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Perewalowo – Muldszen/Moldszen/Mulden und der Olympionike Hans Schenk

Um 1600 wurde das Dorf Muldszen durch den Amtshauptmann von Interburg und späteren Landhofmeister Wolf Heinrich Erbtruchseß Freiherr zu Waldburg angelegt und zugleich als neues Kirchspiel vom Kirchspiel Insterburg abgetrennt. Im Jahre 1601 wurde dem Dorf Muldszen der erste Pfarrer, Paul Hoffmann, zugeordnet. Vorher kam ein Seelsorger alle zwei Wochen von Insterburg zu Pferde durch die Wildnis geritten. Der Andacht diente bereits eine Kapelle in Holzbauweise, die 1603 von einer Fachwerkkirche abgelöst wurde. Diese Kirche war im 18. Jh. baufällig – die Kirchenglocke 1754 geborsten, der Kirchturm einsturzgefährdet, sein Holz verfault, die Orgel im siebenjährigen Krieg zerstört. 1762 begannen die Reparaturen.

Eine klassizistische Kirche aus Stein folgte in den Jahren 1806/08 unter Pfarrer George Benjamin Kuwert (1763 – 1832), vermutlich auf dem Platz der vorhergehenden Kapelle. Sie dient seit dem 2. Weltkrieg und auch heute noch als Lagerhalle. Die einst schönen Fenster sind weitgehend zugemauert, aber die Wetterfahne von 1808 soll noch das Turmdach zieren.[1]

Die Häuser des Dorfes sollen sich in ihrer Bausubstanz einigermaßen gehalten haben.

Die Eindeutschung des Namens erfolgte am 16. 7. 1938.

In Moldszen wurde der Olympionike und frühere Bundestrainer der Speerwerfer Hans Schenk geboren (1. 1. 1936 – 19. 1. 2006). Nach der Flucht aus Ostpreußen kam die Mutter mit ihren 6 Kindern, der Vater war gefallen, nach Leverkusen. Am Opladener Realgymnasium fiel bereits sein sportliches Talent auf. Er kam 1951 zu den Leichtathleten vom TSV Bayer 04 Leverkusen, holte auf der Europameisterschaft in Stockholm 1958 Silber und gehörte zur letzten gesamtdeutschen Olympia-Mannschaft von Tokio. Seine persönliche Bestleistung betrug 78,12 Meter. Nach seiner aktiven Zeit wurde er Trainer und betreute die Spitzensportler Klaus Wolfermann (Olympisches Gold 1972) und Klaus-Dieter Tafelmeier (Weltrekord 1986). Daneben lehrte er an der Deutschen Sporthochschule und an einem Leverkusener Gymnasium. Nach einer schwierigen Blinddarm-Operation in Seoul während der Olympischen Spiele 1988 in Korea gab er seine Bundestrainerarbeit auf und widmete sich zukünftig mehr dem Golf.



[1] Wulf D. Wagner, Gerdauen I, S. 110

 
 
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