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Max Colpet

19.07.2021

Max Colpet (19. 7. 1905 – 2. 1. 1998) wurde in Königsberg als Max Kolpenitzky geboren. Er war mit 1,59 Metern kleinwüchsig, aber sprachlich ungemein begabt. Der Vater stammte aus Wilna, die Mutter aus Dünaburg. 1920 zog die Familie nach Hamburg, wo Max die jüdische Talmud-Thora-Schule besuchte und auf einem Gymnasium sein Abitur machte.

Ein Ingenieurstudium an der TH Berlin führte er nicht zu Ende, sondern lebte in Berlin von feuilletonistischen Zeitungsbeiträgen in verschiedenen Gazetten, arbeitete aber auch für den Rundfunk und den Film. 1928 gründete er zusammen mit Erik Ode das Kabarett „Anti“ und war 1929 an der Gründung von Werner Fincks Katakomben-Kabarett beteiligt.

1932 begann er, Filmdrehbücher zu verfassen und machte in diesem Zusammenhang die Bekanntschaft von Billy Wilder, aus der eine lebenslange Freundschaft wurde. Mit dem Machtantritt der Nazis musste Colpet emigrieren, seine Eltern wurden später Opfer des Holocaust. Er floh nach Frankreich, wo er in Paris erneut mit Wilder zusammenarbeitete und ging 1935 nach Österreich, wo er 1937 ein Musical für das Theater An der Wien schrieb. Nach dem Anschluss Österreichs floh er erneut nach Frankreich, wo er jedoch interniert wurde, konnte aber 1943 in die Schweiz entkommen, nur um erneut interniert zu werden.

1945 ging er wieder nach Paris und beteiligte sich an Roberto Rosselinis Film „Deutschland im Jahre Null“, bis ihn 1948 Billy Wilder nach Hollywood einlud und er 1954 die amerikanische Staatsangehörigkeit erhielt. Er ging jedoch zurück nach Deutschland, lebte in München und schrieb hier Texte für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Außerdem übersetzte er die Musicals Westside Story und Irma La Douce ins Deutsche.

Mit Marlene Dietrich war Colpet ebenfalls befreundet. Den Antikriegssong „Where have all the Flowers gone“ des Amerikaners Pete Seeger bearbeitete er in Deutsch für das Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“, und diese deutsche Fassung machte Marlene Dietrich weltberühmt. Ab 1966 lebte Colpet wegen rassistischer Anfeindungen in der Schweiz. Er starb aber in München.

 
 
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