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Ozerovo - Tranßau

Das Dorf Tranßau, dessen Name sich von der hier einst wohnenden Familie Transde ableitete, erhielt 1332 einen Krug. Eine Schule erhielt der Ort, der über einen umfangreichen Landbesitz verfügte, unter König Friedrich Wilhelm I.

Aus diesem nahe dem Schlachtfeld der Schlacht bei Rudau gelegenen Dorf stammte Dr. Hans Bloech, (28. 3. 1907 - ), dessen Familie seit 1542 hier ansässig war. Er besuchte das Wilhelmsgymnsium in Königsberg, machte eine landwirtschaftliche Lehre bei Benefeldt-Quossen, studierte dann Landwirtschaft in München und promovierte 1932 in Königsberg. Die Bewirtschaftung des elterlichen Gutsbetriebs übernahm er 1937. Dr. Bloech nahm ab 1940 als Hauptmann am Krieg teil und geriet bei Kriegsende in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Juli 1945 entlassen wurde. Seiner Frau gelang mit ihren drei Kindern und den Eltern die Flucht nach Dänemark. Die zurückgebliebenen Gutsarbeiter mussten Schlimmes durchmachen, bevor sie 1948 nach Deutschland ausgewiesen wurden. Dr. Bloech arbeitete ab 1948 als Landwirtschaftslehrer, wurde 1950 als Dozent für Tierzucht an die Höhere Landbauschule Witzenhausen berufen und übernahm ab 1953 zusätzlich die Leitung des Versuchs- und Lehrhofs Gelsterhof bei Witzenhausen. Nach dem Tod von Ulrich von Saint Paul-Jaecknitz übernahm er die Geschäftsführung und den Vorsitz der Ostpreußischen Herdbuchgesellschaft e. V. Königsberg/Insterburg in Köln und veröffentlichte 1974 das Standardwerk „Ostpreußens Rinder und ihre Zuchtstätten“.

Herr Prof. Jürgen Bloech machte folgende Ausführungen zur Flucht aus Ostpreußen:

" Tatsächlich stammt die Familie Bloech aus einem alten Bauerngeschlecht in Tranßau.
Dr. Hans Bloech war jedoch zum Militär eingezogen und hat seit Oktober 1944 seinen Hof nicht wiedergesehen, da er in Frankreich eingesetzt war.

Die russische Front war am 27. Januar 1945 bis auf ca. einen km an Tranßau herangerückt und bei Groß Raum bereits durchgebrochen. Deutsche Soldaten und Flüchtlinge befanden sich überall im Dorf. Die Großeltern Bloech, die Ehefrau von Dr. Hans Bloech mit drei kleinen Kindern und die Dorfbewohner einschließlich der Gutsarbeiter reihten sich bei -18 Grad in den Treck der Flüchtlinge ein. Dabei wurden alle verfügbaren Pferde verwendet.

Der von der Behörde eingesetzte Verwalter hatte sich mit den beiden Kaltblütern bereits einige Tage vorher heimlich aus dem Staub gemacht.

Die Flucht verlief im Verlauf mehrerer Tage über Pobethen, Hubnicken, an Germau vorbei nach Dargen.

Frau Bloech wurde dort von Ihren Schwiegereltern getrennt. Nach weiteren Stationen der Flucht kamen Sie, Ihre Kinder und eine Angestellte in ein Internierungslager hinter Stacheldraht in Dänemark.

Erst im Mai 1947 sah der Vater seine Ehefrau und Kinder in Deutschland wieder."[1]

Die Autobahn Königsberg - Samland sollte mal hier vorbeiführen.


[1] e-mail vom 27. 6. 2015

 
 
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