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Belomorskoje - Groß-Friedrichsgraben I/Hindenburg

In Belomorskoje – Groß-Friedrichsgraben I/Hindenburg nördlich von Labiau am Großen Friedrichsgraben existiert noch das dreiklassige Schulgebäude, erbaut 1896 - 1898, das zu einem Umweltzentrum mit Sommer-Camp, Museum etc. umgebaut werden soll. Letzter deutscher Schulleiter war Hauptlehrer Helmut Ewert.[1]

Von den 1732 aus Salzburg eingewanderten Salzburgern siedelte Friedrich Wilhelm I. einen großen Teil links und rechts des Großen Friedrichsgrabens an. Ihm zu Ehren nannte man die Siedlung Groß-Friedrichsgraben I. Für den Verkehr zwischen den getrennten Ortsteilen baute man nach der Verbreiterung des Großen Friedrichsgrabens 1880 - 1883 eine Holzbrücke, die jedoch dem Treibeis im Frühjahr kaum gewachsen war. Deshalb ersetzte man 1892 diese durch eine eiserne Drehbrücke, die auf einem runden Betonsockel ruhte und bei Öffnung auf beiden Seiten passiert werden konnte. Entlang des Grabens entstand in dieser Zeit eine 19 km lange befestigte Strasse.

Die Gegend um den großen Friedrichsgraben litt unter Überschwemmungen, insbesondere als Folge der Frühjahrs- und Herbststürme. Äcker und Wiesen standen unter Wasser, Bauerngehöfte waren nur noch mit dem Boot zu erreichen und die Stallböden mussten höher gelegt werden, damit in dieser Zeit das Vieh nicht ertrank. Auch die Aussaat konnte mitunter erst sehr spät ausgebracht werden, weil das Land nicht rechtzeitig abgetrocknet war. Um dieses Problem zu beheben, wurde 1927 der Berliner Firma Julius Berger Tiefbau AG der Auftrag erteilt, den Kanal einzudeichen, Abzugskanäle zu bauen und Schöpfwerke zu errichten. Bis 1930 war die Arbeit getan. Die Deichgräben leiteten das Wasser über die Abzugskanäle zum Schöpfwerk und gelangte von dort in den Friedrichsgraben. In deutscher Zeit gab es nun keine Überschwemmungen mehr. Die landwirtschaftlichen Erträge stiegen wegen des jetzt nachhaltig möglichen Anbaus auf den ausgeruhten Böden ungemein. Die Siedlung Groß-Friedrichsgraben 1 wurde nach der Schlacht bei Tannenberg im 1 Weltkrieg 1917 mit Zustimmung des Feldmarschalls in Hindenburg umbenannt.

Am 20./21. Januar 1945 gingen die Einwohner von Hindenburg auf die Flucht. Offenbar kamen viele von ihnen bis in den Westen durch.[2]

Der Ort Hindenburg wurde angeblich dadurch bekannt, dass hier für den zum Märtyrer des Nationalsozialismus hochstilisierten Horst Wessel ein Horst-Wessel-Nationaldenkmal errichtet wurde. Für diese Nachricht gab es aber keine Bestätigung.[3]


[1] Von Tohus, Juni 2008, S. 49
[2] Helmuth Krautien, Hindenburg am Großen Friedrichsgraben, von tohus, Juni 2015, S. 42 ff
[3] Neues Deutschland, 3. 10. 2008

Ansichtskarte ca. 1940 (von tohus, 2014)
Hindenburg 2015 (Brigitte Stramm)
Hindenburg 2014 (Brigitte Stramm)
Schule vor dem Krieg (von tohus)
Schule 1992 (von tohus)
Schule in Hindenburg 2010
Grabenhof bei Hindenburg (Brigitte Stramm)
Am Hindenburgdamm 2008 (Helli Aumann)
 
 
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