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Experte fordert, das Ausgrabungsgelände Wiskiauten samt Hügel und Wäldchen Kaup bei Cranz zum Staatseigentum zu erklären

02.03.2013

Bei der Präsentation seines neuen Buchs "Die Memeler Bernsteinstraße in der Wikingerzeit", die am 27. Februar im Bernsteinmuseum im Kaliningrader Dohnaturm stattgefunden hat, nutzte Prof. Wladimir Kulakow die Gelegenheit, gegenüber einem einem Korrespondenten der Agentur ИА REGNUM seinem Wunsch nach Schutz der Ausgrabungsflächen Publizität zu verleihen. Wladimir Kulakow hat präzisiert, dass die deutsche Regierung dieses Territorium einem Privatbesitzer 1938 abgekauft hatte und das archäologische Denkmal selbst ein Nationalschutzgebiet werden sollte. Später sollte die einzigartige preußische Siedlung Wiskiauten erforscht werden. Zurzeit liegt Wiskiautenauf dem Territorium des Kreises Selenogradsk (Cranz).

"Durch eine Fügung des Schicksals führten Deutsche keine archäologischen Grundlagenforschungen mehr durch. Man kann vermuten, dass deutsche Wissenschaftler auf die Entstehung des tausendjährigen Reichs warteten, um dann alles ruhig zu erforschen. Unsere heutige historische Mission besteht meiner Meinung nach darin, das frühe Mittelalter zu erforschen. Preußen lebt unter unseren Füßen weiter", hat der Professor betont.

"Im Wäldchen Kaup gibt es tausende Gräberfelder, große Flächen sind unerforscht. Leider sind diese Länder in Privatbesitz. Staatliche Schutzgebiete gibt es überall in Europa: in Norwegen, wo es fast genauso "Kaupang" heißt (der Name ist auf das altisländische "Kaup" = Handelsplatz - zurückzuführen), in Deutschland, Polen, Litauen und in Lettland", sagte Kulakow.

"In Europa werden archäologische Arbeiten in Wiskaiuten ganz anders eingeschätzt. Von Wiskiauten wissen fast alle Studenten, die an Fakultäten für Geschichte studieren. Davon überzeuge ich mich immer wieder, wenn ich Vorlesungen in Warschau, Berlin oder in Wien halte", setzte Kulakow fort.

Wladimir Kulakow hat von einigen Einzelheiten der Ausgrabungen in Wiskaiuten erzählt: "Wir haben sterbliche Überreste einer Frau gefunden, was ziemlich selten vorkommt. In der Regel äscherten die Wikinger die Knochen der Verstorbenen ein. Und wir haben die kurische Frau gefunden, weil die Kuren ihre Stammesgenossen nicht einäscherten. Neben dem Schädel der Frau haben wir eine Bernsteinperle gefunden, die sowohl außen als auch innen poliert ist. Diese Tatsache bestätigt das Bestehen der Memeler Bernsteinstraße".

Nach den Worten des Wissenschaftlers ist in einer der Grabstätten eine Spitze einer Scheide eines altpreußischen Schwerts, wo der isländische Gerfalke dargestellt ist, gefunden worden. "In der Wappenkunde gilt dieses Zeichen als das erste Wappen Europas. Und es entstand gerade hier, auf dem Territorium des heutigen Gebiets Kaliningrad. Dies sollte meines Erachtens das Wappen des Kaliningrader Gebiets sein. Als Georgi Boos der Gebietsgouverneur war, nahmen wir mit unserem Wappen an einem Wappenwettbewerb teil. Es wurde leider abgelehnt", erzählte Wladimir Kulakow.

Detials zu Wiskiauten siehe hier.

(Andrey Konstantinow, Moskau, 1. 3. 2013)

 
 
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