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800 Jahre Deutscher Orden in Mergentheim

30.08.2019

Das Deutschordensmuseum Bad Mergentheim veröffentlicht über die Sonderausstellung „800 Jahre Deutscher Orden in Mergentheim“ den nachfolgenden Pressetext:

Der Deutsche Orden ist tief im Südwesten verwurzelt und hat ihn auch mitgeprägt. Die imposanten Schlösser auf der Insel Mainau, die Kapfenburg und die weitläufige Residenz in Mergentheim sind markante Zeichen für sein früheres Wirken. Schon bald nach der Gründung des Ordens 1190 als Hospitalorden im Heiligen Land entstanden Niederlassungen im deutschen Raum. Sie dienten zur Unterstützung der Aufgaben und des Kampfes im Heiligen Land und dann später in Preußen. Die Ausstellung „Der Deutsche Orden im Südwesten“ im Deutschordensmuseum Bad Mergentheim kann mit freundlicher Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung präsentiert werden.

Aus Begeisterung für die Pflege von kranken Pilgern und verletzten Kreuzfahrern stifteten z. B. die Brüder Hohenlohe 1219 dem Deutschen Orden umfangreichen Besitz und Rechte in und um Mergentheim. Deswegen wird 2019 das Jubiläum „800 Jahre Deutscher Orden in Mergentheim“ feierlich begangen. Bei dieser Gelegenheit wird der Blick intensiv auf das Wirken des Deutschen Orden im Südwesten gerichtet. Die Sonderausstellung konzentriert sich vor allem auf die Balleien (Ordensprovinzen) Franken und Elsass-Burgund, mit Schwerpunkt auf den Niederlassungen im Gebiet von Baden-Württemberg.

Aber der Deutsche Orden baute nicht nur Schlösser, sondern wirkte auch im Sinne seines Gründungscharismas, der Hospitalität. Er setzte sich für die Heiligsprechung der Elisabeth von Thüringen ein, um seine karitative Seite in den Vordergrund zu stellen, so können wir eine der seltenen Heiligsprechungsurkunden aus dem 13. Jahrhundert aus dem ehemaligen Besitz des Ordens zeigen. Außerdem unterhielt er Hospitäler, z. B. in Mergentheim, Ellingen, Gundelsheim und Nürnberg.

Die medizinische Versorgung der Untertanen spielte beispielsweise auch bei der Stiftung des Ehehaltenhauses (Krankenhaus für Dienstboten) in Mergentheim eine Rolle. Mit einer Lotterie wurde dafür Geld organisiert, eine echte Rarität stellt ein Los dieser Lotterie in der Ausstellung dar.

Der Deutsche Orden hatte auch viele Kirchen, für deren Unterhalt, Besetzung mit Pfarrern und Ausstattung er sorgte. Ein prachtvolles Beispiel einer solchen Ausstattung ist das gotische Vortragekreuz von 1482 aus dem Mergentheimer Münsterschatz.

Viele Adelsgeschlechter wie die von Königsegg, von Eyb, von Stetten waren über Jahrhunderte mit dem Deutschen Orden verbunden. In der Ausstellung wird der Landkomtur Franz Benedikt von Baden vorgestellt, mit seiner Ahnenprobe, seinem Porträt aus Schloss Altshausen und Mobiliar, das er in Auftrag gab. Weiter können wir das prachtvolle Wappenbuch der Familie von Königsegg zeigen.

Mergentheim als jahrhundertelange Ordenszentrale und Residenz des Deutschen Ordens (1525-1809) erfährt besondere Aufmerksamkeit. Das imponierende Richtschwert des Henkers steht für die Hohe Gerichtsbarkeit. Erstmals werden im Museum die Hexenverfolgungen mit Folter und Gerichtsverfahren durch den Deutschen Orden angesprochen.

Das glanzvolle Leben am Hofe der Hochmeisterresidenz Mergentheim wird sicht- und hörbar gemacht – Ludwig van Beethovens Ritterballett, ein Auftrag des Ordensritters von Waldstein, erklingt in einer Hörstation. Der junge Beethoven wurde aus dem Deutschen Orden gefördert, so kam er 1791 im Gefolge des Hochmeisters nach Mergentheim. Außerdem wird eine Reihe Uhren des schon damals überregional gerühmten Mergentheimer Uhrmachers Johann Erasmus Baumgartinger präsentiert als Beispiel für die hohe Hofkunst, die es damals in der Residenzstadt gab. Johann Eustach von Westernach hat für die Kapfenburg bei Lauchheim einen kostbaren Kokosnusspokal aus dem 16. Jahrhundert gestiftet, der aus der Schatzkammer des Deutschen Ordens in Wien zur Verfügung gestellt wird. Leihgaben aus dem Schloss der Insel Mainau zeugen vom deutschordisch-höfischen Leben.

Aus der Heimat, durch die Vertreibung gerettet haben die Deutschordensschwestern nach Bad Mergentheim eine Kreuzreliquie, die sie zur Verfügung stellen. So dauert die Verbindung des Deutschen Ordens in den Südwesten bis heute an. Das Andenken an den Deutschen Orden wird noch heute gepflegt, beispielsweise entwirft Herzogin Diane von Württemberg für die (ehemalige Deutschordens-)Schlosskirche in Altshausen Messgewänder, von denen eines gezeigt wird.
Historische Ansichten zahlreicher Ordensniederlassungen von der Mainau bis Nürnberg, von Weißenburg (Elsass) bis Mergentheim, ergeben eine beeindruckende Galerie und zeigen das Verbreitungsgebiet seines Wirkens.

Rund 80 Exponate - Vertrautes wie Überraschendes – spiegeln beim Gang durch das Schloss südwestdeutsche Ordensgeschichte. Spaß, nicht nur für Kinder: Auf einem Hochmeisterthron im prachtvollen Ambiente des Kapitelsaals kann man sich in der Rolle eines Hochmeisters fotografieren lassen.

Wer sich über den Ordensstaat Preußen informieren möchte, lese das Kapitel „Der Ordensstaat“ in „Ostpreußen im historischen Überblick“

 
 
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