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Die Ordensburg

Eine Burg als Sitz eines Pflegers der Komturei Christburg entstand bereits um 1300. Sie diente dem Schutz der südlichen Randgebiete der Komturei und war Stützpunkt für die Besiedlung der hieisgen Gegend. Angesichts der ständigen litauischen Bedrohung entschloss sich der Orden 1341, Osterode zum Sitz einer Komturei zu machen. Die dafür benötigte Komturburg in der NW-Ecke der Altstadt am Ufer der Drewenz wurde in der Regierungszeit des Komturs Günther von Hohenstein (1349 - 1370), vormals Komtur von Schwetz, 1350 - 1370 vierflügelig in Stein aufgeführt. Im Nordflügel befand sich der Große Remter, davor die Herrenstube, und im nördlichen Teil des Westflügels, dem Torflügel, die Wohnung des Komturs. Das Erdgeschoss im Nordflügel war der Küche, der Vorratslagerung und dem Dienstpersonal vorbehalten, wobei gerade hier einige ursprüngliche Kreuzrippengewölbe aus Backstein erhalten blieben. Im Südflügel gab es im Hauptgeschoss den Kapitalsaal und nach Osten hin die Kapelle, im Erdgeschoss von Nordflügel und Südflügel eine Zentralheizungsanlage. Der Ostflügel beherbergte im unteren Bereich die Brauerei, in den oberen Räumen das Dormitorium.

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Eine Burg als Sitz eines Pflegers der Komturei Christburg entstand bereits um 1300. Sie diente dem Schutz der südlichen Randgebiete der Komturei und war Stützpunkt für die Besiedlung der hieisgen Gegend. Angesichts der ständigen litauischen Bedrohung entschloss sich der Orden 1341, Osterode zum Sitz einer Komturei zu machen. Die dafür benötigte Komturburg in der NW-Ecke der Altstadt am Ufer der Drewenz wurde in der Regierungszeit des Komturs Günther von Hohenstein (1349 - 1370), vormals Komtur von Schwetz, 1350 - 1370 vierflügelig in Stein aufgeführt. Im Nordflügel befand sich der Große Remter, davor die Herrenstube, und im nördlichen Teil des Westflügels, dem Torflügel, die Wohnung des Komturs. Das Erdgeschoss im Nordflügel war der Küche, der Vorratslagerung und dem Dienstpersonal vorbehalten, wobei gerade hier einige ursprüngliche Kreuzrippengewölbe aus Backstein erhalten blieben. Im Südflügel gab es im Hauptgeschoss den Kapitalsaal und nach Osten hin die Kapelle, im Erdgeschoss von Nordflügel und Südflügel eine Zentralheizungsanlage. Der Ostflügel beherbergte im unteren Bereich die Brauerei, in den oberen Räumen das Dormitorium.

Den oberen Abschluss der Räume im Hauptgeschoss bildete eine ringsum laufender Wehrgang und über allem erhoben sich in 2 bis 3 Etagen unter hohem Spitzdach die Speicherräume für die Getreidevorräte. Die Gesamtanlage war bis auf den Portalbereich unterkellert. Es gab keinen hohen Wachturm , den Bergfried, sonder nur einen Treppenturm mit Wendeltreppe im Schlosshof.

Heute ist die Burg von Osterode ein einzigartiges Beispiel für den Typ der Komturburg im Ordensland, die deren Organisationsprinzip noch vollständig zeigt. Lediglich der Turm blieb unvollendet.[1] Informationen, Bilder und Grundrisse über die Burg in Osterode findet man bei Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, "Burgen im Deutschordensstaat Preußen - Pomesanien, Oberland, Ermland, Masuren", Olsztyn 2009, S. 318 - 328

Von der Vorburg, mit der man wegen Platzmangels auf das jenseitige Ufer der Drewenz (Drweca) ausweichen musste, sind keinerlei Überreste mehr vorhanden.

Fürst Kynstut brannte die Burg 1380 nieder, doch sie wurde bald wieder aufgebaut. So residierte hier 1407 – 1410 der Hohenzollerngraf Friedrich, später Großkomtur, als Komtur bis zum 13. April. Sein Nachfolger im Amt, Gamrath von Pinzenau, fiel bereits 3 Moante später in der Tannenbergschlacht. Nach der Schlacht bei Tannenberg 1410 beherbergte die Burg den Leichnam von Ulrich von Jungingen, die dann von Klaus von Döringen an die Polen ausgeliefert wurde.

Im Städtekrieg wurde die Burg zwar gleich anfänglich 1454 vom Preußischen Bund, der in Osterode von Johann Baysen-Bazynski auf Basien, Oschekau und Heeselicht geführt wurde, eingenommen, doch bereits nach 14 Tagen von einer Ordensstreitmacht zurück erobert und nicht wieder hergegeben. Deshalb gab es hier in dieser Zeit keine sonderlichen Beschädigungen.[2]

Seit 1525 war die Burg Sitz eines Amtshauptmanns. Erster Hauptmann war der bisherige Komtur Quirin Schlick Graf von Passaun. 1628 besetzten schwedische Truppen die Festung. Sie war von 1633 - 1643 an Herzogs Johann Christian von Liegnitz und Brieg verpfändet und diente diesem zusammen mit seiner Frau, einer geborenen Dorothea Sybille von Hohenzollern, 1638/39 als fürstliche Residenz Beide starben in Osterode.

In neuerer Zeit diente die Burg als Gefängnis und beherbergte im Obergeschoss des Torflügels eine Gerichtsstube.Im Ostflügel hatte man Pulverfässer deponiert.

Bei dem großen Stadtbrand 1788 wurde auch die Burg stark in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere durch eine gewaltige Explosion jener Pulverfässer, der Ostflügel und die oberen Stockwerke daraufhin abgerissen. Zwar wurden die Stockwerke wieder aufgemauert, aber die ordenszeitliche Bausubstanz findet man seitdem nur noch in den unteren Umfassungsmauern, in Teilbereichen vom Erdgeschoss, in den Kellerräumen und am Hauptportal. Danach war die Burg Verwaltungsgebäude.

Napoleon wohnte in einem Raum neben dem ehemaligen kleinen Remter, der zur Ordenszeit als Herrenstube fungiert hatte. Nach den Befreiungskriegen wurde die Stube zum Büro gewandelt und noch später zur Speisekammer der Frau Landrätin.

Während des letzten Krieges brannte die Burg vollständig aus. Von 1977 - 1992 erfolgte ein umfassender Wiederaufbau. Rekonstruiert wurden die Portale und Gewölbe im Erdgeschoß und der Holzkreuzgang im Hof. An der Stelle des Ostflügels steht heute ein Mauer. Die Räume werden genutzt von einem 2000 gegründeten Museum, von Kultureinrichtungen und von einem Restaurant.

Im Mai 1923 führte die archäologische Untersuchung eines Hünengrabes bei Frögenau zu dessen Rettung. Der Steinschrein wurde 1934 vor dem Eingang des Gymnasiums aufgestellt und fand 1998 im Park zwischen Burg und Drewenz seinen Platz.


[1] Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, Burgen im Deutschordensstaat Preußen, Olsztyn 2009, S. 318
[2] Malgorzata Jackiewicz-Garniec/Miroslaw Garniec, Burgen im Deutschordensstaat Preußen, Olsztyn 2009, S. 326

Konventsremter/Konzertsaal (H. Hoch, Osteroder Zeitung 2012)
 
 
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