Gumbinnen

Geschichte der Stadt Gumbinnen an der Pissa

Bei Gumbinnen bis in den Kreis Stallupönen findet sich der nach dem Gebiet der Litauischen Niederung fruchtbarste Ackerboden der Provinz Ostpreußen. Bis in die Zeit um 1700 war Gumbinnen aber ein kleines Nest und hatte nur wenige Gehöfte. Eine erste Kirche, zunächst als Fachwerk-Wehrkirche, soll unter Herzog Albrecht 1545 gebaut worden sein. Seit etwa 1550 benutzt man den Namen „Gumbinnen“, der 1578 erstmals in einer Urkunde auftaucht. Erster bekannter Pfarrer ist Alexander Rohd.[13]

Nachdem jedoch die Große Pest 1709 – 1711 große Teile Ostpreußens entvölkert hatte, wurde Gumbinnen das Organisationszentrum für die Neubesiedlung, das „Retablissement“ Friedrich Wilhelms I. Der König richtete 1723 hier die „Litauische Deputation“ für die Verwaltung des östlichen, litauischen Teils von Preußen ein, aus der 1736 die Kriegs- und Domänenkammer und 1816 die Regierung hervorging. Damit ist Gumbinnen seit 1724 Regierungssitz. Erster Präsident war Matthias Christoph von Bredow. Als Sitz der Regierung entwarf Joachim Ludwig Schultheiß von Unfried ein „Conferenzgebäude“, das 1727 gebaut wurde.

1724 erhob der König Gumbinnen zur Stadt. In der Folgezeit wurde deren Entwicklung geprägt durch die Einwanderung von Glaubensflüchtlingen aus Salzburg, Hugenotten aus Frankreich, Calvinisten aus der Schweiz und von Mennoniten aus Holland, aber auch von Zuwanderern aus Schottland, Litauen, Polen und aus verschiedenen deutschen Fürstentümern. Gumbinnen wurde zum Regierungssitz für den östlichsten Regierungsbezirk des Deutschen Reichs bis 1945 mit etlichen Behörden und einer Garnison und war demzufolge eine stark von Beamten geprägte Stadt.

Zwischen 1730 und 1740 wurden alle Hauptstrassen Gumbinnens gepflastert, vornehmlich auf Staatskosten. Wie streng man in Preußen die Veruntreuung von Staatsgeldern ahndete, ist ebenfalls aus dieser Zeit überliefert. Der Kriegs- und Domänenrat von Schlubhut, der beim Bau seines Hauses in Gumbinnen, zu dem ihn der König gedrängt hatte, in finanzielle Schwierigkeiten geriet, lieh sich entgegen den Vorschriften Geld aus der Staatskasse. Dafür wurde er am 25. August 1731 in Königsberg exekutiert.

1812 lagerte hier der Hauptteil der französischen Armee auf dem Weg nach Moskau und Napoleon selbst verbrachte hier 3 Tage.

Von 1839 – 1845 war Carl Gustav Friedrich Hasselbach Regierungsrat in Gumbinnen. Dieser Beamte steht in den Annalen als einer der herausragenden Bürgermeister von Magdeburg, der diese Stadt von 1851 – 1881 regierte und so erfolgreich wirkte, dass man heute noch einen zentralen Platz nach ihm benannte und einem Brunnen seinen Namen gab.

Um die Landwirtschaft zu fördern, richtete man im 19. Jh. in Ostpreußen „landwirtschaftliche Winterschulen“ ein, die später schlicht „landwirtschaftliche Schulen” genannt wurden. Zu Beginn des 1. Weltkriegs gab es 19 landwirtschaftliche Schulen in Ostpreußen, doch die erste wurde 1874 in Gumbinnen gegründet. Der Unterricht erstreckte sich nach dem 1. Weltkrieg über zwei Winterhalbjahre. Neben allgemeinbildenden Fächern gab es spezifische Unterrichtsschwerpunkte in Bodenkunde, Pflanzenanbau, Tierzüchtung, Haltung von Haustieren, Tierheilkunde, Betriebslehre, Geschäftsverkehr, Buchführung, Gesetzes- und Verwaltungskunde.[1]

Am 20. August 1914 fand bei Gumbinnen eine Schlacht statt, an der 200.000 russische Soldaten unter General Paul Karlowitsch Edler von Rennenkampf einer Streitmacht von 150.000 Preußen gegenüber standen, die von General von Prittwitz befehligt wurde. Die Preußen unterlagen, was General v. Prittwitz veranlasste, sich zurückzuziehen und Ostpreußen aufzugeben. Das führte zu seiner Ablösung. Er wurde durch den reaktivierten General von Hindenburg ersetzt, der von General Ludendorff als Generalstabchef unterstützt wurde. Gleichzeitig nutzte General Samsonow die günstige Gelegenheit, im Süden Ostpreußens vorzustoßen, wo diese russische Armee dann von General v. Hindenburg in einer Kesselschlacht vernichtet wurde. Der Sieg bei Gumbinnen erfüllt die Russen auch nach 100 Jahren noch mit Stolz, der u. a darin zum Ausdruck kommt, dass auf dem Schlachtfeld zu diesem Jubiläum eine Gedenkstätte eingeweiht werden soll. Vor der Stadthalle in Kaliningrad – Königsberg steht neuerdings schon mal eine Stele, die elektronisch angibt, wie viel Tage bis zum 20. August 2014 noch vergehen werden.[2]

