Teistimmen

Tejstymy – Teistimmen

Das alte Gut kaufte 1821 der Kreisarzt August Schleußner, der 1869 geadelt wurde. Seine Familie wohnte hier bis 1945. Das Gutshaus ist gut erhalten. Es entstand am Anfang des 19. Jhs. und wurde 1898 durch Anbau eines Flügels erheblich erweitert

Nach 1945 nutzte eine Landwirtschaftsgenossenschaft das Haus als Büro und für Wohnzwecke. Seit 1996 befindet es sich in Privatbesitz und wurde in dieser Zeit gründlich renoviert.

Im Bereich der Wirtschaftsbauten hat sich eine hölzerne Darre erhalten, die zum Trocknen von Heilkräutern, Tabak u. ä. diente. Solche Einrichtungen findet man heute nur noch selten.

Vom Gut führt eine schöne Lindenallee zum ehemaligen Gutsfriedhof auf der Anhöhe südlich der Wirtschaftsgebäude. Er ist zwar zerstört, aber es gibt noch die Kapelle, das Tor zum Friedhof und die Umgrenzung der Anlage.

Mit Teistimmen ist ein makabrer Vorfall im 1. Weltkrieg verbunden. Hier in der Nähe stießen am 26. 8. 1914  russische Soldaten der 4. Infanteriedivision auf deutsche Soldaten der 36. Infanteriedivision aufeinander. Die Deutschen drängten die Russen an den nahen Teistimmer See ab. In ihrer Not sprangen die Russen in voller Montur in den See und viele ertranken. Im Reich verbreitete daraufhin die deutsche Propaganda, daß viele Russen in den masurischen Seen ertrunken seien. Die Russen gerieten insgesamt in Panik und wenige Tage später besiegte die deutsche Armee die russische 2. Narew-Armee  in einer Kesselschlacht vernichtend.[1]

[1] Pd, Sauerbaum 1914, Allensteiner Nachrichten, 24. 8. 2025, S. 6

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Von Erich Trunz, bearbeitet von Sebastian Schmitz http://www.teistimmen.de/index.html