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Spychowo - Puppen

Einst existierte hier ein Jagdhaus, das als schönstes der fünf in der Johannisburger Heide bestehenden Jagdresidenzen galt und von Herzog Albrecht ganz besonders geschätzt wurde. Er verlegte in Zeiten grassierender Pest 1548/49 und 1564/65 seinen gesamten Hofstaat hierher.

Der Ort setzt sich aus einer ganzen Gruppe von Kernsiedlungen zusammen, die zwischen 1650 und 1787 in Reichweite des Schlosses gegründet worden waren.

Es gibt eine 1898 erbaute Kirche, die heute die Katholiken für ihre Gottesdienste nutzen. Das Schulgebäude stammt von 1931. Außerdem blieben einige masurische Bauernhäuser des 19. Jhs. aus Holz erhalten.

Wegen des Holzreichtums der Gegend entstand in Puppen ein Teerofen, aus dem sich später der gleichnamige Ortsteil entwickelte. In Adamsverdruß südlich von Puppen etablierte sich 1801 bis gegen Ende des 19. Jhs. eine Glashütte, die in ihrer Blütezeit bis zu 200 Personen beschäftigte. Der Name soll sich von dem Domänenamtmann Adam ableiten, dessen hartnäckiger Widerstand überwunden werden musste, damit man die Fabrik bauen konnte.

Der Waldreichtum hatte weiterhin zur Folge, dass die Gegend um Puppen besonders wildreich war. 1804 erlegte man hier den letzten Bären Ostpreußens. Schütze soll der Sohn des Försters gewesen sein.[1] Der Rotwildbestand gehörte traditionell zum stärksten in der Provinz, weshalb der Puppener Forst noch 1914 dem Kaiser und seinem Sohn Eitel Friedrich als Jagdrevier zugewiesen wurde. Auch Göring entwickelte hier Jagd-Ambitionen und ließ bereits ein Abstellgleis für Sonderzüge installieren, doch der Krieg machte die Absicht zunichte.

Das Dorf ist im Sommer ein Zentrum für die Vermarktung der in der Umgegend gesammelten Heidelbeeren.

In der Gegend von Puppen war einmal die Familie von Wyszomirscy ansääsig. Nördlich von der Pension Kipnik in der Nähe von Puppen gibt es mitten im Wald noch eine Grabstelle. Hier sind die letzten Besitzer Henriette und Johann Wyszomirscy begraben, die am Ende des 18. Jahrhunderts das Anwesen, ein Jagdhaus in Kipnik, besessen haben. Den genauen Standort weiß man in der Pension.[2]


[1] Janine Dzewas, 22. 8. 2009
[2] Jan Lewerenz, 10. 1. 2013

Grabstelle Wyszomirscy (Jan Lewerenz)
 
 
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