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Schülerterror in Gusew (Gumbinnen)

13.04.2012

Alles begann offenbar mit einem harmlosen Streit. Eine 15-Jährige aus Gusew (Gumbinnen) hatte sich im Unterricht abfällig über eine Mitschülerin geäußert, wahrscheinlich fielen ein paar hässliche Worte, die Einzelheiten werden noch untersucht.

Ende März, es sind gerade Ferien, lauerte die Beleidigte zusammen mit einer Freundin ihrer Altersgenossin auf und schlugen sie brutal zusammen. Der Freund eines der beiden Mädchen und angeblich noch eine weitere Gleichaltrige standen dabei, ohne einzugreifen, als die beiden Gewalttäterinnen immer wieder auf die bereits reglos am Boden Liegende eintraten. Das alles wurde mit dem Handy gefilmt und ins Internet gestellt.

Als die Eltern des zusammengeschlagenen Mädchens den Fall bei der Miliz anzeigten, sahen die Ermittler keinen Grund, tätig zu werden, denn das Mädchen sei nicht schwer genug verletzt und die Täter fielen noch unter den Jugendschutz. Auch der Staatsanwalt in Gusev sah keine Veranlassung, ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen.

Jetzt kochen die Gemüter in der ganzen Oblast Kaliningrad hoch. Auf dem zentralen Platz vor der Kreisverwaltung in Gumbinnen versammelten sich etwa 200 Leute, viele Mitschüler des verletzten Mädchens darunter, und demonstrierten für eine „harte und gerechte Bestrafung“ der jugendlichen Täterinnen, die Staatsanwaltschaft solle wegen versuchten Mordes ermitteln. Im Internet wird sogar zur Selbstjustiz aufgerufen.

Jetzt nahm sich Gebietsstaatsanwalt Alexej Samsonow des Falles an und leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Zugleich erhob Samsonow schwere Vorwürfe gegen einige Vertreter der Presse, die mit unseriösen Berichten die Jagd auf die beiden Täterinnen und deren Familien regelrecht angestachelt hätten und kündigte Ermittlungen gegen Medienvertreter an, die die beiden Schülerinnen ebenso wie ihr Opfer mit vollem Namen genannt und weitere persönliche Details aus deren Leben öffentlich gemacht hatten. Inzwischen hat die Gebiets-Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen drei Polizeibeamte in Gusew angekündigt. Vorwurf: Verzögerung eines Strafverfahrens.

(Russland-Aktuell, 12. 4. 2012)

 
 
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