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Die Siedlung am Fuße des Frauenburger Doms

Die Siedlung Frauenburg entwickelte sich im Laufe des 13. Jhs. zum Fischerstädtchen, wurde 1278 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1310 seine Handfeste von Bischof Eberhard von Neiße (1301 - 1326). Die ersten Bewohner waren Sachsen, Flamen und vor allem Niederdeutsche, angeführt 1270 von dem Bruder Gerhard (Gerko) Fleming des aus Lübeck stammenden Bischofs Heinrich I. Fleming (1278 - 1300), dessen Familie dort Ratsherren stellte und die ursprünglich wohl aus Flandern eingewandert war. Die gute Entwicklung des Ortes war wohl ein wesentlicher Grund, das Domkapitel hier anzusiedeln.

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Die Siedlung Frauenburg entwickelte sich im Laufe des 13. Jhs. zum Fischerstädtchen, wurde 1278 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1310 seine Handfeste von Bischof Eberhard von Neiße (1301 - 1326). Die ersten Bewohner waren Sachsen, Flamen und vor allem Niederdeutsche, angeführt 1270 von dem Bruder Gerhard (Gerko) Fleming des aus Lübeck stammenden Bischofs Heinrich I. Fleming (1278 - 1300), dessen Familie dort Ratsherren stellte und die ursprünglich wohl aus Flandern eingewandert war. Die gute Entwicklung des Ortes war wohl ein wesentlicher Grund, das Domkapitel hier anzusiedeln.

Im Zuge des 2. Weltkriegs wurde Frauenburg zu 80 % zerstört. Der Wiederaufbau setzte erst 1966 in größerem Umfang ein, dauerte dann bis 1973 und wurde erst später weitergeführt.

Trotz der umfangreichen Kriegszerstörungen blieben die Außenmauern der Pfarrkirche St. Nikolaus erhalten. Sie entstand 1340 - 1355, wurde 1405 erstmals urkundlich erwähnt und im Barock 1691 - 1694 umgebaut. Der 1703 abgebrannte Turm wurde danach nicht wieder aufgebaut. Im 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, nutzt man die Kirche heute als Heizwerk, was das Kohlenlager unter freiem Himmel auf dem Kirchenvorplatz drastisch verdeutlicht. Die - stark beschädigte - Figur des hl. Nepomuk auf der Südseite fertigte um 1740/1745 Christoph Perwanger aus Tolkemit an.

Nachdem die Kirche 20 Jahre lang als Heizwerk gedient hatte, übernahm sie im Jahr 2008 das Frauenburger Domkapitel, das hier nach einer umfangreichen Restaurierung eine Galerie sakraler Volkskunst unterbringen will. Erst müssen aber vor allem noch die menschlichen Knochen geborgen werden, die unter der Kirche gefunden wurden.

Die ehemals evangelische, heute katholische neogotische Kirche am Domberg wurde 1862 geweiht. Der Wasserturm westlich des Marktes ist ein Bauwerk aus dem 16. Jh. Der kleine Hafen wurde 1675 angelegt. Das St.-Josephs-Krankenhaus, an der Chaussee nach Braunsberg gelegen, ist ein Bau von 1716, der 1802 erneuert und wesentlich erweitert wurde. Die Orthopädische Heil- und Lehranstalt entstand 1928.

Durch die Initiative der beiden letzten Familien der deutschen Minderheit in Frombork entstand mit Hilfe der regionalen polnischen Verwaltung, des Erzbistums Olsztyn und der Landsmannschaft Ostpreußen ein Denkmal im Park am Fuße des Domberges, das an die 30.000 Flüchtlinge erinnert, die zum Kriegsende bei der Überquerung des Haffs ums Leben kamen. Es besteht aus einem 3 Tonnen schweren Findling aus dem Frischen Haff, der am 26. 5. 2001 feierliche eingeweiht wurde. In den Findling wurde eine Tafel mit deutschem und polnischem Text eingelassen: „450.000 ostpreußische Flüchtlinge flohen über Haff und Nehrung, gejagt vom unerbittlichen Krieg. Viele ertranken, andere starben in Eis und Schnee. Ihr Opfer mahnt zu Verständigung und Frieden. Jan.-Febr. 1945“

Neuerdings hat Frauenburg den Status eines Kurortes erlangt, denn man entdeckte hier einen Tiefbrunnen, dessen Wasser höchst mineralienreich ist. Jetzt sucht man einen Investor, der hier ein Sanatorium errichten.[1]



[1] Allensteiner Nachrichten, 24. 11. 2013, S. 2

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Kirchturm und Glockenturm
Blick auf den Domberg 2015
Blick auf den Domberg 2015
Frauenburg 2015 (F. Blattgerste)
Frauenburg 2015 (F. Blattgerste)
Frauenburg Hafen 2015
Frauenburg 2015 (F. Blattgerste)
Frauenburg 2015 (F. Blattgerste)
 
 
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