Seit 1925 wurden sportliche Ostpreußenfahrten mit dem Automobil veranstaltet. Die Strecke führte von Königsberg über Groß Heydekrug, Caspershöfen, Adlig Linkau, Drugehnen, Perteltnicken, Groß Ladtkeim, Palmnicken, Brüsterort, Craam, Neukuhren, Rudau, Laptau, Powunden, Liska Schaaken bis nach Nesselbeck. An diesem Wettbewerb nahm des Öfteren auch der in Gumbinnen ansässige Hans Tanck teil. Er war Generalvertreter des Autoherstellers Auto-Union mit den Marken DKW, Wanderer und Horch. Die Strecke verlief nicht nur über befestigte Straßen, sondern mitunter auf Feldwegen und durch Schlammlöcher. 1935 gingen 453 Fahrer an den Start, aber nur 151 Fahrer kamen ins Ziel. Hans Tanck blieb dabei strafpunktefrei und erzielte auf seinem Auto „Wanderer“ den Siegerpreis.[3]

Ein beliebtes Ziel für einen Sonntagsspaziergang war den Gumbinnern der Vortort Fichtenwalde, 2. Bis 3 km von der Stadtmitte entfernt. Hier gab es für die Kinder eine Spielwiese oder Buddelmöglichkeiten bei den Großen Sandbergen, und für die Erwachsenen bot sich die Einkehr im Restaurant Waldschlößchen oder in der Waldschenke Jodlack an. Dort steht immer noch die Tafel des einstigen Holzfällerdenkmals.

Am 16. Oktober 1944 warfen 500 russische Flugzeuge tonnenweise Brand- und Sprengbomben auf die Stadt. Am 20. Oktober kamen die sowjetischen Truppen bis auf 7 km an Gumbinnen heran und die Stadt musste geräumt werden. Bei der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee 1945 wurde Gumbinnen endgültig zu zwei Dritteln zerstört. Seinen neuen russischen Namen erhielt der Ort zu Ehren des im Kampf um Gumbinnen gefallenen Hauptmanns Sergej Iwanowitsch Gusev.[4]

Richard Friese (15. 12. 1854 – 29. 6. 1918), wurde in Gumbinnen als Sohn eines Regierungsbeamten geboren und starb in Bad Zwischenahn. Berühmt geworden ist er durch seine Tierbilder und seine bronzenen Tierplastiken wie dem kapitalen Sechzehnender bei der Hubertus-Kapelle des kaiserlichen Jagdschlosses Rominten, dessen Vorbild Wilhelm II. erlegt hatte. Nach der Schulzeit und anfänglicher Hilfstätigkeit beim Magistrat in Gumbinnen ging er 1871 nach Berlin. Dort machte er eine Ausbildung als Lithograph und studierte von 1877 – 1880 an der Kunstakademie. Anschließend eröffnete er ein eigenes Atelier in der Hauptstadt. Dort arbeitete er so erfolgreich, dass man ihn 1892 in die Akademie der Künste berief und 1896 zum Professor ernannte. Er reiste viel, so nach Syrien und Palästina, nach Norwegen, Spitzbergen, auf die Polarinseln, nach Kanada. Seine Motive fand er aber auch in Ostpreußen – im Ibenhorster Forst, dem Großen Moosbruch, der Rominter Heide und der Memelniederung. Neben Werken der Malerei wie dem „Röhrenden Hirsch“ oder „Frühmorgens in der Rominter Heide“ (heute im Ostpreußischen Landesmuseum, Lüneburg) schuf er viele Tierplastiken, so auch die nicht mehr existierenden Hirschfiguren auf der Hirschbrücke in Rominten.

