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Erinnerung an den Mathematiker und Physiker Franz Neumann

11.09.2018

Franz Neumann (11. 9. 1798 – 23. 5. 1895) war der Sohn der geschiedenen Gräfin Charlotte Friderike Wilhelmine von Mellin (1753–1830) und ihres Gutsverwalters Franz Ernst Neumann. Erst in späterer Jugend erfuhr er von seiner adligen Abstammung und wuchs trotz des Vermögens seiner Mutter in einfachen Verhältnissen auf. Auf Wunsch seines Vaters studierte er zunächst Theologie in Berlin, anschließend Naturwissenschaften in Jena. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit einem Thema der Mineralogie, interessierte sich aber bereits während seines Studiums für die Arbeiten der führenden französischen Mathematiker. Er habilitierte sich an der Albertusuniversität in Königsberg, war ab 1827 dort Professor für Mineralogie und Physik und wurde Mitte der 1840er Jahre zum Rektor der Universität gewählt.

Neumann fügte die quantitativen Traditionen der Mathematik und der damaligen Physik zusammen und gilt damit als Gründer der mathematischen Physik in Deutschland. Er war aber vor allem auch Lehrer und dadurch Multiplikator. Seine Bedeutung beruhte somit auf seinen pädagogischen Fähigkeiten, mit denen er viele seiner Schüler nachhaltig prägte. Sein bekanntester Schüler war Gustav Robert Kirchhoff und die meisten Lehrstühle für Physik an den Universitäten in ganz Deutschland waren mit Schülern aus seiner Königsberger physikalischen Schule besetzt.

Die Stadt Kaliningrad ehrte Neumann 1994 anlässlich der 450-Jahr-Feier der Albertus-Universität durch eine Kopfbüste der russischen Bildhauerin Olga Badmajewa für das Mathematische Institut. Die gleiche Büste in Bronze befindet sich seit 1998 im Bestand des Museums der Stadt Königsberg in Duisburg. Am 25./26.9.1998 enthüllte man ein Hochrelief von Franz Neumann im Universitätsgebäude von Königsberg und am 25.6.1999 wurde am Geburtsort Mellin, heutiges Glambeck, vom "Verein Denkmale Glambeck" ein Denkmal zu Ehren von Franz Neumann enthüllt, zu finden 3 km westlich Glambeck in Richtung Pahlow. 1830 heiratete Neumann dieTochter Florentine (1800–1838) des Apothekers, Professors der Viadrina und Begründers der Pharmazie als eigenständiger wissenschaftlicher Disziplin, Karl Gottfried Hagen (1749 - 1829), die nur acht Jahre später starb und ihm fünf Kinder hinterließ. Neben den Söhnen Carl (1832 – 1925) , der Mathematikprofessor wurde, und Ernst (1834 – 1918), Professor für Pathologie und Entdecker der menschlichen Stammzellen, wurde sein Sohn Julius (1835 – 1910) ein bekannter Nationalökonom und seine Tochter Luise (1837 – 1934) eine in Königsberg bekannte Porträtmalerin.

 
 
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