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Geschichte von Wielbark - Willenberg

Der kleine Ort Willenberg am Omulef (Omulew) war einst bekannt als Sammelstelle für Wacholderbeeren, die von hier aus in die Vermarktung gelangten. 1317 - 1324 ließ der Orden hier in der Zeit des Landmeisters Friedrich von Wildenburg, von dem es auch den Namen erhielt, ein hölzernes Wildhaus errichten, das 1361 als Sitz eines Pflegers des Ordens genannt wurde. Seit Ende des 14. Jhs. existierte es in Stein. Der Standort des Wildhauses ist nicht mehr bekannt. Weitere Informationen über das Wildhaus findet man bei Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, "Burgen im Deutschordensstaat Preußen - Pomesanien, Oberland, Ermland, Masuren", Olsztyn 2009, S. 440/441

In der feuchten, sumpfigen Umgebung ließen sich ab 1397 oder schon früher Honigsammler und Jäger, Hüttenarbeiter zur Eisengewinnung und Schankwirte nieder, aber auch Händler, denn die Handelsstraße von Königsberg nach Warschau führte hier vorbei. Später standen Wollhandel und Tuchmacherei in Blüte und der Pferdemarkt war von überregionaler Bedeutung und sehr beliebt. Es gab die drei Siedlungskerne Beutner Seite, Insel Ruda und Ortelsburger Vorstadt.

Willenberg entwickelte sich nur sehr bedächtig und erhielt erst 1723 von König Friedrich Wilhelm I. das Stadtprivileg. In dieser Zeit gab es in den umliegenden Wäldern noch so viele Wölfe, dass man den Ort durch einen Palisadenzaun schützen musste, und der stand bis 1861. Besonders im Winter waren die Wölfe gefürchtet.

Anfang 1807 schlug Napoleon sein Hauptquartier im Amtshaus der Domänenkammerverwaltung auf, das man damals das „Schloss“ nannte. Mit ihm zogen 70.000 Soldaten durch den Ort, die alle versorgt werden mussten. Die Aufwendungen dafür waren so hoch, dass die Kommune genötigt war, wesentliche Teile ihres großen Grundbesitzes zu veräußern.

In demselben Amtshaus erwartete 1813 Zar Alexander I. die Entscheidung Preußens über den Zusammenschluss zum gemeinsamen Kampf gegen Napoleon und General v. Kleist überbrachte damals die Zustimmung König Friedrich Wilhelms III.

Im 1. Weltkrieg lag Willenberg im Brennpunkt der Tannenbergschlacht. Dreimal wurde die Stadt von den Russen eingenommen und wieder zurückerobert, und entsprechend groß waren die Zerstörungen. Ebenso schlimm war es im 2. Weltkrieg. Die Zerstörungen betrugen etwa 60 %! Zumal der Ort an Einwohnern verloren hatte, kassierte man 1946 das Stadtrecht ein.

In Willenberg wurde Adam Leyk geboren. Er gilt als der letzte deutsche Postillion und wurde dafür von KaiserWilhelm II. mit einer goldenen oder silbernen Peitsche ausgezeichnet. Sein Wohnhaus soll noch stehen und bewohnt sein, berichtete Klaus Krause im April 2019 auf facebook.

Im Jahr 2007 nahm der schwedische IKEA-Konzern in Willenberg ein mit einem finanziellen Aufwand von 26 Millionen Euro errichtetes Sägewerk in Betrieb. In einem zweiten Schritt ist daneben der Bau einer Möbelfabrik geplant, die voraussichtlich knapp 80 Millionen Euro kosten wird. Inzwischen ist die Einwohnerzahl wieder auf ca.3065 angestiegen. Deshalb hat möchtten die Stadtbehörden wieder das Stadtrecht zurückerhalten.[1]



[1] PAZ, Willenberg will Stadt werden, Oprbl. Nr.13/2018 (30. Mrz), S. 13

 
 
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