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Glowbity - Glaubitten

Der Ort Glaubitten wurde 1362 gegründet, als Hochmeister Winrich von Kniprode einem Prußen hier 8 Hufen Land nach Kulmischem Recht verlieh.

Das neogotische Herrenhaus von 1853 brannte im Januar 1945 ab.

Otto Boehm (12.10.1817 in Metgethen - 16.02.1897 in Königsberg), Rittergutsbesitzer in der Mitte des 19. Jhs., war ein sehr fortschrittlicher Mensch. Seiner Weitsicht hatte es Korschen zu verdanken, dass hier ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt entstand, denn er stellte der im Bau befindlichen Südbahn, die von Pillau nach Königsberg und von dort weiter über Lyck nach Prostken führen sollte und deren Mitbegründer er war, das in dieser Gegend dringend benötigtes Bauland zur Verfügung, das die Schippenbeiler den Bahnkonzessionären verweigert hatten.

Der eine der Söhne von Otto Boehm war Julius Boehm. In seiner Zeit trafen sich in Glaubitten erlauchte Gäste, um an den seinerzeit berühmten Jagden des Gutsherrn teilzunehmen, den man wegen seiner Passion auch „Fasanenboehm“ nannte. Der andere Sohn Otto (14. 5. 1855 – 1. 4. 1921) erhielt zu seiner Hochzeit mit Elisabet Steppuhn, der späteren Begründerin des Landfrauenverbandes, das Gut Lamgarben geschenkt. Im Unterschied zu seinem Bruder Julius nannte man ihn den “Hasen-Boehm“. Der letzte deutsche Besitzer, Jochen Boehm, wurde 1945 zum Volkssturm eingezogen und fiel.

Eine Tochter des Rittergutsbesitzers von Glaubitten und Südbahnmitbegründers Otto Boehm war die spätere Frauenrechtlerin Hanna Elmire Flora, verheiratete Bieber-Boehm (6. 2. 1851 – 15. 4. 1910). Sie ließ sich in Berlin, Paris und München zur Malerin ausbilden, reiste ausgiebig durch Italien, Frankreich und sogar den Orient, um sich dann in Berlin nieder zu lassen. Hier lernte sie den Jurastudenten Richard Bieber kennen und lieben. Da der Pfarrer der Berliner Marienkirche sich weigerte, die beiden wegen der jüdischen Abstammung des Ehemanns zu trauen, heiratete man nur standesamtlich, was damals noch als recht unkonventionell galt. Bald wandte sie sich den sozialen Problemen zu, die mit der aufstrebenden Metropole Berlin einher gingen und gründete 1889 zusammen mit ihrem Mann den Verein „Jugendschutz“, der Heime betrieb, in denen junge Mädchen Unterkunft, Verpflegung und Haushaltsunterricht erhielten[1]



[1] Zur familiären Konstellation siehe Gerhard Boehm, 23. 12. 2010 - gerboe@t-online.de

 
 
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