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Rapa - Klein Angerapp

Hier befand sich ein Gut der Familie von Fahrenheid, das ähnlich Groß Medunischken seit der Mitte des 19. Jhs. im Besitz der Familie Schmidt von Altenstadt war. Mitten im Wald in der Nähe von Kleinangerapp wurde etwa 1792 – 1795 eine Pyramide aus massiven Ziegeln und Feldsteinen errichtet, die zunächst als Eiskeller, jedoch bald als Bestattungskapelle für Mitglieder der Familie von Fahrenheid diente. Der große Pyramidenbau ist fast 16 Metern hoch und gut 10 Meter brei und wurde entworfen von dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen. Die eigenwillige Form des Gebäudes hat vielleicht etwas mit der Zugehörigkeit des Bauherrn Johann Friedrich Wilhelm von Fahrenheid zur Freimaurerloge zu tun, denn die Pyramide ist ein Freimaurersymbol. Die am 30. 12. 1811 gestorbene 3-jährige Enkelin des Kriegs- und Domänenrats Friedrich von Farenheid (1747 – 1843) wurde hier bereits bestattet; ebenso der Erbauer der Pyramide. Insgesamt ruhen im Grabmal die Überreste von mindestens drei Generationen der Familie von Fahrenheid und auch der Familien von Bujack und von Altenstadt.

Schon im 1. Weltkrieg wurde das Mausoleum von russischen Soldaten geplündert, noch heftiger dann im 2.Weltkrieg. Nach den Kriegszerstörungen haben die Polen das Mausoleum wiederhergestellt. Es befand sich 2006, auch noch 2008 in einem schlechten Zustand. Durch seitlich herausgebrochene Fenster konnte man vier Särge sehen, wovon einer geöffnet und direkt vor den Fensteröffnungen platziert war. Darin befand sich eine kopflose Mumie. Der Grund für die Mumifizierung ist unklar. Eine gründliche archäologische und architektonische Untersuchung der Anlage erfolgte 2015 durch Experten der Universität Warschau. Im Jahr 2018 wurde erhebliche Mittel zur Restaurierung der Anlage bereitgestellt. [1]

Der Weg dorthin: wenn man von Rapa – Klein Angerapp südlich in Richtung Benkheim fährt, passiert man nur 200 Meter jenseits des Ortsausgangsschildes auf der linken Seite die Mündung eines breiten Fußwegs, der in den Wald führt. Schon von der Straße aus ist am Ende eines geraden Naturkundepfades im Wald die Pyramide deutlich zu erkennen.


[1] PAZ, Pyramide wird restauriert, Oprbl. Nr. 28/2018 (13. Juli), S. 13



 
 
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