Gerd Siemoneit (6. 3. 1931 – 20. 7. 2021) kam als Sohn des Zeitsoldaten und Kantinenpächters in der Gumbinner Kaserne in dieser militärischen Umgebung zur Welt. Schon als Kind entwickelte er ein großes Interesse für Tiere, so für die Pferde, denen er verschiedentlich in seiner Heimatstadt begegnete, z. B. vor Kutschen oder den Bierwagen oder für die Welt des Zirkus, von denen verschiedentlich einer durch Gumbinnen kam.  Die Circus-Sucht erwischte ihn schon, als er als l3jähriger den 1942 gedrehten Circus-Film ‘Die große Nummer ’mit Rudolf Prack gesehen hatte. Er wollte jetzt Tierlehrer oder Raubtierdompteur odeer Circus-Direktor werden. Seine bisherigen Berufswünsche, Tierarzt oder Förster, verwarf er zum Leidwesen meiner Eltern. Sie hatten sich schon damit abfinden müssen, dass ihr ältester Sohn keine berufliche Laufbahn mit Pensionsberechtigung einschlagen und auch nicht in die Fußstapfen des Vaters als Kantinenpächter in den Gumbinner Kasernen treten wollte. In seinem Beruf wollte er mit Tieren zu tun haben. Das wussten seine Eltern, weil sie ihren tiernärrischen Sohn fast nur noch in den Reitställen der Kasernen antrafen.

Der Vater fiel im Krieg. Die Mutter flüchtete mit den Kindern, zunächst nach Dresden, wo Gerd im Februar 1945 die Zerstörung der Stadt mitsamt dem berühmten Circus Sarrasani miterlebte. Später ging es nach Hamburg, wo sich der 15-Jährige keinen anderen Beruf mehr als den des Zirkusartisten denken konnte. Aber er sollte Drucker werden.

Er verließ die Mutter und heuerte beim Zirkus Williams an – als Stallbursche. Den Umgang mit Pferden hatte er noch vom Vater gelernt. Gerds Talent wurde entdeckt, er ging 1948 zum Zirkus Kreiser-Barum, wurde zum Jockey ausgebildet und gründete mit zwei jungen Kollegen eine akrobatische Pferdenummer. 1950 beendete ein Huftritt gegen das Knie seine Jockeykarriere, die gerade erst begonnen hatte. Ein gutes Jahr später 1952 konnte er von Sepp Wiesner fünf Tiger und Löwen übernehmen – im alten Stil, der den mutigen Bezwinger im Vordergrund sah. Wenig später vertraute ihm der dänische Zirkus Benneweis Raubtiere an, mehrere Gruppen hintereinander. Engagements beim Circus Apollo folgten, Gastspiele in Südosteuropa – und schwere Verletzungen. Ende der fünfziger Jahre folgte eine große gemischte Raubtiergruppe, mit der er wieder für Benneweis arbeitete. 1962/63 kaufte er eigene Tiere – Löwen, Tiger, Leoparden und den berühmten schwarzen Panther Onyx. “Onyx” sprang ihm aus drei Metern Höhe in die Arme. Das war der Durchbruch. Siemoneit wurde von Knie und anderen berühmten Zirkussen engagiert.
1970 übernahm “GSB” den Fundus des bereits 1968 eingestellten Zirkus Barum und machte sich als “Circus Safari” selbstständig. Das ging schief. Im zweiten Anlauf entstand 1972 nach notariellen Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft der verstorbenen Direktorin Margarete Kreiser-Barum der Circus Barum neu. Mit dem Erwerb der Rechte an dem Namen Barum konnte er sich nunmehr Siemoneit-Barum nennen und der Circus Safari firmierte fortan als Circus Siemoneit-Barum. Jetzt wurde er einer der ganz wenigen großen und seriösen Zirkusunternehmen in Deutschland. Siemoneit wurde ausgezeichnet: zwei Preise beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo, darunter der „Silberne Clown“, die höchste Auszeichnung der Zirkuswelt, die ihm von Fürst Rainier II. überreicht wurde. Außerdem erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Mit der Saison 2001 beendete Gerd Simoneit-Barum seine Karriere als Dompteur und 2008 stand er das letzte Mal als Zirkusdirektor in der Manege. Wenig später endeten die Vorstellungen des Circus Barum.

Gerd Siemoneit-Barum heiratete 1975 Rosalind, eine englische Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin. Mit ihr hatte er die Kinder Rebecca, geb. 1977, und Maximilian, geb. 1982. Rebecca ist durch die ARD-Fernsehserie “Lindenstraße” in der Rolle der burschikosen Iffi Zenker so bekannt wie einst der Vater. Ihr Ehemann, der  Schweizer Luftakrobat Pierre Bauer, stammt aus einer Familie von Hochseilartisten. Als der Zirkus Siemoneit-Barum seinen Betrieb einstellte, übernahm Rebecca mit ihrer Firma Barum & Bauer Performance GmbH einen Teil der Tierbestände und der Mitarbeiter.

In Gumbinnen starb der Dichter des Masurenliedes, Prof. Friedrich Dewischeit (1805 – 1884), der hier seine letzte Anstellung als Lehrer gefunden hatte. Er wurde in Königsberg als Sohn eines Stadtpolizeikommissars geboren, war von 1829 – 1876 Lehrer in Lyck, Hohenstein und zuletzt in Gumbinnen. Das Lied, ursprünglich als Wanderlied gedacht, entstand im Zeitraum von 1835 – 1840 und wurde das bekannteste seiner 5 Masurenlieder und das Nationallied der Masuren:  „Wild flutet der See! Drauf schaukelt der Fischer den schwankenden Kahn………..O Heimatsland, Masoviens Strand, Masovia lebe, mein Vaterland!“

Bernhard Thiersch  (26. 4. 1794 – 1. 9. 1855), der Schöpfer der Preußischen Nationalhymne „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?“, war u. a. in Gumbinnen als Gymnasiallehrer tätig. Das Lied entstand 1830.

