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Ordensburg

Eine erste Burg in Holz-Erde-Bauweise entstand hier 1285 als Wildhaus, dessen früheste Beschreibung für 1337 dokumentiert ist. Die Litauer unter Fürst Kinstut zerstörten die Burg 1365 und der Orden ließ sie 1377 in Stein neu errichten. 1340 war die Burg Lötzen zum Sitz eines Pflegersbestimmt worden, während des Städtekrieges 1454 - 1466 diente sie als Kammeramt. Im Erdgeschoss befand sich der wirtschaftliche, im Hauptgeschoss der repräsentative Amtsbereich. Das zweite Geschoss bot Lagerflächen und verfügte über Verteidigungseinrichtungen.

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Eine erste Burg in Holz-Erde-Bauweise entstand hier 1285 als Wildhaus, dessen früheste Beschreibung für 1337 dokumentiert ist. Die Litauer unter Fürst Kinstut zerstörten die Burg 1365 und der Orden ließ sie 1377 in Stein neu errichten. 1340 war die Burg Lötzen zum Sitz eines Pflegers bestimmt worden, während des Städtekrieges 1454 - 1466 diente sie als Kammeramt. Im Erdgeschoss befand sich der wirtschaftliche, im Hauptgeschoss der repräsentative Amtsbereich. Das zweite Geschoss bot Lagerflächen und verfügte über Verteidigungseinrichtungen.

Die Lötzenburg gehörte zur niedrigsten Kategorie der Ordensburgen. Von ihr ist nur der Hauptflügel erhalten, und der besitzt nicht mehr die ursprüngliche Gestalt der Ordenszeit. Die Renaissancegiebel kamen um 1560 hinzu , als das Gebäude unter Leitung des Baumeisters Christoph Römer aus Königsberg umgebaut wurde. Das heutige frühbarocke Erscheinungsbild entstand 1613/14, als man aus der Wehranlage ein kurfürstliches Jagdschloß machte. An das Burghaus baute man zwei barocke Flügel an, die jedoch nach einem Brand 1749 wieder abgerissen wurden. Nach 1752 machte man die Burg zur herzoglichen Domäne. Als das Militär 1852 die Burganlage erwarb, richtete man es zum Wohnhaus her, zuerst für die Bauarbeiter, sodann für den Kommandanten der 1847 - 1855 errichteten Feste Boyen.[1]

In deutscher Zeit dienten die Räume zuletzt als Festungskommandantur. Im 2. Weltkrieg wurde das Schloß von einer Bombe getroffen. Sie durchschlug das Dach und landete neben dem Bett eines hier wohnenden Majors, ohne zu detonieren. Nach dem Krieg diente das Haus zeitweise als Hotel. Dann stand es leer.

Seit 1993 betreut ein "Verein der Liebhaber der Feste Boyen" die Anlage und sorgte dafür, das das Haus zur Besichtigung zugänglich blieb. Auf dem umgebenden Grundstück befinden sich eine Jugendherberge mit 200 Betten, ein historisches Museum und ein Gastronomiebetrieb.

2010/2011 setzte die Investorengruppe "Zamek Gizycko" (Schloss Lötzen) das alte Haus als Förder-Projekt der Europäischen Union instand, ließ weitere Gebäudeflügel anfügen und betreibt das Ensemble jetzt als "Schloss-Hotel Lötzen 1285". [2]

Detaillierte Informationen über die Burg in Lötzen findet man bei Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, "Burgen im Deutschordensstaat Preußen - Pomesanien, Oberland, Ermland, Masuren", Olsztyn 2009, S. 156 - 161

[1] Eckhard Schlemminger, Ein langer Weg von der Pflegerburg zum Hotel, PAZ Nr. 33/11 vom 20. August 2011
[2] Eckhard Schlemminger, Ein langer Weg von der Pflegerburg zum Hotel, PAZ Nr. 33/11 vom 20. August 2011

Ordensburg-Hotel 2013 (Frederik Blattgerste)
Hotel St. Bruno 2013 (Frederik Blattgerste)
Hotel St. Bruno 2013 (Frederik Blattgerste)
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