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Vor 105 Jahren wurde Konrad Zuse geboren

Vor 105 Jahren wurde Konrad Zuse geboren

22.06.2015

Konrad Zuse (22. 6. 1910 – 18. 12. 1995) wurde in Berlin-Wilmersdorf geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend aber in Braunsberg, wo sein Vater als Postbeamter tätig war. Besuch des Gymnasiums Hosianum in Braunsberg. 1925 wurde der Vater nach Hoyerswerda in der Oberlausitz versetzt, um das dortige Postamts zu leiten. Hier legte Zuse 1928 sein Abitur ab. Es folgte das Studium an der TH Berlin – zunächst Maschinenbau, dann einige Semester Architektur und letztlich Bauingenieurwesen.. 1934 war er als Statiker Mitarbeiter bei den Berliner Henschel-Flugzeugwerken. Diese Stelle gab er auf, um als freier Erfinder vollautomatische Rechenanlagen zu bauen. 1936 odr 1938 baute Zuse in Berlin-Wilmersdorf den ersten binären Rechner der Welt zusammen, die Z1, indem er das von Leibniz ersonnene binäre Zahlensystem durch eine sog. Flip-Flop-Schaltung im Hochleistungsbereich für elektrische Additionen und Subtraktionen nutzbar machte. Der Nachbau dieses Rechners, der im Krieg zerstört worden war, steht heute im Berliner Technik-Museum. Es war die „erste vollautomatische, programmgesteuerte und frei programmierte, in binärer Gleitpunktrechnung arbeitende Rechenanlage“. Er schaffte bis zu 1,5 Mio Umschaltungen/sec., was angesichts heutiger 80 Mrd./sec. gering erscheint und doch sehr bahnbrechend war.

Es folgte die Z2, die schon ein elektromagnetisches Relais hatte, dann Z3 und Z4. 1941 stellte er einem Expertengremium in der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin-Adlershof eine vollautomatische, programmgesteuerte und frei programmierbare Rechenanlage vor. Die Z 3 wurde im Krieg zerstört. Er musste Wissenschaftler, die diese Anlage selbst gesehen hatten, als Zeuge aufbieten, um zu beweisen, dass seine Erfindung früher erfolgte als die Mark 1 von Howard Aiken von 1944, die lange als Erstgeburt galt.

Mit dem zuletzt entwickelten, als kriegswichtig eingestuften Modell, das von den Henschelwerken bestellt worden war, verpackt in 20 Kisten, zog Zuse kurz nach seiner Heirat im Januar 1945 von Berlin ins Allgäu. Dort eröffnete er 1946 in Hopferau ein Ingenieurbüro und begann, die beschädigte Z 4 zu reparieren. Die ETH Zürich, vertreten durch Prof. Eduard Stiefel, zeigte Interessen an der Erfindung und mietete die reparierte Anlage für 5 Jahre.

1949 gründete er die Zuse KG in Neukirchen, später verlegt nach Bad Hersfeld, und war erster Produzent von elektronischen Rechnern für die kommerzielle Anwendung. Die Serienfertigung von Computern begann 1955. Höhepunkt war 1958 der Bau der Z 22, ein programmgesteuerter Rechner auf elektronischer Basis, benutzt vor allem von Hochschulen.

Mit den bereits transistorgesteuerten moderneren Z 23 und Z 31 kam Zuse nicht mehr gegen die amerikanischen Computer, vor allem von IBM, an. Seine Firma mit inzwischen 1200 Mitarbeitern geriet in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1967 von Siemens übernommen. Siemens schickte ihn 1969 mit einer mäßigen Pension, die erst später aufgebessert wurde, in den Ruhestand. 1971 wurde der Firmenname im Handelsregister gelöscht. Noch 1967 wurde sein Patentantrag für die Z 3 wegen fehlender „Erfindungshöhe“ abgelehnt. Schließlich hätte es die Einzelteile damals alle bereits gegeben, hieß es zur Begründung.

In den letzten 40 Jahren – ab 1949 – lebte Konrad Zuse in der kleinen Stadt Hünfeld in der Hessischen Rhön und widmete sich hier der Malerei, veröffentlicht unter dem Pseudonym KUNO SEE. Dazu gehörten auch Porträts von Roman Herzog, Heinz Nixdorf und Bill Gates, das er einem Gerücht zufolge über seinem Schreibtisch zu hängen hatte. In Hünfeld starb er am 22. 12. 1995. Sein Sohn Horst lehrt heute an der TU Berlin Informatik, also dort, wo der Vater einst studiert hatte. Erst im Alter wurden Konrad Zuses Verdienste anerkannt. Er erhielt Ehrendoktorwürden und das Bundesverdienstkreuz. Im Museum stehen Nachbauten der Modelle Z 1 und Z 3 sowie Originale der Z 4, Z 22 und Z 64

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