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Derzavino - Groß Laßeningken/Großlaschnicken

Als 1361 das Dorf Probistwalde oder Probistorf vom samländischen Bischof gegründet wurde, blieb das prußische Dorf Loszenicken daneben bestehen. Dieser Name setzte sich später allein durch. Nach 1540 erschien nur noch der Ortsname "Groß Laßenincken". Am 3. 3. 1617 verschrieb Kurfürst Johann Sigismund dem Amtsschreiber zu Saalau Augustin Arnold eine kleine Landwirtschaftsfläche von gut 2 Hufen als Basis für ein Gut, aus dem bis 1680 schon mehr als 3 Hufen wurden. In dieser Zeit wohnte auch ein Wildnisbereiter im Ort.[1] 1920 gab es ein Gut von 71 ha, das einem Alfred Haugwitz gehörte, und ein Gut von 50 ha eines August Kühn II.

Eine Schule gab es in Groß Laßeningken seit etwa 1740. 1798 wurde Schulmeister Bajohr als Nutzer einer Dienstwohnung in Groß Lascheningken genannt. 1870 erweiterte man die alte Schule um eine Klasse auf drei Klassen. Um 1914 errichtete man einen Anbau, um einen zweiten Klassenraum zu schaffen und die Lehrerwohnung im gleichen Gebäude zu vergrößern. 1935/36 baute man eine ganz neue Schule mit drei Klassenräumen und separaten Lehrerwohnungen sowie einer Lehrküche im Keller, gelegen am östliche Ortsausgang südlich der Straße nach Wirtkallen. Im alten Schulgebäude richtete man Wohnungen ein, die vermietet wurden. Heute werden im Schulhaus und im Lehrerhaus Kinder bis zur vierten Klasse unterrichtet. Altere Schüler besuchen die Schule in Saalau.

Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts vernichtete eine Feuersbrunst, hervorgerufen durch Funkenflug bei orkanartigem Westwind, fast das ganze Dorf. Das Feuer fand in den aus Holz gebauten und mit Stroh gedeckten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden reichlich Nahrung.[2]

Im ersten Weltkrieg war Groß Laßeningken 17 Tage lang in russischer Hand. Es gab aber keine Verwüstungen und die Russen zahlen sogar im Gasthof ihre Zeche. Täglich erschien in dieser Zeit ein Pope, der mit den gläubigen Russen Andacht hielt und mit ihnen betete.[3]

Erst 1936, also relativ spät, wurde Groß Laßeningken an das Stromnetz des Ostpreußenwerks angeschlossen. Auch die Straßenverhältnisse waren noch recht rustikal. Um die aufgeweichte Dorfstraße zu glätten, zog ein Pferd mit dem Pferdelenker drauf einen Querbalken über die Straße und glättete sie durchaus erfolgreich (siehe Bild).[4]

Nördlich von Groß Laßeningken lag im Wald ein Waldmoor, die Plinis genannt. Das war ein Übungsplatz für Bombenabwürfe von Stukas, die in Insterburg stationiert waren.


[1] Horst Grigat, Das Kirchspiel Saalau, , 2008. S. 148
[2] Kaufmann und Posthalter in Laschnicken, Insterburger Brief, August 1975 in Horst Grigat, Das Kirchspiel Saalau, , 2008. S. 159
[3] Ernst Sosat, Kaufmann und Posthalter in Laschnicken, Insterburger Brief August 1975, abgedruckt bei Horst Grigat, Das Kirchspiel Saalau, 2008, S. 159 ff) (Ok10750.gif; Osty10890.jpg)
[4] Oskar F W. Schmidt, Laschnicken, mein Heimatdorf, abgedruckt in Horst Grigat, Das Kirchspiel Saalau, 2008, S. 166 f) (Ok10750.gif; Osty10890.jpg)

Schule 1993 (Horst Grigat)
Einst Gasthaus 2007 (H. Grigat)
Straßenhobel 1938 (H. Grigat)
Alter Kartengruß (H. Grigat)
Alter Kartengruß (H. Grigat)
Schule 1938 (Horst Grigat)
Plan Gr. Laßeningken (H. Grigat)
Ehemalige Einwohner vor der Schule 1993 (Horst Grigat)
 
 
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