Juden gab es in Gumbinnen ab 1767. Der erste jüdische Mitbürger in Gumbinnen war der der Graveur und Steinschneider Daniel Joel, der das preußische Schutzprivileg erworben hatte. Er besorgte die Einrichtung einer Betstube und die Anlage eines Friedhofs. Das erste Grab wurde am 27. Dezember 1768 für Elias Kiewe aus Krojanke eingeweiht, der während des Besuchs des Jahrmarkts in Darkehmen gestorben war. Zugewanderte Juden aus Krojanke, Flatow und Tütz sorgten für den Absatz der Produkte der neu entstandenen Gumbinner Tuchindustrie nah Polen.[5]

Insbesondere seit dem Preußischen Judengesetz vom 11. März 1812, das den Juden in Preußen die rechtliche Gleichstellung gewährte, zogen etliche Juden auch nach Gumbinnen. 1845 zählte man 53 jüdische Seelen.[6] Mit dem Erstarken der Tuchindustrie im polnischen Lodz wanderten viele zugezogene Gumbinner Juden bald wieder nach dorthin ab. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jhs. gab es wieder eine größere Anzahl Juden in Gumbinnen. 1871 zählte man 137 Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Aus dieser Zeit gibt es Nachrichten über die Synagoge in der Langen Reihe, vis à vis der Rückfront der Neuen Regierung, die möglicherweise durch Umbau und Erweiterung aus der alten Betstube von 1767 hervorging und architektonisch nicht sonderlich spektakulär war[7]. In Folge von Pogromen in Russland emigrierten viele russische Juden auch nach Ostpreußen und nach Gumbinnen.[8]

Die Anzahl der jüdischen Bürger in Gumbinnen stieg bis 1932/33 auf 208. Noch im Adressbuch von 1925 findet man einige jüdische Geschäftsleute, so Jakob Lindenstrauss, Synagogenverwalter, Ältester im Ältestenrat und Betreiber eines 1883 gegründeten Kaufhauses in der Königstrasse 1, das Manufakturgeschäft Heinz Rubinstein in der Königsstrasse 18, das Großtextilgeschäft Dembinski und Söhne in der Königsstrasse 6, den Pferde- und Altmaterialhändler Eugen Gerson in der Friedrichstrasse 13, den Textilkaufmann Lück, erfolgreicher Mittelläufer beim 1. FC Preußen, den Altmaterialhändler Hirsch Wartelski in der Goldaper Str. 13, die Produktenhändler Konitzki in der Wilhelmstrasse 24 und Goldaper Strasse 22, die Konfektionäre H. Moses und J. Katzki., Königsstrasse 9, den Kaufmann Louis Brasch in der Königsstrasse 14, die Pferdehändler Abraham, Max, Isodor und Otto Brilling in der Bismarckstrasse 24, den Kaufmann Joseph Cohn in der Königsstrasse 9, den Kaufmann Max Rodominski in der Königsstrasse 28, Träger des EK 1, die Sally Rodominsky und die Hausbesitzerin Rahel Rodominsky in der Königsstrasse 33, den Kaufmann Louis Wolf in der Dammstrasse 6, Träger des EK 1, [9] [11] Im Jahr 2009 fand man noch einige Reste alter Grabsteine des jüdischen Friedhofs, darunter den von Eugen Rau und von Lucie Rau geb. Levy. Die Familie von Kurt Katzki, der inzwischen ein Kaufhaus in Angerburg betrieb, und die Familie  von Ernst Baumann, persönlich haftender Gesellschafter der Isidor Katzki OHG, konnten im Frühjahr 1939 nach Shanghai in China entkommen.[14]

Die Juden erlitten in Gumbinnen dasselbe Schicksal wie andernorts auch. Die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht durch Brand vernichtet. Wer nicht floh oder ausgewiesen wurde, wurde ermordet, und nur wenig erinnert an sie. Bekannt ist allerdings das Schicksal von Max Finkelstein und Jerry Lindenstrauss (siehe unter Prominente Gumbinner).

