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Aptynty - Aftinten

Erste kolonisatorische Anzeichen auf dem Gebiet des späteren Kreises Gerdauen gab es 1342 hier in Aftinten, als einem Unbekannten zwei Haken verschrieben wurden. Weitere Nachrichten gab es dann jedoch erst wieder 1437, als drei Freigüter auf 10 Hufen und 6 Bauernhufen urkundliche Erwähnung fanden.

Für geleistete Kriegsdienste im Städtekrieg 1454 – 1466 verschrieb der Hochmeister Heinrich von Richtenberg 1472 dem Hans von Herter u. a. in Aftinten 18 Hufen zu kulmischem Recht. Nachdem das Geschlecht der Herter erlosch, field as Gut an den Landesherrn zurück, der es verschiedenen Familien neu verschrieb.

1540 wurde Friedrich von Hohendorff als Eigentümer genannt. Am 22. März 1609 wechselte der Besitz des Gutes Aftinten von Wolf von Hohendorff für 7.000 Mark an die Brüder Albrecht und Hans von Rautter aus Willkamm, 1610 ergänzt um die Aftinter Mühlengerechtigkeit.

In der Familie von Rautter verblieb Aftinten bis ins spate 18. Jh. 1779 verkaufte Friederike Modesta von Lettow geb. von Podewils verw. von Rautter das Gut für 31.500 Gulden an den Rittmeister Jobst Carl Ehrenreich von Knobelsdorff, der es nach wenigen Jahren 1784 an den Reichsfreiherrn Otto VIII. von und zu Egloffstein auf Lamgarben für 14.500 Rtlr. veräußerte. 1786 ging Aftinten in die Majoratsstiftung Arklitten des gerade in den erlichen Grafenstand erhobenen Albrecht XV. von und zu Egloffstein ein. Der Gutsbetrieb wurde verpachtet.

Vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. ersetzte man etliche alte Wirtschaftsgebäude durch unverputzte Ziegelbauten und errichtete das Verwalterhaus. Da es in der Nähe Sand- und Kieskuhlen gab, gründete man eine Ziegelei, die um 1890 im Handstrich Ziegel, Dachpfannen und Dränagerohre produzierte. Die Ziegelei arbeitete bis 1940.

Letzter Verwalter Aftintens war Joseph Antonius Kuhnigk (1900 – 1979), der in der Bewirtschaftung des Gutes eine glückliche Hand bewies. Er intensivierte die Rinderzucht, die allgemeine Beachtung fand und mit etlichen Peisen ausgezeichnet wurde, und widmete sich mit persönlichem Engagement der Obstzucht, bis am 24. Januar 1945 sämtliche Bewohner Aftintens auf die Flucht gingen. Frau Kuhnigk wurde mit ihren fünf Kindern in Pommern von der Roten Armee überrollt und 1946 nach Deutschland ausgewiesen. Herr Kuhnigk kehrte 1947 aus russischer Gefangenschaft zu seiner Familie zurück.

Die Gutsgebäude in Aftinten gelangten ziemlich unbeschädigt durch den Krieg und wurden danach von einem polnischen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen. Das alte Verwalterhaus diente als Büro und befand sich 1999 in gutem Zustand. Die Schule hatte ebenfalls überlebt. Heinrich Graf von und zu Egloffstein, letzter Eigentümer von Aftinten, rühmte die landschaftlich schöne Lage des Gutes an einem kleinen Bach in einem reizvollen Tal. Der Aftinter Bruch war bekannt dafür, dass hier Schwarzstörche nisteten .

Details und viele Bilder vom Gut siehe Wulf D. Wagner, Kultur im ländlichen Ostpreußen – Gerdauen, Band I, Husum Verlag 2008, Seite294 - 301

 
 
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