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Frühe Bewohner von Schloss Finckenstein

Der Bauherr des Schlosses und sein erster Bewohner war ein herausragender Vertreter des ostpreußischen Adels im Königreich Preußen und der bekannteste Repräsentant seiner Familie, Albrecht Conrad Finck von Finckenstein (1660 – 1735). Er wurde in dem abgelegenen kleinen Dorf Saberau bei Neidenburg geboren, wo seine Eltern vor der gerade grassierenden Pest Zuflucht gesucht hatten. Als er drei Jahre alt war, starb nach dem Vater auch die Mutter und der junge Adelsspross wuchs bei Verwandten auf.

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Der Bauherr des Schlosses und sein erster Bewohner war ein herausragender Vertreter des ostpreußischen Adels im Königreich Preußen und der bekannteste Repräsentant seiner Familie,Albrecht Conrad Finck von Finckenstein (1660 – 1735). Er wurde in dem abgelegenen kleinen Dorf Saberau bei Neidenburg geboren, wo seine Eltern vor der gerade grassierenden Pest Zuflucht gesucht hatten. Als er drei Jahre alt war, starb nach dem Vater auch die Mutter und der junge Adelsspross wuchs bei Verwandten auf.

Albrecht von Finckenstein begann mit 16 Jahren seine militärische Karriere in den Niederlanden und in Frankreich. 1689 trat er als Major in brandenburgische Dienste und wurde 1692 zum Oberst befördert. Im spanischen Erbfolgekrieg kämpfte er an der Seite von Prinz Eugen. Nachdem sich der Oberst in der Schlacht von Malplaquet besonders ausgezeichnet hatte, verlieh ihm der Kaiser auf Vorschlag von Prinz Eugen die Reichsgrafenwürde. 1711 avancierte von Finckenstein zum Kommandeur eines Infanterie-Regiments, 1713 zum Chef der Kadettenanstalt und zum General der Infanterie, 1718 zum Gouverneur von Memel, 1733 zum Generalfeldmarschall.

Am Hof gehörte Albrecht von Finckenstein zum engeren Kreis der Kurfürstin und späteren Königin Sophie Charlotte. Er heiratete eine ihrer Hofdamen, Susanna von Hoff, und die Hochzeit im Mai 1700 richtete die Kurfürstin im Berliner Schloß aus.

Dem General wurde die einzigartige Aufgabe zuteil, der Erzieher zweier preußischer Könige zu sein. Von 1704 bis 1706 war er Oberhofmeister des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm I. und von 1718 bis 1729 Oberhofmeister des Kronprinzen Friedrich und späteren Königs Friedrich der Große. Bis zu seinem Tode genoss er das volle Vertrauen des Soldatenkönigs, auf dessen Veranlassung er in den Jahren 1716 bis 1721 das Finckensteiner Schloss erbaute. Im Jahre 1718 wurde die Herrschaft Habersdorf gelegentlich der Anwesenheit des Königs in „ Finckenstein" umgetauft. Das Schloss hatte die doppelte Bestimmung, sowohl dem Gutsherrn als Wohnung zu dienen als auch dem König auf seinen Reisen von Berlin über Marienwerder, Riesenburg nach Königsberg ein würdiges Absteigequartier zu bieten.

Der Sohn und Erbe des Erbauers war Generalleutnant Friedrich Ludwig Graf von Finckenstein, dessen erbende Tochter Caroline 1769 den damaligen Besitzer von Schlobitten und Prökelwitz, den Obermarschall im Königreich Preußen, Friedrich Alexander Burggraf und Graf zu Dohna, heiratete, der 1782 die Herrschaft Finckenstein von seinem Schwiegervater käuflich erwarb. Seitdem war Finckenstein in ununterbrochener Folge bis 1945 in Dohnaschem Besitz. Nach dem Tode des Obermarschalls erbte zunächst seine Witwe Finckenstein und nach deren Tod im Jahre 1825 sein zweitgeborener Sohn Wilhelm zu Dohna, während der Älteste, Alexander, Schlobitten übernahm. Wilhelms Ehe mit Amalie Gräfin von Schlieben blieb kinderlos. Nach ihm erbte sein jüngerer Bruder Fabian zu Dohna, der mit Theophile Burggräfin zu Dohna-Lauck-Wundlacken vermählt war, den Besitz..

Der dritte Sohn des Schloss-Erbauers, Karl Wilhelm Finck von Finckenstein (11. Februar 1714 – 3. Januar 1800), war über lange Jahre als preußischer Politiker tätig. Er gehörte zu den Jugendfreunden des Kronprinzen Friedrich und stand diesem als Ratgeber lebenslang zur Seite. Nach seinem Eintritt in den preußischen Staatsdienst und der Ernennung zum Legationsrat trat er in den diplomatischen Dienst ein. Als Gesandter in Stockholm, Kopenhagen, London und Petersburg erlangte er großes Ansehen. 1749 ernannte ihn Friedrich II. zum Nachfolger des verstorbenen Kabinettsministers von Mardefeld. In einer Geheimen Instruktion vom 11. Januar 1757 überantwortete Friedrich II. für den Fall seines Todes oder einer Gefangennahme dem Minister die Staatsgeschäfte. Karl Wilhelm Finck von Finckenstein diente auch den folgenden Monarchen und konnte sein 50jähriges Ministerjubiläumbegehen. Karl Wilhelm erwarb 1752 Gut Alt Madlitz im Lebuser Land unweit der Oder, wo die Familie noch heute ansässig ist.

In dem ersten Raum im Obergeschoss des südlichen Querflügels, der Lederstube, die unmittelbar an das Hauptgeschoss angrenzte, wohnte von 1790 - 1793 Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher (21. 11. 1768 – 12. 2. 1834), der vom Obermarschall Friedrich Alexander zu Dohna als Hauslehrer angestellt war, damit er dessen zweitgeborenen Sohn Wilhelm, den Erben von Finckenstein, unterrichtete.

 
 
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