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Antikensammlungen in Ostpreußen

von Bertram Faensen, 508 Seiten,103 Schwarz-weiß und 15 farbtafeln, Bibliopolis 2011, 78 €

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Das Buch ist eine Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin 2009. In dieser Publikation beschäftigt sich der Autor im Kapitel "Das 17. und 18. Jahrhundert Münzsammlungen, Raritätenkabinette, Figurenschmuck in Gärten und Parkanlagen" mit Betrachtungen zu den frühen Formen des Museums und der Antikenliebhaberei. Der zweite Abschnitt beschreibt die Entstehung der drei großen Antikensammlungen Ostpreußens in Königsberg, Beynuhnen und Braunsberg. Der dritter Abschnitt behandelt die Antikenbestände außerhalb der großen Antikensammlungen, an erster Stelle die Sammlung der Königsberger Altertumsgesellschaft Prussia. Dass antike Denkmäler über die museale Präsentation hinaus Gegenstand akademischer Forschung und Lehre waren, erläutert Faensen im vierten Abschnitt seiner Arbeit im Hinblick auf die Albertus-Universität und die Königsberger Kunstakademie. Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit den in Ostpreußen vorhandenen Privatsammlungen antiker Stücke und Kopien, die kunstbegeisterte Gutsbesitzer und Stadtbürger angelegt hatten, darunter die in Schlobitten, Dönhofstädt, Steinort, Waldburg, Tüngen, Döhlau und Glaubitten. Abschließend führt Faensen drei Stücke auf, die sich heute in Heilsberg und Königsberg befinden und vermutlich aus ostpreußischen Privatsammlungen stammen.

Faensens Arbeit ist in vielerlei Hinsicht lesenswert. Den Archäologen führt sie in eine aus dem Blickfeld der heutigen Forschung entschwundene Region und zeigt deren verlorene Antiken. Für den Historiker bietet seine akribische Recherche zahlreiche Fakten und Erkenntnisse zur Forschungsgeschichte einer Region als Grundlage für übergreifende Betrachtungen zur Museums-, Geistes- und Kunstgeschichte Deutschlands vom beginnenden 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Den Bewohnern Ostpreußens und deren Nachfahren führt sie einmal mehr anhand des Beispiels der Antikensammlungen die Tragik vor Augen, die der zweite Weltkrieg für dieses Land bedeutete.

H. Neumayer/Prussia in Ostpreußenblatt Nr. 31/2012 (4. August), S. 18

 
 
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