Max Finkelstein wurde am 1. Mai 1925 in Gumbinnen als Sohn einer großbürgerlichen jüdischen Familie geboren, die ein Kaufhaus in der Königsstrasse 2 und das Hotel Kaiserhof besaßen, das heute noch existiert. 1935 zog die Familie nach Berlin in der Hoffnung, in der großstädtischen Anonymität untertauchen zu können. Dort starb der Vater. Ende Juli 1939 konnte Max gerade noch mit einem Kindertransport nach Schweden entkommen, während die Mutter schweren Herzens allein mit einem Visum über Genua nach Bolivien flüchtete. Max reiste im März 1941, kurz vor Einmarsch der Deutschen in die Sowjetunion, nach dem auch er ein Visum erhalten hatte, mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok und von dort auf abenteuerliche Weise über Ostasien, die Südsee und die USA zur Mutter nach Bolivien. Der Anfang war für beide hart. Die Mutter, an Chauffeur und Köchin gewöhnt, verdiente etwas Geld mit einem Mittagstisch für Emigranten. Max arbeitete als Krokodiljäger, Gefängnisaufseher und Minenarbeiter. Aber die beiden bissen sich durch, wechselten 1948 nach Argentinien, wo Max sich zu einem passablen Geschäftsmann entwickelte und eine Anstellung als Journalist bei einer deutschsprachigen Zeitung fand und in der Folge als Chefredakteur und Herausgeber die Zeitung „Semanario Israelita“ übernahm. Deutschland ließ ihn jedoch nicht los und er kehrte nach Berlin zurück. Hier erhielt er für seine journalistische Brückenschlagfunktion zu Deutschland das Bundesverdienstkreuz erster Klasse von Bundespräsident Richard von Weizsäcker verliehen. Max Finkelstein starb am 24. 1. 2012 in Berlin. (Literatur: Kerstin Emma Schirp “Jude, Gringo, Deutscher – Das abenteuerliche Leben des Werner Max Finkelstein”, Books on demand, Berlin 2002 ISBN-10 3831141665, ISBN-13 9783831141661 – siehe den Ordner Literatur)

Jerry Lindenstrauss, Sohn von Jakob Lindenstrauss, bis zur quasi Enteignung 1933 Vorstand einer wohlhabenden  Gumbinner Familie, gelangte mit den letzten Schiffskarten, die sein Vater für sich und einige Familienangehörige ergattern konnte, nach Shanghai und zog von dort 1947 zu seiner Mutter nach Kolumbien. Als diese gestorben war, siedelte er um in die USA, wo er ein erfolgreicher Geschäftsmann wurde. Sein Schicksal ist beschrieben unter dem Titel “Von Ostpreußen über Shanghai und Kolumbien nach New York” in dem Buch “Überall nicht zu Hause. Jüdische Schicksale im 20. Jahrhundert”, herausgegeben von Erhard Roy Wiehn.

Der Organist Arthur Altmann (7. 2. 1873 – ) wurde als ältester von drei Söhnen einer jüdischen Familie in Gumbinnen geboren. Um die Wende zum 20.Jh. absolvierte er ein Musikstudium in Köln. Ab 1901 war er in Königsberg ansässig, konvertierte zum christlichen Glauben und wirkte als Schulmusiklehrer, Organist, Chorleiter, Komponist und Musikschriftsteller. Er war Lehrer am Königsberger Konservatorium, an der Musikalischen Akademie und an einem Lyzeum, leitete die Altmannsche Madrigalvereinigung und war Organist an der Burgkirche. Die Nationalsozialisten erwirkten 1935 seine Vertreibung aus allen musikalischen Ämtern. Er war verheiratet, aber kinderlos. Als am Anfang der 1940er  Jahre die Repression der Juden immer stärker wurde, zog er in ein samländisches Dorf in Küstennähe um und dann verliert sich die Spur seines Lebens.[12]

In Gumbinnen hatte die spätere Firmenchefin von ARWA, Ursula Thierfelder (20. 5.  1923 – 26. 8. 2000), ihre familiären Wurzeln. Geboren wurde sie in Gumbinnen als Tochter des Automechanikers Heinz Thies. Ihr Großvater August Thies (geb. 1860) stammte aus Judtschen/Kanthausen und heiratete 1889 in Stettin Elisabeth Strüwing, die Nachfahrin eines schwedischen Adelsgeschlechts. Ursula besuchte die Cäcilienschule in Gumbinnen und ein Internat in Insterburg und wollte Modedesignerin werden. Der Krieg brachte aber alles durcheinander. Nach der Flucht lernte sie in Berlin den Strumpffabrikanten Hans Thierfelder (1913 – 1987) kennen und die beiden heirateten. Die Familie des Mannes besaß eine Produktionsanlage in Chemnitz, wo Vater Paul Thierfelder den Strumpf erfunden hatte, den man in einem Arbeitsgang herstellen konnte. Diese Fabrik wurde enteignet. In den Westen übergesiedelt  errichtete Hans Thierfelder in Bischofswiesen bei Berchtesgaden die ARWA-Strumpfwerke. Der Name bezog sich auf die Anfangsbuchstaben des Großvaters und seines Sitzes, August Robert Wieland in Auerbach im Erzgebirge, der bereits erfolgreich Strümpfe produziert hatte.  Das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit brachte auch der neuen Strumpffabrik mit ihren modernen Perlonstrümpfen eine stürmische Entwicklung. 1953 galt sie als größte deutsche Feinstrumpffabrik mit einem Marktanteil von 20 Prozent und einer Produktion von 10 Millionen Paar Strümpfen pro Jahr. Ursula Thierfelder trug mit ihrem Verkaufstalent viel zum Erfolg des Unternehmens bei. Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte sie das Unternehmen und zog sich ins Privatleben zurück. Sie wurde neben ihrem Mann in Bischofswiesen begraben.[10]

