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Erinnerung an den masurischen Schriftsteller Richard Skowronnek

16.10.2015

Richard Skowronnek (12, 3, 1862 – 16. 10. 1932), wurde im Forsthaus Schuiken bei Goldap als Sohn des kgl. Försters Adam Skowronnek und dessen Frau Bertha, geb. Kleckel, geboren. Die Eltern zogen bald - 1863 - nach Sybba bei Lyck. Richard besuchte das Gymnasium in Lyck und studierte dann Philosophie und Literaturwissenschaft an der Albertina in Königsberg und in Berlin. Ab 1886 bei der Nationalzeitung angestellt, wurde er aufgrund seiner erkannten Fähigkeiten zweiter Feuilletonredakteur der renommierten „Frankfurter Zeitung“ (1887 - 1892). In dieser Zeit heiratete er Margarete Pfeil, Tochter eines Malers und Kunstdruckerei-Besitzers aus Mainz. Der Ehe entstammten 2 Töchter und 4 Söhne.

1892 übersiedelte Richard Skowronnek nach Berlin in die Meierottostrasse 6 und später in die Brandenburgische Strasse 25. 1897/98 wirkte er Dramaturg am Kgl. Schauspielhaus. Dann wurde er Chefredakteur des „Abend“ und Parlamentsberichterstatter am Reichstag. Er starb auf dem Rittergut Hockenberg bei Maldewin in Pommern, das seinem Schwiegersohn gehörte, wohin er gegen Ende des 1. Weltkriegs gezogen war.

Skowronnek schrieb eine Fülle von Romanen, Erzählungen, Lustspielen - vornehmlich Werke der humoristischen Art, aber auch dramatische Werke, oft recht volkstümlich. In ihnen spiegelt sich das damalige Leben auf den ostpreußischen Gütern, in den Offizierskasinos oder auf den Paukböden.

Er begann mit einer Sammlung masurischer Dorfgeschichten in „Polska Maria“ (1889), deren Titelgeschichte die unglücklich endende Liebe zwischen einem polnischen Landarbeiter und einer reichen Gutsbesitzertochter behandelt. Es folgten Lustspiele und Schwänke wie z. B. „Halali“ (1893) sowie Romane wie „Mein Vetter Josua“ (1895) und „Hans der Sieger“ (1899), "Die Liebschaften der Käte Keller", Lustspiele "Husarenfieber", "Die Generalsecke" (1912). Herausragend waren die Roman-Trilogie "Sturmzeichen" und der Roman "Das große Feuer". Weitere bekannte Werke: "Das Bataillon Sporck" (1912); "Muttererde" (1916), „Das rote Haus“, "Heimat, Heimat" (1927). Weitere Werke: "Bruder Leichtfuß und Stein am Bein" (1911) (Freundschaft zwischen einem jungen Juden und einem ostpreußischen Gutsbesitzersohn), „Muttererde“ (1916), „Heimat, Heimat“ (1927), „Die schwere Not“ (1916), „Morgenrot“ (1916) (Not und Morgenrot sind Folgeromane. Es handelt sich um den russischen Offizier deutscher Herkunft v. Heidedorf), „Der weiße Adler“ (1919) (Liebe eines Masuren zu einer Polin), „Der Bauer ohne Gott“ (1929). Heute kennt man das meiste nicht mehr, damals waren es Bestseller.

 
 
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