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Die Litfaßsäulen

11.02.2021

Ernst Litfaß (11. 2. 1816 – 27. 12. 1874) wurde als Sohn des aus Königsberg stammenden Druckereibesitzers Ernst Joseph Gregorius Litfaß in Berlin geboren. Sein Vater starb eine Woche nach seiner Geburt und die Witwe heratete den in Berlin bekannten Buchdrucker und Buchhändler Leopold Wilhelm Krause.

Ernst Litfaß war intelligent und renitent. Zunächst wollte er Schauspieler und Opernsänger werden und nahm Engagements in der Stadt Brandenburg, in Lübeck und Bremen an. Nach zwei Jahren hatte er sich ausgetobt und kehrte nach Berlin zurück, heiratete und übernahm 1845 die Druckerei seines Stiefvaters Leopold Krause. Hier druckte er populäre, aber anspruchslose Gedichte sowie Theaterprogramme und –billets. Die Revolution von 1848 belebte das Geschäft mit dem Druck von Flugschriften und Zeitungen. Er selbst schuf damals das Satireblatt „Berliner Krakehler“, das jedoch am Jahresende von der erneut entstandenen Zensur gleich wieder verboten wurde. Daraufhin verlegte er sich auf unpolitische Druckerzeugnisse und produzierte übergroße Werbeplakate, damals ein Novum.

Bei einer Reise nach Paris 1853/54 lernte er die dortige Schaufensterwerbung kennen, die sich von den Berliner Verhältnissen unterschied wie „die Leipziger Messe vom Jahrmarkt in Friesack.“ Diese inspirierte ihn dazu, neuartige Werbeflächen zu schaffen. Er stattete Berlin mit Unterstützung des Magistrats, den das chaotische Bekleben der Häuserwände mit Annoncen ärgerte, mit großen runden Säulen aus, auf denen kostenpflichtig Werbeplakakte angebracht werden konnten. Diese Erfindung wurde ein großer Erfolg, Litfaß wurde zum Berliner Reklamekönig und zur Berühmtheit, die er bis heute ist.

 
 
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