Ostpreußen

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Literatur: Christian Tillich – Die Albertus-Universität Königsberg, 1. Band 1871 – 1918

10.01.2013

Naturwissenschaftler und Mathematiker, die, wie der Astronom Friedrich Wilhelm Bessel, der Physiker Franz Ernst Neumann, der Zoologe Karl Ernst von Baer, die Mathematiker Carl Gustav Jacobi und David Hilbert, die Physiologen Ernst Wilhelm von Brücke und Hermann von Helmholtz, für die nachkantische Glanzperiode der Albertina im 19. Jahrhundert stehen, werden kaum mehr mit ihren Königsberger Amtsjahren assoziiert. Erst in jüngster Zeit, im Disput über die Funktion der deutschen “Ostforschung” in der NS-Ära, fiel auf Hans Rothfels, Theodor Schieder, Werner Conze und Theodor Oberländer, als deren Königsberger Exponenten, ein wenig Licht auch auf den nordöstlichsten Wissenschaftsstandort des Deutschen Reiches. Die in diesem Kontext kolportierten Klischees über die ostpreußische Alma Mater als eine dem Nationalsozialismus lange vor 1933 den Weg ebnende, danach in “Lebensraum”-Planungen involvierte “Grenzlanduniversität” machen indes nur deutlich, dass die letzten Monographien zur Universitätsgeschichte aus den Jubiläumsjahren 1894 und 1944 datieren. Diese seitdem sich auftuende große Forschungslücke, Folge gleichermaßen eines politisch induzierten Verlustes an Erinnerung an die preußisch-deutschen Ostgebiete in der Bonner Republik und in der DDR wie des bis 1991 währenden sowjetischen “Experiments Geschichtslosigkeit” (Hartmut Boockmann) im heutigen Kaliningrad, soll mit einer zweibändigen, 1871 einsetzenden, bis zum Untergang der Albertina im Frühjahr 1945 führenden Universitätsgeschichte geschlossen werden. Denn: “Die Geschichte der deutschen Universitäten, die deutsche Geistes- und Wissenschaftsgeschichte ohne Königsberg wäre entstellt” (H. Boockmann). Der zweite Band (1918/19 bis 1945) erscheint voraussichtlich Ende 2014.

(Lutz Szemkus, 10. 1. 2013)