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Geschichte von Kotelnikovo – Wargen; Druznoe - Mednicken

Auf halbem Weg zwischen dem Galtgarben und Königsberg erhielten bei Wargen 1255 einige Witinge (= dem Orden treue samländische Edle) Land zum Lehen. 1288 wurden etliche Sudauer unter ihrem Führern Gedete oder Joduthe angesiedelt.

Um 1270 entstand auf einer Landzunge das Feste Haus Wargen als Amtshof für einen regionalen Ordensbeamten. Das Haupthaus lag an der Spitze der Landzunge parallel zum Ufer an einer Stelle, auf der später das Pfarrhaus stand. Zur Wurzel der Landzunge hin entstand zum Schutz der östlichen Angriffsseite der Burg eine große viereckige Vorburg, die gleichzeitig Fluchtort für die Bevölkerung der Gegend sein konnte, wenn Gefahr drohte. Auf dem Vorburggelände entstand um 1330 die stattliche Pfarrkirche mit wehrhaftem Turm. In deren offensichtlich zuerst gebauten Chor vermuteten einige Forscher die ursprüngliche Burgkapelle. Er verfügte über ein schönes achtteiliges Sterngewölbe und wertvolle Schlusssteine mit Tiermotiven.

Als die Burg ab etwa 1500 nicht mehr zur Verteidigung benötigt wurde, verfiel sie und wurde um 1507 bereits als nicht mehr verteidigungsfähig beschrieben. Deshalb vermacht sie der Orden 1539 dem Jorgen von Kanitz auf Mednicken mit der Auflage, sie instand zu halten und insbesondere Gemächer für Besuche des Landesherrn und des Landvogts vorzusehen. 1561 ging der Besitz für 30 Jahre an Wilhelm Thiesel von Taltitz über, nachgefolgt von Christoph von Kanitz. Der schenkte 1611 das Gebäude, das „Schlösslein“, der Kirchengemeinde in Wargen. Um 1780 waren noch Reste zu erkennen und dann verlor sich die Spur.

Der Schlossberg war mit Buchen, Eichen und Fichten bewachsen, fiel auf der Westseite steil zum Teich hin ab und war vom Dorf durch einen Zipfel getrennt.

Im Bereich des Schlossbergs führte der Orden grundlegende Meliorationsmaßnahmen durch, indem er das Wasser kleiner Teiche in einen Bach ableitete und diesen zum Wargener Mühlenteich aufstaute. In einer anschließenden Aktion wurde im 14. Jh. unterhalb des Schlossbergs in der Nähe des Ortes der große Wargener Kirchenteich aufgestaut, und dieser gehörte zu den 11 Teichen, mit denen man Königsberg durch den „Landgraben“ damals kontinuierlich mit Wasser versorgte. Der Teich wird abgeschlossen durch den Damm bei Preyl, über den einst die Postroute nach Pillau führte. Spätestens seit dem 17. Jh. züchtete man hier nachhaltig Karpfen. Die landschaftliche Lage Wargens am See wurde vielfach gerühmt.

1894 errichtete Graf Lehndorff-Preyl (gest. 1905) in Wargen ein stattliches Herrenhaus, das aber dem Krieg zum Opfer fiel.

Die Gegend von Wargen zwischen den Gutsbezirken Warglitten-Preyl und Mednicken galt alslandschaftlich schönster Punkt des Samlands.

Die Ländereien bei Druznoe - Mednicken wurden 1288 dem Sudauer Fürsten Gedete verliehen. Als dessen Familie im 15. Jh. ausstarb, kam der Gutsbesitz 1488 an die Familie von Packmohr und 1491 an Hans von Kanitz, der das Land gegen die ihm verpfändete Burg Allenburg eintauschte. In dieser Familie verblieb der Besitz bis zum Ende der deutschen Zeit. Nur wenige Besitzungen im Samland waren so lange in der Hand einer Familie. Eindrucksvoll war eine Lindenallee von Mednicken nach Wargen, die Malern verschiedentlich als geschätztes Motiv diente.

Dieser Ort wurde im Rahmen des Einschlusses von Königsberg schwer beschädigt und ist nicht mehr bewohnt. Die Kirche ist als Schutthügel in ihren Umrissen erkennbar.

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Karte von Wargen/Preyl
Blick von Wargen nach Preyl einst
 
 
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