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Geschichte des Ortes Garbno - Lamgarben und des dazugehörigen Gutes

Das Dorf Lamgarben liegt am rechten Zufluss der Guber. Vor über 100 Jahren entdeckte man auf einer Anhöhe in der Nähe, die man allgemein als Schanze bezeichnete, Fundamentreste einer Wehranlage, die nach Abmessung und Grundriss zu einem Wildhaus des Ordens gehört haben müssten. Man fand heraus, dass die Burg 1328 errichtet, um 1400 ähnlich groß ausgebaut worden war wie Bäslack, 1437 als Kammeramt erwähnt und vermutlich im Städtekrieg (1454 - 1466) vollkommen zerstört wurde. Sie stellte ein Zwischenglied der Burgen von Leunenburg bis Rastenburg dar, das half, die damals bis hierher reichende Wildnis zu kolonisieren und militärisch zu sichern. Als nach erfolgreichem Abschluss dieser Maßnahmen weiter östlich eine neue Burgenkette von Angerburg bis Johannisburg mit demselben Ziel aufgebaut wurde, verlor das Wildhaus in Lamgarben an Bedeutung und geriet sogar in Vergessenheit.

Nach der Schlacht bei Friedland am 14. 6. 1807 besetzte eine polnische Division Lamgarben, bevor sie eine Woche später in Rastenburg einrückte.[2]

In Lamgarben befand sich eine der größten Genossenschaftsmolkereien des Kreises.

Das Gut befand sich im 16. Jh. im Besitz des Landesherrn, der es der Familie von Egloffstein verlieh. Spätere Besitzer waren u. a. die Herren von der Groeben, seit 1880 die Familie Boehm, als es Otto Boehm (14. 5. 1855 – 1. 4. 1921) aus Glaubitten zur Vermählung mit Elisabet Steppuhn als Hochzeitsgeschenk erhielt. Nach dem Wegzug der Boehms 1911 gehörte das Gut der Familie Schulz, zuletzt Schulz-Fademrecht, die hier Schweinemast und Pferdezucht betrieb.

Das Gutshaus aus der 1. Hälfte des 19. Jhs. existiert noch und befindet sich heute in Privateigentum. Nach einer Mitteilung vom 21. September 2010 steht das Gutshaus zum Verkauf.

Die Gegend um Lamgarben war sumpfig und schwer zugänglich, aber schon vor der Ordensherrschaft besiedelt. Die neuzeitliche Siedlung stammt aus dem 14. Jh. und wurde 1339 erstmals urkundlich erwähnt.[1]

Weitere Einzelheiten zur Burg in Lamgarben finden sich bei Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, Burgen im Deutschordensstaat Preußen, Olsztyn 2009, S. 154/155



[1] Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, Burgen im Deutschordensstaat Preußen, Olsztyn 2009, S. 154
[2] Der Kreis Rastenburg in der Vergangenheit, Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen, 2018, S. 14

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Dorf Lamgarben 2013 (Frederik Blattgerste)
Gutshaus 2013 (Frederik Blattgerste)
Gutshaus Lamgarben vor 1939
Trompe-l’œil- Malerei 2013 (Frederik Blattgerste)
Wirtschaftsgebäude 2013 (Frederik Blattgerste)
Rapsfeld bei Lamgarben 2013 (Frederik Blattgerste)
 
 
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