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Gaj - Grünhof

Das Gründungsjahr von Grünhof liegt im Dunkeln. Bekannt ist, dass Achatius von Kreytzen (1602 – 1663) auf Peisten im frühen 17. Jh. Grünhof samt Krug erwarb. Nach Ablauf eines befristeten Tauschvertrags von 1646 mit Johann Albrecht von Brandt gelangte der Besitz an den Bruder Wolff von Kreytzen (1596 – 1672) auf Peisten und Sillginnen. Bis ins 19. Jh. hinein blieb Grünhof ein Nebengut bzw. Adliges Vorwerk von Sillginnen. 1854 erbte Friedrich Graf von und zu Egloffstein, Bruder des Gutsherrn von Arklitten, von seiner Tante Henriette Gräfin von Viereck das Rittergut Sillginnen und damit auch Grünhof.

Arklitten wurde ab 1842 bewirtschaftet von dem Generalpächter Julius Sucker (1812 – 1882). Als dieser an die Brüder Egloffstein herantrat mit dem Wunsch, eigenen Boden zu erwerben, verständigten sie sich darauf, Grünhof mit Kröligkeim zur Verfügung zu stellen, und so geschah es. Julius Sucker erweiterte den Wirtschaftshof, ließ die wichtigsten Stallungen neu errichten und baute 1862 einen großen Schafstall. Zur Gewinnung des Baumaterials legte er in der Nähe eine Ziegelei an, die handgestrichene Ziegel anfertigte und brannte.

Der Pachtvertrag mit Arklitten lief 1882 aus und Julius Sucker wollte dann seine ganze Kraft in den Ausbau seines neuen Besitzes lenken. Doch er starb noch im selben Jahr. Sein Sohn Julius Sucker jun. (1842 – 1890) übernahm das Gut und führte die Arbeit nach den Vorstellungen des Vaters fort, was vor allem den Park anbelangte.

Der zum Rittergut Grünhof gehörende und seit 1868 von Julius Sucker sen. angelegte 12 ha große Park zeichnete sich durch eine besondere Vielfalt von exotischen Gewächsen aus Japan, China, Sibirien, Indien, Persien, Afrika, Amerika und Australien aus: Alströmersche Hängefichten, Balsamtannen, indische Weißtannen, orientalische Fichten, amerikanische Roteichen und Sumpfeichen, Zypressen, verschiedene Taxusarten, rotblühende Kastanien, Weymuthkiefern, eine Schlangenfichte, ein Ginkgobaum, Blutbuchen, Weißbuchen, verschiedene Linden, eine 1871 gepflanzte „Kaisereiche“ und etliche weitere Baumarten. Man hielt sich zugute, eine größere Artenvielfalt zu bieten als selbst der von Graf Pückler angelegte Park in Muskau sie aufzuweisen hatte und der Grünhofer Park war seinerzeit überregional bekannt.

Auf Julius Sucker jun., der sehr jung starb, folgte 1897 der Sohn Kurt Sucker (1871 – 1945). Er ließ die Feldmark drainieren, die bis dahin vorkommende versumpfte Wildnis in Ackerland oder Wiesen umwandeln, begradigte die nicht mehr durch Gräben begrenzten Schläge, setzte modernen Kunstdünger ein und konnte so die Ertragskraft des Gutes nachhaltig verbessern. Die Modernisierung wurde nach dem 1. Weltkrieg fortgeführt und auch der Park weiter aufwändig gepflegt.

Der Treck des Gutes ging am 26. Januar 1945 auf die Flucht. Zwischen Berent und Karthaus wurde der Treck von den Sowjets überrollt und die Flüchtlinge wurden nach Grünhof zurückgeschickt. Am 1. Mai 1945 starb Kurt Sucker in einer Scheune und wurde auf dem Feld begraben.

Das Gut hatte eine Fläche von 330 ha.

 
 
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