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Die Krutinna

Die Johannisburger Heide ist in ihrem nördlichen Teil recht hügelig, es gibt einige Seen und teilweise recht prächtige Mischwaldbestände, die Gegend ist abwechslungsreich und dadurch reizvoll. Mittendrin fließt die Krutinna (Krutynia)), die das Wasser einiger Seen, von denen der Muckersee (jez. Mokre) mit seinem steilen Ostufer der größte und einer der schönsten ist, in den Beldahnsee (jez. Beldany) ableitet. Das Waldgebiet südlich, östlich und nördlich des Muckersees steht unter Naturschutz (Reservate „Lawoy Lasek“, „Krutyn“, „ Strzalowo Lasek“). Die Krutinna ist flach und steinig, wird aber wegen ihrer Naturschönheit gerne mit dem Boot befahren. Das geht nur mit flachen Sportbooten und mit Staakbooten. Winkel von wilder Schönheit finden sich insbesondere in der Nähe von Iznota – Isnothen, wo die Krutinna in den Beldahnsee mündet.

Vor einigen Jahren errichtete der Psychotherapeut und Arzt Cezary Kubacki auf einer Halbinsel bei Isnothen einen außergewöhnlichen Tourismuskomplex, den er „Galindia“ oder „Masurische Eden“ nannte und damit an die Geschichte der hier ansässigen prußischen Ureinwohner, der Galinder, anknüpfte. Es gibt nicht nur ein Hotel mit Restaurant und eine Pension, sonder auch romantische Höhlen, Bäder, Verliese, versunkene Brunnen, Waldheiligtümer, einen Stein-Ring, ein Museum für galindische Architektur und ein Labyrinth. Dazu gibt es galindische Spektakel, Ausflüge in galindischen Booten auf der Krutinna oder den hiesigen Seen, Ausritte sowie Fahrten mit dem Auto oder mit dem Fahrrad zu interessanten Plätzen in der Johannisburger Heide oder zum Gehege für Wölfe, Bären, Tarpanpferde und Adler in der Nähe. [1]

An der Krutinna in Zielony Lasek – Grünheide gibt es noch die alte Wassermühle. 1765 entstand hier eine Papierfabrik, die bereits 1795 wieder geschlossen wurde und ca. 1820 einer Wassermühle Platz machte, in der Getreide gemahlen wurde. Diese wurde etwa 1890 zu dem dreistöckigen Gebäude umgebaut, das man heute noch antrifft. Besitzer ab etwa 1850 bis 1945 war die Familie von Gustav Rathke. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Tadeusz Skorcz (gest. 1951), der bei der Familie Rathke als polnischer Kriegsgefangener gearbeitet, die Mühle und lehrte den sechzehnjährigen Heinz Rathke, wie man eine Mühle betreibt, und der machte das bis zur Ausreise in die Bundesrepublik 1969. Zunächst wurde die um 1950 verstaatlichte Mühle 1978 geschlossen, aber 1982 auf Anweisung der Militärs wieder in Betrieb genommen und 1986 von Herrn Longinus Dulny käuflich erworben. Zunächst diente sie weiterhin dem Mahlen von Getreide, später nur noch der Stromerzeugung. 1990 wurde die Mühle unter Denkmalschutz gestellt und kann, wenn bei Herrn Dulny (Krutinnen Nr. 30) vorbestellt, besichtigt werden.[2].



[1] Andrea Dickersen, TheWarsaw Voice, Opr-Forum 16. 7. 2004

[2] Manfred Podschadel, Triffelweg 14, 52224 Stolberg, in Masurische Storchenpost, März 2010

 
 
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