Der dynamische Bürgermeister Nikolaj Zukanow, Inhaber der Firma „Amatel“, der das Gebäude der Neuen Regierung gekauft hat, kümmert sich persönlich um das Erscheinungsbild der Stadt und sucht Wege, die noch vorhandene deutsche Architektur zu erhalten. In Verfolg dieser Absicht hat er den  <b>Bremer Architekten Edward Stura</b>, der als Professor am Nordwest-Niedersachsen-Institut tätig ist, zur Begutachtung eingeladen. “Trotz der Tatsache, dass die meisten Gebäude in unserer Stadt neu gebaut sind”, sagt Nikolai Nikolaiewitsch Zukanow, “möchten wir gerne den ursprünglichen architektonischen Stil der Stadt beibehalten: die Häuserfassaden restaurieren, dem Zentralplatz unserer Stadt einen einheitlichen Baustil verleihen. Deshalb haben wir Herrn Stura gebeten, uns als Berater dabei behilflich zu sein.” –  und der Professor hat vorgeschlagen, zunächst die noch in größerem Umfang vorhandene Bausubstanz in der einstigen Bismarckstrasse zu restaurieren. Allerdings benötigt man dafür erhebliche finanzielle Einsätze und nach denen wird gesucht. Die Verschönerung des Platzes, auf dem heute der Gumbinner Elch steht, ist auch ein Beitrag in dieser Richtung.

Daneben gibt es auf kommunaler Ebene Hilfen von der Partnerstadt Bielefeld, die z. B. Straßenlaternen und ein Feuerwehrauto gespendet hat.



[1] H. K., Vor 90 Jahren wurde die Landwirtschaftsschule in Neidenburg gegründet, Neidenburger Heimatbrief, Pfingsten 1997, S. 30)
[2] Jurij Tschernyschew, Russen feiern zweifelhaften Sieg, Oprbl. Nr. 49/2013 (7. Dezember), s. 13
[3] Brigitte Stramm, von tohus, Nr. 74, S. 27 ff, kommentiert in Unser schönes Samland, Frühjahr 2015, S. 76 f
[4] Gumbinner Heimatbrief, Dez. 2008, S. 113/31
[5] Dr. Friedrich-Eberhard Hahn, Gumbinner Heimatbrief Juni 2013, S. 57
[6] Kleine statistische Notizen der israelitischen Gemeinde in Gumbinnen vom Jahre 1765 – 1845, Gumbinnen 1845 – in Kopie 2011 von Karin Banse aus New York mitgebracht, S. 26
[7] Karin Banse, Eine Suche ohne und mit Erfolg, Gumbinner Heimatbrief Dezember 2009, S. 49
[8] Dr. Friedrich-Eberhard Hahn, Gumbinner Heimatbrief Juni 2013, S. 57
[9] Adolf Diamant in Deutsch-Jüdische Zeitung vom 31. 3. 1978, abgedruckt in Heimatbrief Gumbinnen, Dez. 2009, S. 46 f, Dr. Friedrich-Eberhard Hahn, Gumbinner Heimatbrief Juni 2013, S. 58
[10] Siegfried Schmidt, Ursula Thierfelder geb. Thies aus Gumbinnen. Die Geschichte eines großen Unternehmens: ARWA, Gumbinner Heimatbrief Dez. 2006, S. 71 ff

[11] Horst Deutschmann, 80 Jahre nach der Progromnacht, Gumbinner Heimatbrief, Dezember 2018, S. 23/24
[12] Prof. Hans Huchzermeyer in Ostpreußische Familie von Ruth Gaede, Oprbl. Nr. 49/2016 (9. Dezember), S. 14
[13] Gerhard – D. Thies, Die Kirche am hohen Ufer der Pissa, Eigenverlag 2017
[14] Jürgen Ehmann, Die jüdische Familie Katzki in Gumbinnen, Gumbinner Heimatbrief, Juli 2024, S. 34 f

 

Bilder

Literatur

Das vorliegende Buch beruht auf einer Idee von Mit-Autor Robert Griesbeck, der im Rahmen eines anderen Auftrages den Zirkus-Direktor kennenlernte und während des Gesprächs immer mehr den Eindruck hatte, dass dessen Erfahrungen keineswegs nur für die Zirkus-Manege gültig seien. Aus dieser Erkenntnis wurde nun ein Buch, das tatsächlich faszinierende Parallelen zwischen dem menschlichen Miteinander und dem Verhalten in der Raubtier-Manege aufzeigt. (aus Preußische Allgemeine Zeitung Nr. 39/2007, S. 12)

