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Gastgeber in Ostpreußen

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Professor Paul Stettiner wurde am 26. August vor 150 Jahren in Königsberg geboren

26.08.2012

Paul Stettiner (26.8.1862 - 21.9.1941) wurde in Königsberg geboren. Nach dem Besuch des Altstädtischen Gymnasiums studierte er Geschichte und alte Sprachen an der Albertina, in Tübingen und Berlin, promovierte 1885 und wurde Lehrer am Löbenichtschen Realgymnasium in Königsberg. Schon bald danach ernannte man ihn zum Professor und berief ihn 1910 zum Stadtschulrat. Er arbeitete in der Prussia mit, half den Tiergarten anzuschaffen und war die Seele des Vereins für Fremdenverkehr. Als Schulrat überführte er die bisherigen privaten Mädchenschulen in die städtische Verwaltung und förderte mehrere kulturelle Einrichtungen wie Volkshochschule, Handelshochschule, Stadtbibliothek, Stadtgeschichtliches Museum, Stadttheater, Sportplätze, Bäder. Stettiner förderte den Lehrerkollegen Richard Schirrmann aus Grunenfeld, Kreis Heiligenbeil, und veranlasste 1920 die Einrichtung der ersten Königsberger Jugendherberge. Die Jugendherberge in Rossitten, die größte in Ostpreußen, trug seinen Namen.

Politisch betätigte er sich als Gründer der Deutschen Volkspartei (DVP) in Königsberg, deren Vorsitz er für ganz Ostpreußen übernahm, vertrat seine Partei für sechs Jahre als Abgeordneter im ostpreußischen Provinzial-Landtag und wurde noch 1932/33 Abgeordneter des Preußischen Staatsrats. Anläßlich seines 40jährigen Dienstjubiläums und seines 65. Geburtstages ehrte man ihn mit einer Bronzebüste von Hermann Brachert. Als er 1928 in den Ruhestand ging, ernannte man ihn zum Stadtältesten.

Obwohl die Familie Stettiner schon vor der Wende zum 20. Jh. den evangelischen Glauben angenommen hatte, tobten die frisch an die Macht gelangten Nazis auch bei diesem verdienten Mitbürger ihren Rassenwahn aus. Sie entzogen ihm sämtliche Ehrenämter, entfernten seine Büste in der Kunstsammlung und in der Landesbank. Als er miterleben musste, dass die Nazis am 19. September 1941, dem jüdischen Neujahrsfest, anordneten, dass alle Juden den gelben Judenstern zu tragen hätten, nahm sich Paul Stettiner mit Gift das Leben. Seine Urne wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.



 
 
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