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Bukowiec - Buchholz

Buchholz westlich von Landsberg entstand etwa zur gleichen Zeit wie Kanditten in der Mitte des 14. Jhs., um das Jahr 1350. 1483 erhielt Nikolaus von Taubenheim neben Grünwalde und Worlack das Dorf Buchwald mit 60 Hufen verschrieben, um die Schulden des Ordens aus dem Söldnereinsatz im vorangegangenen Städtekrieg abzutragen. Die Taubenheims erhielten auch Teile von Landsberg als Pfand und Oswald von Taubenheim wurde 1508 gar als Herr von Landsberg bezeichnet. Der Kanzler Johann von Kreytzen (1506 – 1575) erweiterte später seine Besitzung Groß Peisen u.a. um das Dorf Buchholz.

Die Separation in der Folge der Bauernbefreiung und der Lösung von der Gutsherrschaft 1810 ließ die Anzahl der Landwirtschaften von 19 im Jahr 1820 auf 42 Bauern im Jahr 1859 ansteigen. Gutsbesitzer von 1837 – 1858 war die Familie v. Esebeck,

Die Kirche in Buchholz wurde 1337 gegründet. Patrone waren die Rittergutsfamilien Charisius auf Wangnick, Eichstaedt auf Sienken, Zander auf Schwadtken, Regenbrecht auf Wiecherts und Strüvy auf Gr. Peisten, was in etwa auch einen Hinweis auf die Besitzverhältnisse des Dorfes gibt. Die erste Kirche dürfte ein Bau aus Holz gewesen sein, der im Hungerkrieg 1414 von den Polen zerstört wurde. Ein bald folgender Neubau überlebte die Wirren des Stadtekrieges 1454 – 1466 und des Reiterkrieges 1519 – 1521 ebenfalls nicht. Es folgte eine kirchenlose Zeit, bis unter der Herrschaft der Gutsherren von Kreytzen auf Gr. Peisten gegen Ende des 16. Jhs. auf den alten Fundamenten ein neuer Kirchenbau entstand, der die Zeiten bis heute überlebte.

Die neue Kirche war ein chorloser Saalbau aus Ziegeln mit westlich vorgelagertem quadratischem Holzturm, der als Ständerbau mit Brettern verschalt und mitSchindeln gedeckt war. Den schlichten Innenraum überdeckte eine flache Holzdecke. Die Seitenemporen ruhten auf Säulen mit dorischem Dekor.

Ausstattung:

  • Altar vomAnfang des 17. Jhs., durch Kombination mit einer Knnzel Ende des 18. Jhs. grob verändert
  • Stände und Tauftisch im Empirestil von 1820. Tauftisch und Schale stiftete der Gutsherr von Esebeck auf Gr. Peisten
  • Orgel von 1853
  • Die älteste der drei Glocken war aus dem Jahr 1653

Die Kirche hat den Krieg überlebt und dient heute der katholischen Glaubensrichtung. Der Turm wurde allerdings abgebrochen.[1]

Eine Schule gab es in Buchholz bereits 1743. Schulleiter um 1780 war der Organist George Dietrich Michaelis. Im Jahr 1890 gab es im Dorf eine Volksschule, die 1917 in der Statistik als zweiklassig geführt wurde. Nach 1933 wurde einSchulneubau errichtet.

In Buchholz geboren wurde Gotthilf Christoph Bosolt (6. 2. 1771 – 3. 5. 1831) als Sohn des Pfarrers Gotthilf Friedrich Bosolt.Er studierteTheologie in Königsberg und war nach dem Examen nach 1792 Lehrer an der Altstädtischen Schule in Königsberg.1798 promovierte er und ab 1800 arbeitete er als Kirchen- und Schulrat für die Regierung. Er engagierte sich stark für Reformen im Schulwesen und für die verstärkte Ausbildung der Lehrkräfte und verfasste viele pädagogische Schriften. In seinem Haus Auf den Hufen wohnte 1808 zeitweise die Königsfamilie.[2]



[1] Horst Schulz/Emil Johannes Guttzeit, Der Kreis Preußisch-Eylau, Verden 1983, S 523
[2] A. a.O., S. 763

Buchholz (Ursula Rodemerk)
Buchholz (Ursula Rodemerk)
Buchholz Kirche (U. Rodemerk)
Kirche zu deutscher Zeit
 
 
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