dann waren es die grünen Haffmücken, die nicht blutgierig sind.

Der um 1900 berühmte baltische Sänger und Gesangspädagoge Raimund von zur Mühlen hielt von 1905 bis 1910 auf dem Gut Alt-Neuhäuser seine Gesangsferienkurse ab, weil ihm die Revolution in der Heimat dazu die Gelegenheit entzogen hatte. In einem Gebäude des Gutes hatte er den Seesaal zum Musiksaal umbauen lassen.[1]

Heute gibt es ein neu gebautes Hotel in Neuhäuser – siehe www.pillau.ru Buchungen beim Pillauer Reisebüro Leninstrasse 32, Baltijsk 238520 Rußland.Tel/Fax (deutsch) 007 909 775 56 89 + 007/401 45 21098. e-mail travelpillau@baltnet.ru

Vom Bahnhof aus führte der Weg nach Neuhäuser am 30 Meter hohen Pfannkuchenberg vorbei, von dem man eine schöne Aussicht auf Neuhäuser und auf die Wasserflächen von Haff und Ostsee hat. Dicht bei Neuhäuser befand sich ein kleiner Rotbuchenbestand. Das war der nördlichste Rotbuchenbestand Ostpreußens. Von hier aus ging die die Buchengrenze scharf südöstlich in Richtung Guttstadt. Nördlich dieser Linie kamen Rotbuchen nur noch in vereinzelten Exemplaren vor.

Kosa – Neutief ist ein Ort auf der Frischen Nehrung südlich von Pillau jenseits des Seekanals, inzwischen zu Pillau eingemeindet. Es gibt nur noch wenige zivile Einwohner. Bis ins 19. Jh. hinein bestand Neutief lediglich aus drei Posthäusern als Teil des Postverkehrs über die Nehrung. Dann entwickelte sich hier ein Fischerdorf, das eine Schule erhielt und eine Station zur Rettung Schiffbrüchiger. Die Hauptstraße verläuft parallel zum Seetief. In den 1930er Jahren wurde in Neutief ein großer Seefliegerhorst eingerichtet. Die Bewohner von Neutief siedelte man um in das DorfKaddighaken.

Von Narmeln auf der Frischen Nehrung (Baltijskaja kossa), etwa 30 Kilometer südlich von Pillau auf ehemals westpreußischem Gebiet gelegen, existiert nur noch ein Wachturm an der Grenze zu Südostpreußen. Die einst propere, aus 12 Häusern bestehende Siedlung wurde während der schwedischen Kriege des 17. Jhs. völlig mit Sand bedeckt. Im 19. Jh. erstand der Ort jedoch neu als Fischerdorf, von dem jetzt aber wohl nichts mehr übrig ist. Eine Schlaglochpiste führt von Neutief dort hin.

Die Nehrung bis Neutief ist praktisch ausschließlich dem russischen Militär zugänglich, das sich hier persönliche Erholungseinrichtungen geschaffen hat.


[1] Bruno Schöttke, Neuhäuser – Künstlerkolonie?, Unser schönes Samland, Sommer 1990, S. 35 f

 
 
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