Deutsch Polnisch Russisch 
 

Der Wirtsschaftsführer Dr. Fritz Gajewski wurde vor 130 Jahren in Pillau geboren

13.10.2015

Fritz Gajewski (13. 10. 1885 – 2. 12. 1965) wurde in Pillau als Sohn eines Lehrers geborene Er stieg zu einem der vier mächtigsten Männer des I.G. Farben-Konzerns auf. Nach dem Schulbesuch absolvierte er eine Apothekerlehre und studierte ab 1905 Chemie und Pharmazie in Leipzig,

Als Assistent bei Professor Hantzsch in Leipzig kam er 1912 zur BASF nach Ludwigshafen. Nach seiner Teilnahme als Soldat im 1. Weltkrieg wurde er 1917 Betriebsleiter der BASF-Fabrik in Oppau, erhielt 1922 Prokura und wurde 1925 zum Assistenten des I.G. Farben-Vorstandsvorsitzenden C. Bosch und zum Direktor befördert. 1928 übernahm Gajewski die technische Leitung der Agfa-Betriebe und 1929/1930 die Leitung der neu gebildeten Sparte III des I.G. Farben-Konzerns (Foto, Kunstseide und Zellstoffprodukte) mit den angeschlossenen Werken der Dynamit Nobel. Er wurde damit Leiter von mehr als 38 000 Beschäftigten.

Seit 1930 war Gajewski Generaldirektor der Filmfabrik Agfa Wolfen. Die infolge der Weltwirtschaftskrise und als Ergebnis von Missmanagement tief in roten Zahlen steckende Faserproduktion der Filmfabrik machte er sehr schnell wieder rentabel. Er erkannte die Chancen des Farbfilms und förderte entschieden die Entwicklungen auf diesem Sektor seit 1935.

Im Mai 1933 trat er bereits in die NSDAP ein in der Hoffnung, den wirtschaftlichen Aufschwung seines Unternehmens zu befördern. Die beginnende Judenverfolgung hielt er für eine zeitweilige Entgleisung, die vernünftige Menschen bald beenden würden. So beschäftigte er auch weiter jüdische Wissenschaftler in der Filmfabrik, bis er 1938 per Gesetz gezwungen wurde, sie zu entlassen. Er wehrte sich auch gegen den Einsatz der KZ-Häftlinge, musste sich aber letztendlich den nationalsozialistischen Zwängen beugen. Ab 1942 war er Wehrwirtsschaftsführer.

Im Juli 1945 internierten die amerikanischen Truppen Gajewski und klagten ihn im I.G. Farben-Prozess an. Er wurde jedoch freigesprochen.

1952 wurde Gajewski Vorstandsvorsitzender der Dynamit-Nobel AG. Dr. Dr. Fritz Gajewski starb im Alter von 80 Jahren am 2. Dezember 1965 in Hahnwald bei Köln.



 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS