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Das Baumaterial für die Marienburg

Auf einer Tafel im Innenhof des Mittelschlosses der Marienburg steht in lateinischer Sprache geschrieben, dass man Mailand aus Marmor, Ofen (Buda) aus Stein und die Marienburg aus Schlamm erbaut habe. Der Schlamm deutet aber mehr auf den Untergrund, einen künstlich aufgeschütteten Erdhügel, hin, in den die Burg durch die Last der Baumassen seit Jahrhunderten langsam einsinkt.


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Auf einer Tafel im Innenhof des Mittelschlosses der Marienburg steht in lateinischer Sprache geschrieben, dass man Mailand aus Marmor, Ofen (Buda) aus Stein und die Marienburg aus Schlamm erbaut habe. Der Schlamm deutet aber mehr auf den Untergrund, einen künstlich aufgeschütteten Erdhügel, hin, in den die Burg durch die Last der Baumassen seit Jahrhunderten langsam einsinkt.

Holz war als Baumaterial zu verwundbar und sonst gab es im Land nichts als Feldsteine, die sich allenfalls für die Fundamente eigneten. Jedoch waren Ziegelton und Lehm in Ostpreußen ausreichend vorhanden. Die Kenntnis der Ziegelbrennerei brachten die Zisterzienser im 12. Jh. aus Oberitalien mit. Die Herstellung ausreichender Mengen Ziegel war damals aber durchaus ein Problem. Man hat berechnet, dass für den Bau des Hochschlosses einschließlich der Wehranlagen rd. 4,5 Mio. Ziegel incl. Dachziegel benötigt wurden. Ein Brennofen schaffte damals bei 2 Bränden pro Jahr 80.000 Ziegel im großen Klosterformat (9 x 15 x 32 cm). Die vermutlich 8 Brennöfen, die man in Marienburg gebaut hatte, schafften also gerade 640.000 Ziegel pro Jahr und deshalb war der Abriss der Burg Zantir unumgänglich, um den Produktionsengpass zu überbrücken.

Den ungebrannten Kalk holte man per Schiff aus Gotland, Öland, Ösel, aus Rügen und vielleicht aus Rüdersdorf bei Berlin, sofern man nicht Findlingskalk einsetzte, den man höchst mühsam durch Mahlen aus den eiszeitlichen Stein-Hinterlassenschaften gewann.

 
 
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