ISBN:*978-3-86237-235-5; www.projekte-verlag.de, 440 Seiten, als Paperback 15 € Das Buch:*Euch ein neues Vaterland* Wir schreiben das Jahr 1731. Im Salzburger Land hat sich die Feindseligkeit gegenüber den Lutheranern unter Bischof Firmian erheblich verschärft. Als seine Bekehrungsmaßnahmen erfolglos bleiben und die Gefängnisse überfüllt sind, verweist er die Protestanten des Landes, zerreißt Familien, behält Kinder unter zwölf Jahren zurück und lässt für über 20.000 Menschen eine grausame Vertreibungsgeschichte beginnen. Brigitte Günthers Roman fängt die Stimmung dieser Zeit ein: Bittere Kälte, Krankheit und Hunger quälen die Emigranten, die entgegen dem Westfälischen Frieden gezwungen werden, innerhalb kürzester Zeit das Land zu verlassen. Die erste Gruppe muss bereits im November 1731 den Marsch ins Ungewisse antreten. Ihr unerschütterlicher Glaube gibt den Salzburger Exulanten die Kraft, die seelischen und körperlichen Strapazen zu überwinden. Einfühlsam begleitet die Autorin diese Vertriebenen auf ihrem Elendsweg von Salzburg nach Ostpreußen, lässt einzelne menschliche Schicksale lebendig werden und immer wieder liebevolle Nähe zur Bevölkerung entstehen. Die Autorin: *Brigitte Günther* Brigitte Günther wurde 1948 in Kempten im Allgäu geboren. Bis zu ihrem Ruhestand arbeitete sie im Lehrberuf. Als langjährige Autorin von Reiseführern ist sie für einen Verlag tätig. Daneben verfasst sie Erzählungen und Reportagen für Anthologien und Zeitschriften. /Euch ein neues Vaterland/ist nach dem erzählenden Dokumentarbericht über eine Fahrradtour zum Schwarzen Meer und dem Familienroman /Der Vogelschrank/ ihr neuestes Werk. Ihre Suche nach den eigenen Wurzeln ging mit dem Wunsch einher, Vergangenes festzuhalten, ehe es verblasst. Bei ihren Forschungen über das Leben der Ahnen entdeckte sie mehr und mehr ihre Begeisterung für längst zurückliegende Zeitabschnitte. Die Spurensuche über die Vorfahren mündete letztendlich in eine akribische Recherche, die den Grundstock legte zu dem vorliegenden Roman. Brigitte Günther lebt und schreibt in Sonthofen im Allgäu.

von Kerstin Emma Schirp ISBN 3-8311-4166-5

ISBN 3-89649-441-4

Christa Malitz-Picard recherchierte im Internet, wälzte Steuertabellen, Statistiken und Register in den Archiven von Leipzig, Berlin und Salzburg und fuhr zu zwei Bauernhöfen im Salzburger Land. Dort, mehr als 1000 Meter hoch, begann die Geschichte der Familie Trinker, die innerhalb von 200 Jahren zweimal zu einer Geschichte von Vertreibung, Flucht und Zusammenhalt werden sollte. Im Jahr 1731 mussten die unbeugsam protestantischen Familien Höfe und Heimat verlassen, nur mit dem, was sie tragen oder, wenn besser situiert, auf ein Pferdegespann laden konnten. Preußen nahm die sogenannten Exulanten auf und siedelte sie im von Krieg und Pest stark entvölkerten Ostpreußen an. Beim Übertritt aus dem Salzburger Land ins Preußische wurden aus den Drinkhers die Trinkers. Aus den Stammbäumen ihrer Vorfahren, aus dem Archiv- und Internetwissen sowie aus Bildbänden mit historischen Kupferstichen und Geschichtsbüchern entstanden jene Familienmitglieder, anhand derer sie dieses Stück Zeitgeschichte lebensnah erzählt. Oftmals aus Sicht der Frauen. Nicht nur Familiäres bietet das Buch. Es gewährt Einblicke in die Denkweisen der Zeit im Hinblick auf Bildungschancen für Mädchen. Es erzählt von den Schulgründungen der Salzburger und der schleichenden Verdrängung der polnischen Sprache aus dem öffentlichen Leben Ostpreußens und gipfelt im Zweiten Weltkrieg. Die Familie Trinker hat vollständig die Flucht aus Ostpreußen überlebt. In Schleswig-Holstein fand sie wieder eine Heimat. Dort treffen sich regelmäßig etwa 50 von 200 Trinkers. Christa Malitz-Picard: "Unfreiwillige Wege - Auf den Spuren der Familie Trinker", Schardt Verlag Oldenburg, 15 Euro

