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Familie von der Groeben

Die Familie von der Groeben entstammt dem Erzbistum Magdeburg und gehört zum deutschen Uradel, der möglicherweise bereit 927 unter Kaiser Heinrich am Kampf gegen die slawischen Wenden beteiligt war. Der erste bekannte Sitz des Geschlechts war die Burg Grebene, etwa 20 km südlich von Magdeburg, die aber nicht mehr existiert. Dort wurde 1140 erstmals Ludero (Lothar) de Grebene urkundlich erwähnt. Noch vor 1350 wandelte man den Familiennamen „de Grebene“ um in „von der Groeben“ oder „von der Gröben“.

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Die Familie von der Groeben entstammt dem Erzbistum Magdeburg und gehört zum deutschen Uradel, der möglicherweise bereit 927 unter Kaiser Heinrich am Kampf gegen die slawischen Wenden beteiligt war. Der erste bekannte Sitz des Geschlechts war die Burg Grebene, etwa 20 km südlich von Magdeburg, die aber nicht mehr existiert. Dort wurde 1140 erstmals Ludero (Lothar) de Grebene urkundlich erwähnt. Noch vor 1350 wandelte man den Familiennamen „de Grebene“ um in „von der Groeben“ oder „von der Gröben“. Schon damals galten die Groebens als reiche Familie. Sie pflegten die Nähe zur Herrscherfamilie, zunächst der Askanier, dann der Wittelsbacher und zuletzt der Hohenzollern, und erwarben in verschiedenen Teilen der Mark Brandenburg Grundbesitz wie z.B.in Spandau bei Berlin, in Löwenberg, Meseberg, Lichterfelde bei Eberswalde, Bötzow und Bornstedt. Im 17.Jahrhundert besaßen die beiden Hauptlinien der Familie rings um Berlin etwa 80 Güter.

Das erste Mitglieder der Familie, das im Ordensland Preußen dokumentiert ist, war Henricus de Groben, der um 1375 zwar einigen Besitz in der Mark Brandenburg hatte, z. B. die Burg Großbeuthen, aber der noch vor 1380 zu Besitz in der Ordenskomturei Balga des Deutschen Ordens kam. Er gilt als der Urstammvater der preußischen Familienlinie. Sein Sohn Heinrich erhielt 1403 das Gut in Sehmen zwischen Schippenbeil und Friedland verliehen, und sein Sohn Eustachius wurde 1399 als Besitzer von Wicken erwähnt.

Die Nachfolger dieser Söhne erwarben durch Erbschaft, Kauf, Heirat oder Dotation eine Reihe von Gütern wie z. B. Weskeim, Wicken Jeesau, Sehmen, Bäslack, Karschau. Sie waren vielfach Amtshauptleute und Militärpersonen. Ein besonders erfolgreicher Militär war der in Karschau geborene Friedrich von der Groeben (1645 – 1712). Durch seine erfolgreiche Teilnahme an mehreren Feldzügen gegen die Türken wurde er so reich, dass er das Familienvermögen um etliche Güter vermehrte, aus denen er vier Majorate formte: Neudörfchen, Ponarien, Groß Schwansfeld und Ludwigsdorf. Diese Majorate befanden sich bis 1945 im Besitz der Familie.

Neben Friedrich von der Groeben war ein wesentlicher Vertreter der Familie in der gleichen Zeit Otto Friedrich von der Groeben (1656 – 1728). Er gründete für den Großen Kurfürsten die Kolonie Groß Friedrichsburg im heutigen Ghana (siehe hier) und wurde 1712 erster Majoratsherr in Neudörfchen.

Der 1. Majoratsherr auf Ponarien, Heinrich Wilhelm von der Groeben (1657 -1729), Bruder des Majoratsherrn auf Neudörfchen, wurde in den Türkenkriegen ebenfalls reich, was ihn in die Lage versetzte, weiteren großen Landbesitz in Ostpreußen zu erwerben, darunter Liep und Langheim. Insgesamt besaß er letztlich 31 Güter. Sein Sohn Wilhelm Ludwig von der Groeben gründete die „Groebensche Familienstiftung Langheim-Liep“, die 160 Jahre lang bis 1945 den Besitz zusammenhielt.

Heinrich Wilhelm von der Groeben verkaufte 1699 sein 1.000 ha großes Gut Quossen an Curt Heinrich I. von der Groeben aus dem Haus Löwenberg in Brandenburg und der begründete auf diesem Weg die sog. „Markische Linie“ der von der Groeben in Ostpreußen. Der Sohn Curt Heinrich II. kaufte weiterhin aus ostpreußischem Familienbesitz die Güter Arnstein und Tiefensee, die bis 1906 im Familienbesitz blieben. Ein Brandenburger Neffe von Curt Heinrich I., Friedrich Ludwig von der Groeben, kaufte das Gut Beisleiden im Kreis Pr. Eylau, in späterer Generation ergänzt um die Güter in Pellen und Rippen im Kreis Heiligenbeil und noch später um das Gut in Juckstein, Kreis Tilsit-Ragnit. Der Sohn von Curt Heinrich II. erwarb die großen Klingbeck’schen Güter im Kreis Heiligenbeil und zu dieser Linie gehörten später auch große Güter wie die in Dösen (Kreis Heiligenbeil) und Wiese (Kreis Preußisch Holland).

Auch die „Preußische Linie“ der Familie von der Groeben expandierte im 18. Und 19. Jh. durch den Erwerb weiterer Güter wie z. B. des 4.000 ha großen Gutes in Weßlienen (Kreis Heiligenbeil). In der Zeit von 1380 bis 1945 befanden sich etwa 200 Güter in den Händen von Mitgliedern der Familie von der Groeben in Ostpreußen. Dann endet diese glorreiche Geschichte. Der sämtliche Grundbesitz ging verloren.[1]



[1] Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen, Die Herren und Grafen von der Groeben, 2018

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Familienwappen von 1289
Ludwig v. d. Groeben (1529 - 1601)
Friedrich v. d. Groeben (1645 - 1712)
Otto Friedrich v. d. Groeben (1656 - 1728)
Heinrich Wilhelm v. d. Groeben (1657 - 1729)
Curt Heinrich I. v. d. Groeben (1683 - 1746)
Arthur Hans v. d. Groeben (1850 - 1930)
 
 
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