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Vorburg und Burgtore der Marienburg

In der Vorburg wurden alle Gewerke untergebracht, die für die Aufrechterhaltung des Lebens in der Marienburg erforderlich waren, auch im möglichen Fall einer Belagerung: Kornspeicher, 3 Mühlen, Gießhaus (Geschützgießerei), Backhaus, Brauhaus, Münze, Karwan (Zeughaus), diverse Werkstätten.

Dazu gehörte auch ein Gesindewohnhaus mit einer Kapelle, der Lorenzkapelle, erbaut 1358, und Söldnerunterkünfte. Der Graudenzer Altar, ein berühmter Doppelflügelaltar, von einem rheinischen Meister um 1370 - 1390 angefertigt, der einst in der Lorenzkapelle stand, hat den Krieg überstanden und wird heute im Warschauer Nationalmuseum ausgestellt.


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In der Vorburg wurden alle Gewerke untergebracht, die für die Aufrechterhaltung des Lebens in der Marienburg erforderlich waren, auch im möglichen Fall einer Belagerung: Kornspeicher, 3 Mühlen, Gießhaus (Geschützgießerei), Backhaus, Brauhaus, Münze, Karwan (Zeughaus), diverse Werkstätten.

Dazu gehörte auch ein Gesindewohnhaus mit einer Kapelle, der Lorenzkapelle, erbaut 1358, und Söldnerunterkünfte. Der Graudenzer Altar, ein berühmter Doppelflügelaltar, von einem rheinischen Meister um 1370 - 1390 angefertigt, der einst in der Lorenzkapelle stand, hat den Krieg überstanden und wird heute im Warschauer Nationalmuseum ausgestellt.

Das erhaltene Gießhaus von 1417 wird heute geziert vom Rest des Katznaser Kirchengiebels von 1706, eingefügt 1907. Der Karwan wird wieder aufgebaut.

Die beiden runden Basteien an der Nogatseite zwischen Hoch- und Mittelschloss flankieren dasBrückentor aus der Zeit des Hochmeisters Dietrich von Altenburg (1335 - 1341). Die runde Form der beiden Türme des Brückentors wählte man möglicherweise, um sie widerstandsfähiger gegen den Eisgang bei Hochwasser zu machen. Sie sind oben durch einen Wehrgang verbunden. Zwischenzeitlich stark ramponiert, wurden die Türme im Jahre 1896 durch Steinbrecht erst wieder hergestellt. Die zugehörige Brücke über die Nogat entstand ebenfalls unter Hochmeister Dietrich von Altenburg. Nachdem Heinrich von Plauen sie als Maßnahme zur Verteidigung der Burg 1410 abbrechen ließ, wurde sie ab 1412 wieder aufgebaut. Schwere Beschädigungen erlitt sie 1714 und 1717. BeimEisgang von 1735 wurde die Pfahlbrücke vollständig zerstört und dann nicht wieder aufgebaut. Infolgedessen erhielt die Stadt 1741 die Erlaubnis, eine Schiffbrücke zu bauen, deren Kähne im Herbst vor Eintritt des Winters aus dem Wasser geholt wurden. Dieser Zustand dauerte bis 1915. Die dann neu errichtete Brücke liegt 150 m unterhalb der Ordensbrücke.

An der Nordspitze der Vorburg steht als Rest der Verteidigungstürme noch der runde Buttermilchturmvon 1335. Hennenberger nennt ihn 1595 den Butterturm, wohl wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Butterfass, und so entwickelte sich sein Name. Mindestens im 15. Jh. diente dieser Turm als Gefängnis. Unmittelbar daneben lag in der Nordmauer ein Ausfalltor. Durch dieses Tor war König Kasimir 1457 in die Marienburg eingezogen. Es wurde dann von den Polen vermauert.

Der Pulver - Turm ist auf viereckigem Grundriss errichtet und in voller Höhe mit altem Mauerwerk und dem Dachstuhl des 14. Jahrhunderts erhalten. Der Name Pulverturm tauchte erst in polnischer Zeit auf, zuerst 1607. Im Jahre 1907 wurde von Steinbrecht das Zeltdach umgedeckt.

Das Schnitztor auf der östlichen Landseite mit den beiden ungleich dimensionierten Türmen bildete einst den Haupteingang zur Burg. Sie gehören zur ältesten Anlage der Vorburgmauer. Der kleinere Turm wurde noch 1812 bis auf das Erdgeschoss abgebrochen, aber 1912 unter Steinbrecht wieder hergestellt. Die Tordurchfahrt mit 2 Torbögen ist im Erdgeschoss alt, das Obergeschoss wurde ebenfalls 1912 aufgesetzt. Im Torweg befindet sich jetzt eine Gedenktafel für den Hauptmann von Gayl, der 1854-1861 den Festungsbau in Marienburg leitete. Der Große Turm hat im Erdgeschoss ein schönes Sterngewölbe, vielleicht lag hier die Wachtstube für die Kumpane des Tormeisters.

Quer durch die Vorburg verlief auf einem extra aufgeschütteten Damm die erste Eisenbahnstrecke, die die Nogat über eine 1851 - 1857 gebaute Brücke überquerte. Da diese Brücke nur begrenzt belastbar war und den gestiegenen Transportbedürfnissen nicht mehr genügte, baute man 1889 - 1891 eine neue Brücke über die Nogat und legte den dazugehörigen Bahndamm wieder durch die Vorburg. Beide Brücken wurden am Ende des 2. Weltkriegs von den abziehenden deutschen Truppen gesprengt und nicht wieder aufgebaut. In etlichen Berichten von Reisenden, vor allem seit den territorialen Veränderungen durch den Versailler Vertrag, wird des Öfteren die Vorbeifahrt an der Burg des Ordens gerühmt, die für die nach Osten Reisenden wie ein Willkommensgruß der jetzt vom Reich abgetrennten Provinz empfunden wurde.

 
 
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