KLAPPENTEXT

Werner Max Finkelstein wurde 1925 in Gumbinnen (Ostpreußen) geboren. Mit zehn Jahren zog er nach Berlin und verließ Deutschland 1939 mit einem Kindertransport in Richtung Schweden. Als Fühnfzehnjährgiger machte er sich alleine auf eine abenteuerliche Reise, um per Schiff und Bahn zu seiner inzwischen in Bolivien lebenden Mutter zu gelangen. Hier schlug er sich einige Jahre als Krokodiljäger, Gefängnisaufseher und Minenarbeiter durch. 1948 gelangte er über die "grüne Grenze" nach Argentinien. Er wurde Journalist und leitete auch in den Zeiten der Militärdiktatur und Hyperinflation die letzte deutschsprachige Emigrantenzeitung Lateinamerikas. In der Redaktion lernte er seine 49 Jahre jüngere Frau kennen, mit der er 1999 nach sechs Jahrzehnten der Emigration nach Berlin zurückkehrte. Max Finkelstein starb hier am 24. Januar 2012.

Vor inzwischen mehr als 40 Jahren hat die damalige Kulturabteilung der Landsmannschaft Ostpreußen diese 52-seitige Broschüre des Schriftstellers Paul Brock herausgegeben. Sie enthält - ergänzt durch Illustrationen - eine hervorragende Zusammenfassung der Geschichte der Salzburger in Ostpreußen und auch das Gedicht "Meinen Salzburger Ahnen" von Agnes Miegel

Jüdische Schicksale im 20. Jahrhundert. Gespräche mit Überlebenden in Konstanz. Hartung-Gorre-Verlag 1999, ISBN 3-89649-441-4 Darunter: "Von Ostpreußen über Sahnghai und Kolumbien nach New Xork. Jüdische Familiengeschichte 1929 - 1999" von Jerry Lindenstrauss

Der Autor, Universitätsprofessor und Wissenschaftspolitiker, schlägt einen großen Bogen und schildert, wie seine Familie gezwungen wurde, ihre Heimat im Salzburger Land im Jahr 1732 aus Glaubensgründen zu verlassen, wie sie in den folgenden mehr als 200 Jahren in Ostpreußen von keinem der Kriegsereignisse verschont geblieben ist, wie sie schließlich auch aus dieser inzwischen zur Heimat gewordenen Region vertrieben und in alle Winde verstreut wurde und versucht hat, wieder Wurzeln zu schlagen. Dabei lässt er gleichaltrige Verwandte zu Wort kommen, die – wie er – die Flucht der Jahre 1944/45 als Kinder oder Jugendliche über sich haben ergehen lassen müssen und macht persönliche Berichte aus Nachlässen der älteren Generation zugänglich, die Vertreibung und Neuanfang als Erwachsene erlebt haben. „Das Bemerkenswerte und besonders Liebenswürdige ist die Vielstimmigkeit“ urteilt Ulla Lachauer, eine exzellente Kennerin des Nördlichen Ostpreußens, in ihrer Einführung. Entstanden ist keine reine Familiengeschichte, vielmehr wird diese in den „Brennpunkt der Politik“ gestellt, wie der Deutsche Ostdienst in seiner Besprechung schreibt. Das Organ betont, dass in der Darstellung den Zahlen und Fakten „Leben eingehaucht“ werde. Das sieht auch Hermann Rudolph so, wenn er im Tagesspiegel hervorhebt, dass die Familiengeschichte „ein Kapitel europäischer Sozial- und Migrationsgeschichte enthält“. So ist das Buch ein Dokument mit vielen Querverbindungen zu politisch-historischen Ereignissen, wobei Schwerpunkte das Geschehen um die Religionsflüchtlinge des Jahres 1732 und der Kriegsflüchtlinge 1944/45 sind. Einblicke in das bäuerliche Leben, die Situation in dem infolge des Versailler Vertrages vom Reich abgeschnittenen Ostpreußen und Rückbesinnungen auf die Ereignisse 1914/15 vermitteln ein lebendiges Bild einer Welt, die untergegangen ist. Gelungen ist dabei die Einordnung täglicher Erfahrungen in größere Zusammenhänge. Flucht und Überleben bilden den Tenor. Dabei ist die Darstellung von bemerkenswerter Objektivität und enthält keine Ressentiments. Gelegentlich spürt man sogar ein Augenzwinkern, was die Lektüre neben dem Gewinn an Erkenntnis zusätzlich bereichert. George Turner ist em. o. Prof., Dr. iur., geb. 1935 in Insterburg/Ostpr. Er war Universitätspräsident (Hohenheim 1970–86), Präsident der Rektorenkonferenz (Bonn 1979–83) und parteiloser Senator für Wissenschaft und Forschung in Berlin (1986–89). Von 1989–2000 bekleidete er einen Lehrstuhl für Rechtswissenschaft an der Universität Hohenheim und nahm eine Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin wahr. (Verlagstext)

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